PJ-Tertial in der Hausarztpraxis: was dafür spricht

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Was spricht dafür, das Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) in einer Hausarztpraxis zu verbringen? Prof. Jörg Schelling vom Institut für Allgemeinmedizin der Ludwig-Maximilian-Universität in München (LMU) nannte am Nachwuchstag des Bayerischen Hausärzteverbandes gleich 10 gute Gründe, die wir für all diejenigen, die nicht dabei sein konnten, fortlaufend vorstellen wollen.

 

 

Grund 10: Hausbesuche

Die im hausärztlichen Bereich typischen Hausbesuche sind eine ganz besondere Erfahrung. Dabei kann man die erlebte Anamnese erlenen und dabei das private Umfeld der Patienten mit einbeziehen.

Das verleiht der ärztlichen Tätigkeit eine besondere Authentizität.

Grund 9: Spezifika der Allgemeinmedizin

Die Herangehensweise in der Allgemeinmedizin unterscheidet sich von der anderer Fachrichtungen, da es der Hausarzt mit so genanntem unausgelesenen Patientengut zu tun hat. Nicht immer ist eine bestimmte Therapie indiziert.

Der PJ-Studierende lernt, wann abwartendes Offenhalten angezeigt ist und wann es gilt, einen gefährlichen Verlauf abzuwenden.

Grund 8: Arbeit im Team mit flachen Hierarchien

Wer sich für ein PJ-Tertial in der Hausarztpraxis entschließt, hat Gelegenheit, die ärztliche Tätigkeit in einem überschaubares Team mit flachen Hierarchien kennenzulernen, in dem ärztliche und nicht-ärztliche Teammitglieder die anfallenden Arbeiten gemeinschaftlich schultern.

Hier wird echte Teamarbeit gelebt – von Anfang an.

Grund 7: Komplettsicht des Behandlungsverlaufs

Was passiert nach der Entlassung aus der Klinik mit den Patienten, die man in den Tertialen Innere und Chirurgie gesehen hat? Wie ergeht es den Patienten beispielsweise zwischen den Chemo-Gaben? Wie sieht ihr Gesundheitsverhalten im Alltag aus?

Ein PJ-Tertial in der Hausarztpraxis erlaubt einen Blick auf den gesamten Krankheitsverlauf, denn dorthin kehren die Patienten immer wieder zurück. Und die Besonderheit einer langjährigen Hausarzt-Patienten-Beziehung kennenzulernen, ist ebenfalls eine beeindruckende Erfahrung.

Grund 6: Rationale (Labor)Diagnostik lernen

In der Klinik wird eher das breite Kreuz auf den Laborzettel gemacht. Der niedergelassene Hausarzt muss dagegen gut abwägen, was notwendig ist und was verzichtbar.

Das gilt grundsätzlich für viele diagnostische Verfahren. Studierende haben dadurch in der Hausarztpraxis Gelegenheit, besseres Fokussierren auf das wirklich Notwendige zu lernen.

Grund 5: Selbstständiges Arbeiten entsprechend der eigenen Lernkurve

In der Hausarztpraxis sind Studierende zusätzlich zum Praxispersonal da und anders als in vielen anderen medizinischen Einrichtungen nicht als Arbeitskraft einkalkuliert. Der fehlende Arbeitsdruck ermöglicht es den Studierenden, sich ganz individuell zum selbständigen Arbeiten vorzutasten.

Grund 4: Breites Spektrum mit Schwerpunkt auf dem Häufigen

In der Hausarztpraxis begegnet der PJ-Studierende Patienten jeden Lebensalters und ist mit einem sehr breiten Spektrum an Beschwerden konfrontiert. Wie man mit einem ungefilterten Patientenzustrom am besten umgeht, lernt man deshalb nirgends besser als in der Hausarztpraxis.

Bewährte hausärztliche Vorgehensweise ist, sich vom Wahrscheinlichsten zum weniger Wahrscheinlichen vorzuarbeiten. Diese Stufendiagnostik ist ökonomisch und spart Zeit und Ressourcen.

Grund 3: Individuelle Wahrnehmung

Anders als an der Universität und in der Klinik ist man als PJ-Studierender in der Hausarztpraxis nicht einer von vielen. Durch die enge Betreuung findet eine persönlichere Wahrnehmung und Wertschätzung statt – auch und gerade seitens der Patienten.

Grund 2: Erlernen von Praxis- & Selbstorganisation

Am Modell des niedergelassenen Hausarztes werden Fähigkeiten vermittelt, die im Studium nicht behandelt werden. Dazu gehören organisatorische Fähigkeiten wie Zeiteinteilung und Aufgabenverteilung, aber auch die Abrechnung erbrachter Leistungen und die unterschiedlichen Abrechnungsarten (EBM, GOÄ, Selektivverträge wie Hausarztzentrierte Versorgung). Man hat die Möglichkeit, Formen der Niederlassung, Rahmenbedingungen und unternehmerische Aspekte ambulanter ärztlicher Tätigkeit kennenzulernen. Das ist für die Berufspraxis im ambulanten wie stationären Bereich von hoher Relevanz.

Grund 1: Hausarztpraxen punkten mit Eins-zu-eins-Betreuung

In einer Hausarztpraxis ist immer nur ein PJ-Studierender gleichzeitig tätig. Das hat den großen Vorteil, dass sich der betreuende Arzt voll und ganz auf diesen konzentrieren kann. Diese Eins-zu-eins-Betreuung bietet auch Raum für Fragen und ist damit auch eine sehr gute Vorbereitung auf das dritte Staatsexamen.

 

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