Kompetenzzentrum Weiterbildung Bayern gegründet: Nahtlos vom Studium in die Weiterbildung Allgemeinmedizin

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Große Initiative für den Nachwuchs: Gemeinsam haben die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK), der Bayerische Hausärzteverband, die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) sowie die allgemeinmedizinischen Institute an der FAU Erlangen-Nürnberg, der TU München und der LMU München im Oktober das Kompetenzzentrum Weiterbildung Bayern gegründet. Die Leitung hat Dr. Marco Roos vom Allgemeinmedizinisches Institut des Universitätsklinikums Erlangen übernommen. Im Interview erläutert er die Aufgaben des neuen Kompetenzzentrums.

Herr Dr. Roos, was macht das Kompetenzzentrum Weiterbildung Bayern?

Dr. Roos: Mit der Gründung haben wir in Bayern als eines der ersten Bundesländer eine gesetzliche Vorgabe umgesetzt. Kernaufgabe des Kompetenzzentrums Weiterbildung Bayern ist es, die allgemeinmedizinische Weiterbildung inhaltlich durch ein begleitendes Seminarprogramm, ein Mentoringangebot und ein Train-the-Trainer Seminar für Weiterbilder zu ergänzen. Zusätzlich wollen wir die nahtlose Anbindung zwischen Studium und allgemeinmedizinischer Weiterbildung erleichtern und fördern. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, die Ärzte in Weiterbildung optimal auf die ambulante Tätigkeit und die Niederlassung vorbereiten.

Was unterscheidet das Kompetenzzentrum von der bereits bestehenden Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin, die vom Bayerischen Bayerischen Hausärzteverband, der KVB und der BLÄK getragen wird?

Dr. Roos: In Bayern haben wir sehr früh erkannt, wie wichtig es ist, jungen Medizinern eine strukturierte Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin anzubieten. Dr. Dagmar Schneider, die die Kosta seit ihrer Gründung im Sommer 2011 leitet, hat hier Gott sei Dank weit über das eigentliche Betätigungsfeld der Kosta hinaus eine enorme Aufbauarbeit geleistet. Mit den SemiWAM hat die Kosta bereits seit 2014 ein Seminarprogramm etabliert auf das wir aufbauen können. Nicht umsonst gehört die Kosta zu den Trägern des Kompetenzzentrums.

Als Kompetenzzentrum liegt unser Fokus darauf, die inhaltlichen Qualität der Weiterbildung zu verbessern, die Kosta wir sich auch weiterhin auf die strukturellen Herausforderungen von beispielsweise Weiterbildungsverbünden konzentrieren. Wir ergänzen uns sehr gut und arbeiten partnerschaftlich zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in Bayern.

Wie sieht das Angebot des Kompetenzzentrums aus?

Dr. Roos: Wie bereits erwähnt, haben wir drei erste Aufgabenfelder. Wir wollen die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin mit Seminaren inhaltlich ergänzen. Unser erstes Ziel ist es, jedem Teilnehmer mindestens vier ganztägige Seminare pro Jahr zu praxisrelevanten Themen anzubieten. Diese finden bereits in München, Nürnberg und Würzburg statt. Ab 2018 soll das Angebot auch auf weitere Standorte wie beispielsweise Regensburg ausgeweitet werden.

Zusätzlich wird ein Mentoringprogramm entwickelt. Jedem jungen Kollegen in Weiterbildung soll künftig ein erfahrener hausärztlicher Kollege zur Seite gestellt werden, der bei Fragen zur Weiterbildung mit Erfahrung und Rat zur Seite stehen wird. Das Kompetenzzentrum bietet zudem Train-the-Trainer-Seminare für weiterbildungsbefugte Ärzte an, um diese in ihrer Rolle als Weiterbildende zu stärken und so die Qualität der Weiterbildung in der Praxis zu optimieren.

Was kosten diese Seminare?

Dr. Roos: Die Teilnahme an Angeboten des Kompetenzzentrums sind für junge Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung kostenlos. Auch für die weiterbildungsbefugten Ärzte möchten wir die Inhalte kostenlos halten.

Das Kompetenzzentrum Weiterbildung Bayern wird von mehreren Organisationen getragen. Wer macht was?

Dr. Roos: Die Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums befindet sich am Allgemeinmedizinischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen. Wir kümmern uns auch um die Train-the-Trainer-Programme. Die Kosta strukturiert, wie bisher auch, das weiterbildungsbegleitende Seminarprogramm - SemiWAM, die Kollegen von der LMU verantworten das Mentoringprogramm und die TU wird ein Evaluationskonzept erarbeiten, schließlich wollen wir ja wissen, ob die Maßnahmen auch den gewünschten Effekt bringen.

Wie viele Ärzte befinden sich derzeit in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin?

Dr. Roos: Eine genaue Anzahl lässt sich leider nicht benennen, da wir in Deutschland kein Meldesystem für die ärztliche Weiterbildung besitzen. Wir können allerdings anhand des Förderprogramms der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zumindest diejenigen erfassen, die daraus eine finanzielle Unterstützung erhalten. Im Jahr 2015 waren das knapp 5000 Vollzeitäquivalente im gesamten Bundesgebiet, davon befinden sich etwa zwei Drittel in der ambulanten und ein Drittel in der stationären Weiterbildung. Das Gros der angehenden Hausärzte wird übrigens in Bayern ausgebildet – mit über 1700 geförderten Ärzten in Weiterbildung.

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