Diagnose Diaspora - Die ländliche Gesundheitsversorgung im Diskurs: „Gerade bei den Hausärzten ist es Fünf vor Zwölf“

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Unter dem Motto „Diagnose Diaspora“ diskutierten im Stammhaus des Wort & Bild Verlags in Baierbrunn bei München Vertreter aus Politik, Gesundheit und Wissenschaft beim 2. Bayerischen GesundheitsGespräch über die ländliche Versorgung. Auf dem Podium saßen Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Thomas Benkert als Präsident der Bayerischen Apothekerkammer sowie Prof. Dr. Jochen Gensichen vom Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der LMU München. Gastgeber waren neben dem Wort & Bild Verlag die AOK Bayern und die Journalistenschule München.

In seinem Statement unterstrich Dr. Geis, wie wichtig es ist, eine flächendeckende medizinische Versorgung insbesondere auf dem Land nachhaltig sicherzustellen. Dr. Geis: „Gerade bei den Hausärzten ist es Fünf vor Zwölf. Jeder dritte Hausarzt in Bayern ist über 60 Jahre alt und wird bald in den Ruhestand gehen. Bereits jetzt schließt allein im Freistaat jede Woche eine Hausarztpraxis für immer, weil sich kein Nachfolger findet.“

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Dr. Geis forderte deshalb ein ganze Bündel an Gegenmaßnahmen, wie die Weiterentwicklung der hausarztzentrierten Versorgung zu einem freiwilligen Primärarztsystem, die stärkere Einbindung der Allgemeinmedizin im Medizinstudium sowie die konsequente und zügige Umsetzung der Bereitschaftsdienstreform.

Prof. Dr. Gensichen sprach sich dafür aus, dass Studenten früh praktische Erfahrungen auf dem Land sammeln sollen, um so die späteren Ärzte dazu zu bewegen, sich auch außerhalb der Metropolen niederzulassen.
Emmi Zeulner nannte drei Hauptforderungen, um die medizinische Versorgung in Stadt und Land nachhaltig sicherzustellen: „Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze, mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin an den Universitäten und mehr Lehrkrankenhäuser gerade auf dem Land.“ Vor ähnlichen Problemen wie die Hausärzte stehen auch die Apotheker. So berichtete Thomas Benkert, dass allein in Bayern in den vergangenen sieben Jahren über 200 Apotheken dicht machen mussten, insbesondere weil die Konkurrenz durch den Onlinehandel immer stärker werde. Der Präsident der Bayerischen Apothekerkammer sprach sich deshalb klar gegen den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten aus.

Das dritte Bayerische GesundheitsGespräch findet am 16. Oktober 2018 wieder im Wort & Bild Verlag in Baierbrunn statt. Das Thema lautet: „Wenn die Pflege am Stock geht – Die Politik zur Altersversorgung im Diskurs.“

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