Versorgung geriatrischer Patienten ist primär hausärztliche Aufgabe!

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Fachtagung Geraitrie 2017 Dr. Quitterer Foto graphics and visions nlZum Vergrößern bitte klicken.

Das Thema Geriatrie stand auf der Tagesordnung der 16. Sitzung des Landesgesundheitsrates in Bayern am 03.07.2017 in München. Geladen war neben den Referenten Prof. Dr. Veronika Schraut, stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Geriatrie Bayern e.V., und Dr. Christian Ullrich, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Geriatrie Bayern, auch Dr. Gerald Quitterer, Bezirksvorsitzender Niederbayern des Bayerischen Hausärzteverbandes.

Er zeigte die ambulante geriatrische Versorgung aus Sicht des Hausarztes auf und stellte dabei die hausärztliche Qualifikation und Expertise in der Versorgung geriatrischer Patienten im ambulanten Bereich heraus. Er machte deutlich, dass dabei sowohl das geriatrische Basisassessment, zu dem der Bayerische Hausärzteverband übrigens regelmäßig Fortbildungen anbietet, als auch die sich daraus ergebenden therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen individuell für jeden Patienten umgesetzt werden und damit eine umfassende und strukturierte Behandlung gewährleistet ist.

Am Beispiel Demenzerkrankter und der Rolle der Angehörigen stellte er die breite Facette hausärztlich geriatrischer Kompetenz dar, bei der Teamarbeit - sowohl innerhalb der Praxis durch die VERAH, als auch außerhalb der Praxis durch die Kooperation mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Fachärzten, Psychotherapeuten, ambulanter Pflege, Palliativmedizin, Seelsorgern, Sanitätshäusern und weiteren Leistungserbringern – ein zentraler Aspekt ist.

Entwicklung geriatrischer PatientZum Vergrößern bitte klicken.

Gemäß seinem Antrag vom Deutschen Ärztetag 2016 trat Dr. Quitterer für zwei Qualifikationen im Bereich Geriatrie ein, zum einen in den Weiterbildungsinhalten der patientennahen Fächer und zum anderen als Zusatzbezeichnung, und sprach sich gegen die Einführung eines neuen Facharztes für Geriatrie oder die Schwerpunktbezeichnung Geriatrie aus. Argumentative Unterstützung bekam er dabei von Dr. Max Kaplan, der als Präsident der Bayerischen Landesärztekammer und Mitglied im Landesgesundheitsrat die gleiche Position vertrat und diese auf Ebene der Bundesärztekammer und der Gesundheitsministerkonferenz vorangetrieben hat.

"Wer ist besser für die medizinische Versorgung älterer Patienten geeignet als der Hausarzt, der die Patienten in ihrem gesamten Umfeld betreut und der sich noch dazu auf geeignete Leitlinien stützen kann?“ lautete Dr. Quitterers Fazit. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das völlig neu entwickelte Geriatrische Assessment in der Hausarztpraxis, welches frühzeitig Funktionsdefizite erkennen lässt, und auf die Leitlinie Multimedikation.
Diese Position des Bayerischen Hausärzteverbandes hatte Dr. Quitterer zuvor schon auf der ersten Fachtagung Geriatrie des Deutschen Hausärzteverbandes vertreten, die am 16. Juni 2017 in Bremen stattfand. Mit seinem Vortrag "Geriatrie in Deutschland - führen wir eine überzogene Qualitätsdiskussion?" nahm er an dem Workshop „Spezialisierung und Basisversorgung“ im Rahmen der Fachtagung teil, die Dr. Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Instituts für hausärztliche Fortbildung (IhF), leitete.

Auch hier machte er einmal mehr deutlich, warum Qualifikationen zur Geriatrie in den Weiterbildungsinhalten der patientennahen Fächer und als Zusatzbezeichnung erforderlich sind und alle anderen bundesweit davon abweichenden und hilfsweise konstruierten Qualifikationen nicht zu dem Ziel führen können, der Geriatrie den Stellenwert zukommen zu lassen, der ihr zusteht: primär als Aufgabe des Hausarztes, der bei besonderen Fragestellungen oder Beratungsanlässen die jeweiligen Gebietsärzte im Rahmen ihrer Fachkompetenz hinzuziehen kann.

Multidisziplinäre BetreuungZum Vergrößern bitte klicken.

Die aus seiner Sicht überzogenen Qualitätsanforderungen beispielsweise der spezialisierten geriatrischen Diagnostik deutete Dr. Quitterer als Fehlinterpretation des zugrunde liegenden Paragrafen 135 des SGB V, der auf neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden abstellt. Die dabei beschriebenen Inhalte seien aber bereits tägliche Vorgehensweise in der Hausarztpraxis, betonte der niederbayerische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes. Ein Teil davon werde im Delegationsverfahren sogar von der VERAH übernommen, die gerade beim geriatrischen Patienten sehr gut in das Case-Management eingebunden werden kann.

In der Podiumsdiskussion zum Thema „(Spannungs-)Verhältnis Geriatrie - Versorgung alter Menschen?“ stellte er die Rolle des Hausarztes in der kompetenten, qualifizierten und lebensbegleitenden Betreuung des geriatrischen Patienten heraus, die im ambulanten Bereich weder eines Facharztes für Geriatrie noch einer geriatrischen Schwerpunktpraxis bedarf.

„Geriatrie ist ein Querschnittfach. Es ist weder erforderlich noch vermittelbar, wenn der Patient, nur weil er das Alter von 70 Jahren überschritten hat, sich jetzt mit Mehrfacherkrankungen in eine weitere Versorgungsebene begeben muss“, so Dr. Quitterer.

Diese Sichtweise findet sich auch in den Positionen des Deutschen Hausärzteverbandes zur geriatrischen Versorgung wieder.

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