Fortbildung im Fokus – Interview mit Dr. Ernst Engelmayr

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Im Interview berichtet Dr. Ernst Engelmayr, Fortbildungsbeauftragter im Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes und Vorstandsmitglied des IhF, über seine Pläne zur Aktualisierung der Thementage und warum es für den Berufsverband der Hausärzte ein wichtiges Anliegen ist, auch für Medizinische Fachangestellte in Hausarztpraxen Fortbildungen und Möglichkeiten zur weiteren Qualifizierung anzubieten.

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Herr Dr. Engelmayr, der Bayerische Hausärzteverband hält ein breit gefächertes Fortbildungsangebot für Hausärztinnen und Hausärzte vor. Was unterscheidet die Fortbildungen des Berufsverbandes von anderen Angeboten?

Dr. Engelmayr: Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Fortbildungen hausarztgeeignet, also auf die Anforderungen in der hausärztlichen Versorgung zugeschnitten sind. Wir evaluieren ständig Fortbildungen und gehen, wo immer es möglich ist, auf die Wünsche und Anregungen der Teilnehmer ein. Unsere Referenten sind sorgfältig ausgewählt und können ihre Themen gut vermitteln, das zeigen unsere Auswertungen. Außerdem sind alle Fortbildungsangebote evidenzbasiert und pharmaunabhängig – und das alles zu einem fairen Preis, besonders für Verbandsmitglieder, die niedrigere Kursgebühren bezahlen.

Wie ist das breite Fortbildungsangebot des Bayerischen Hausärzteverbandes entstanden?

Dr. Engelmayr: Wir haben einfach den Bedarf erkannt. Hinzu kam, dass Hausärzte, die an der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) teilnehmen, sich neben ihren sonstigen Fortbildungsmaßnahmen zur regelmäßigen Teilnahme an hausarztspezifischen Fortbildungskursen verpflichten. Dem trägt das Konzept der „Strukturierten hausärztlichen Fortbildung und Kompetenzerhalten (ShFK)" mit seinen Thementagen Rechnung, eine curriculare Fortbildung, bei der alle wesentlichen Bereiche der hausärztlichen Tätigkeit in 5 Jahren aufgefrischt werden. Weitere Fortbildungsveranstaltungen kamen hinzu, auch für MFA. Inzwischen ist der Bayerische Hausärzteverband der Landesverband im Deutschen Hausärzteverband mit dem größten Fortbildungsangebot.

Warum sieht es ein ärztlicher Berufsverband wie der Bayerische Hausärzteverband als seine Pflicht, auch Fortbildungsangebote für MFA bereit zu stellen?

Dr. Engelmayr: Weil es in unserem Interesse ist, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben, die uns Hausärztinnen und Hausärzte effektiv entlasten können. Nur so kann angesichts der demographischen Entwicklung und des Hausärztemangels eine gute Versorgung der Patienten weiterhin gewährleisten werden. 

Medizinische Fachangestellte (MFA) müssen dazu immer auf dem neuesten Stand sein. Deshalb hat der Bayerische Hausärzteverband als einer der ersten gezielte Schulungen auch für MFA angeboten.

Außerdem stellt die große Bandbreite in der Allgemeinmedizin mit Patienten jeden Alters nicht nur Ärzte, sondern auch das Praxispersonal vor eine besondere Herausforderung. Eine gute und fortlaufende Qualifizierung unterstützt die MFA in der Hausarztpraxis dabei, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Last but not least sind wir darauf angewiesen, dass der Beruf der MFA für den Nachwuchs interessant ist. Qualifizierungsangebote wie die VERAH bieten berufliche Perspektiven.

Die Fortbildung zur VERAH wird aber nicht vom Bayerischen Hausärzteverband angeboten?

Dr. Engelmayr: Nein, das übernimmt das Institut für hausärztliche Fortbildung, das IhF.

Sie wurden erst kürzlich für die Amtszeit 2018 bis 2021 neben Anke Richter und Dr. Hans-Michael Mühlenfeld als Vorstandsmitglied des IhF wieder benannt. Wo sehen Sie Aufgaben der kommenden Jahre?

Dr. Engelmayr: Wir werden weiterhin vom IhF aus auf Bundesebene Fortbildungsangebote für Hausärztinnen und Hausärzte wie MFA entwickeln, Hausärztetage für kleinere Landesverbände organisieren und die Fortbildung VERAH weiterentwickeln. Hier gab es ja kürzlich neue Unterstützungsangebote wie die VERAH-APP und das VERAH-Buch, an dem ich mitgearbeitete habe.

Stehen auch Neuerungen beim Fortbildungsangebot des Bayerischen Hausärzteverbandes an?

Dr. Engelmayr: Ja, wir wollen die Thementage nach über zehn Jahren einer Verjüngungskur unterziehen. Wie haben festgestellt, dass drei Themenblöcke wie bisher mit je 2,5 stunden nicht mehr zeitgemäß sind. Schließlich sind die Teilnehmer in der Regel erfahrene Ärztinnen und Ärzte, da muss ich bei einem Thema nicht bei Null anfangen. Wir wollen die Themenblöcke straffen und modernisieren, auch optisch besser aufbereiten. Das Ganze soll mehr in Richtung eines Updates oder Refreshers gehen. Aber da sind wir noch mitten in der Planung.

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