Unsere Ziele

Der Bayerische Hausärzteverband e.V. (BHÄV) ist ein Zusammenschluss hausärztlich tätiger Ärztinnen und Ärzte in Bayern und der größte der insgesamt 17 Landesverbände des deutschen Hausärzteverbandes.

Wir setzen uns ein:

  • für eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige hausärztliche Versorgung auch in der Zukunft
  • für eine hausarztgerechte Fortbildung auf dem aktuellen Stand des medizinischen Fortschritts
  • für den Erhalt der Freiberuflichkeit der Hausärzte auch in der Zukunft
  • für angemessene und verbesserte Arbeitsbedingungen
  • für die Förderung des hausärztlichen Nachwuchses

Schenken Sie uns Ihr Vertrauen und unterstützen Sie mit Ihrer Mitgliedschaft den Bayerischen Hausärzteverband für die Umsetzung seiner Ziele.

 

 

Politische Leitsätze des Bayerischen Hausärzteverbandes

Stand: 28.06.2013

1. Erhalt des solidarischen Gesundheitswesens

Der Bayerische Hausärzteverband tritt für die Erhaltung unseres solidarischen
Gesundheitswesens ein, in dem jede Bürgerin und jeder Bürger alle diagnostischen
und therapeutischen Leistungen erhält, die für seine Gesunderhaltung, seine
Wiedergenesung oder für die Linderung seiner Leiden erforderlich sind.

Der Bayerische Hausärzteverband fordert die Schaffung und Sicherung von Strukturen
im Gesundheitswesen, in denen auch in Zukunft das persönliche vertrauensvolle
Arzt-Patienten-Verhältnis zwischen Hausärztin und Hausarzt auf der einen
und Patientin und Patient auf der anderen Seite erhalten und ausgebaut werden
kann.

2. Keine Priorisierung in der hausärztlichen Versorgung

Die in der gesundheitspolitischen Diskussion immer wieder vorgetragene Forderung
nach einer Priorisierung von medizinischen Leistungen hat in der hausärztlichen
Versorgung keinen Platz. Eine Priorisierung kann darüber hinaus ein Werkzeug
der Leistungsselektion werden und ist dann mit dem Solidarprinzip unseres
Gesundheitswesens unvereinbar. Damit die Priorisierung nicht zum Werkzeug einer
Rationalisierungspolitik wird, fordert der Bayerische Hausärzteverband eine
strukturierte Leistungserbringung nach einem Stufenprinzip der Diagnostik und
Therapie.

3. Keine Einschränkung unserer Sozialsysteme durch Senkung der Lohnnebenkosten

Die Absenkung der sogenannten Lohnnebenkosten darf nicht zu einer Einschränkung
der Gesundheitsfürsorge und der Arbeitslosen- und Rentenabsicherung führen.
Der Bayerische Hausärzteverband regt an, mehr Transparenz über den Anteil
der steuerfinanzierten Zuschüsse zur Gesetzlichen Krankenversicherung zu schaffen
und die Beitragsarten, die zur Finanzierung der Gesundheitsfürsorge herangezogen
werden, deutlich zu erweitern und nicht nur auf das Arbeitseinkommen zu
beschränken.

4. Kein Ausverkauf des Gesundheitswesens

Dem bereits begonnenen Ausverkauf unseres solidarischen Gesundheitssystems
an Kapitalgesellschaften tritt der Bayerische Hausärzteverband entschieden entgegen.
Der Bayerische Hausärzteverband sieht es als seine Pflicht an, die Bevölkerung
über die Folgen dieser Privatisierung des Gesundheitswesens und der damit
verbundenen Entsolidarisierung unseres Gesundheitssystems aufzuklären.

5. Umfassende Information der Bevölkerung durch die Politik

Der Bayerische Hausärzteverband hält es für unabdingbare Pflichten des Staates
bzw. der jeweiligen Bundes- und Landesregierung, die Bürgerinnen und Bürger
Deutschlands und Bayerns sowohl über alle geplanten Gesetzesänderungen, die
unser Gesundheitswesen betreffen, als auch über deren Folgen umfassend aufzuklären.
Es kann keineswegs mehr einer kleinen Zahl von Abgeordneten vorbehalten
bleiben, entscheidende Änderungen in schleichenden Prozessen unbemerkt
von der Öffentlichkeit in unser Gesundheitssystem einzuführen und damit eine
tragende Säule unseres Sozialstaates zu gefährden.

6. Vertragshoheit für Hausärzte – Keine Einsparungen zu Lasten der Patienten

Zentrale und langjährigen Forderung des Bayerischen Hausärzteverbandes ist der
Erhalt und Ausbau unserer eigenständigen hausärztlichen Vertrags- und Tarifautonomie
durch die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV). Wir fordern nachdrücklich
die Abschaffung der Refinanzierungsklausel im Absatz 5a des § 73 b SGB V, die
gesetzliche Pflicht der Krankenkassen zum Abschluss von HzV-Verträgen und die
Weiterentwicklung der HzV hin zu einer Hausärztlichen Primärversorgung. Nur
eine qualifizierte hausärztliche Primärversorgung wird den Erfordernissen einer
adäquaten qualitativ hochstehenden und flächendeckenden medizinische Behandlung
einer immer älter und polymorbider werdenden Bevölkerung nachhaltig gerecht.

7. Barrierefreier Zugang zur hausärztlichen Versorgung

Der Bayerische Hausärzteverband fordert einen freien Zugang für alle Patientinnen
und Patienten zur hausärztlichen Versorgung. Dabei muss sichergestellt sein,
dass die Morbiditätslast und eine zunehmende Nachfrage nach (Haus)ärztlichen
Leistungen in der vollen Verantwortung der Krankenkassen und der Gesellschaft
liegen.

8. Förderung des Ausbaus der Geriatrie und Allgemeinen Palliativmedizin im
Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung / Hausärztlichen Primärversorgung

Der Bayerische Hausärzteverband hält eine nachhaltige Förderung der Geriatrie
und Palliativmedizin im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung bzw. der
Hausärztlichen Primärversorgung angesichts der demographischen Entwicklung
für unerlässlich.

Die Förderung der Geriatrie und Allgemeinen Palliativmedizin muss unabhängig
von der Notwendigkeit erfolgen, weitere Zusatzqualifikationen außerhalb der regulären
hausärztlichen Fortbildung erwerben zu müssen, da diese beiden Tätigkeitsbereiche
bereits Teil der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin
sind.

9. Förderung der Allgemeinmedizin

Die hausärztliche Versorgung wird auf Grund der demographischen Entwicklung
der Bevölkerung und der gleichzeitig knapper werdenden finanziellen Ressourcen
zu einer noch unverzichtbareren ärztlichen Versorgungsebene. Deshalb ist die
hausärztliche Versorgung insbesondere nach den Jahren ihrer desolaten Entwicklung
durch die verfehlte Honorarpolitik der Gesetzlichen Krankenkassen, des Gemeinsamen
Bewertungsausschusses, und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
(KBV) vom Staat nach Kräften zu fördern. Zu dieser Förderung gehört vorrangig
auch die Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an allen medizinischen
Fakultäten. Die Einrichtung dieser Lehrstühle ist nach Meinung des Bayerischen
Hausärzteverbandes nicht dem Vorbehalt der Universitäten zu überlassen, sondern
obliegt dem Staat wegen dessen Verpflichtung für die Gesundheitsfürsorge
gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

Des Weiteren gilt es, ein Pflichtquartal Allgemeinmedizin verbindlich in die Ausbildung
junger Mediziner oder alternativ die Wahlmöglichkeit zweier Pflichttertiale
in den Gebieten Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin zu integrieren.

Solange ein Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten besteht, wird die Bayerische
Staatsregierung aufgeforderten jeweiligen PJ-Abschnitt der Studierenden mit
mindestens 500,00 EUR zu fördern.

Der Numerus Clausus als Zugangskriterium zum Studium der Humanmedizin ist
abzuschaffen.

10. Finanzierung der Weiterbildung durch Krankenkassen

Der Gesetzgeber wird aufgefordert, die Finanzierung der Weiterbildung zum Facharzt
für Allgemeinmedizin als Aufgabe der Krankenkassen zu regeln, genauso wie
es bei der Weiterbildung aller anderen Facharztdisziplinen durch die Klinikbetreiber
und somit durch Kassen erfolgt. Es kann nicht sein, dass die niedergelassenen
Ärzte im Umlageverfahren mit ihren Honoraren die Weiterbildung zum Facharzt
für Allgemeinmedizin finanzieren.

11. Niederlassungsverbesserung durch rein hausärztliche Versorgungszentren

Der Bayerische Hausärzteverbandes fordert gesetzliche Regelungen, wonach die
die Gründung eines MVZ auch allein durch die Fachgruppe der Hausärzte ermöglicht
wird.

Der medizinischen Versorgungslandschaft steht ein großer Wandel bevor. Der sich
aktuell schon darstellende Hausärztemangel kann demzufolge durch die vorhandenen
Strukturen nicht aufgefangen werden. Vielmehr muss zusätzlich die Möglichkeit
geschaffen werden, durch den Zusammenschluss mehrerer Hausärzte in
einem MVZ moderne Arbeitsplatzangebote zu schaffen. Durch flexiblere Arbeits5
zeiten und Teilzeitmodelle werden attraktive Impulse für den Nachwuchs und so
die Vereinbarkeit von hausärztlicher Tätigkeit und Familie gefördert.

12. Förderungsmaßnahmen für Hausärzte in ländlichen Regionen

Der Bayerische Hausärzteverband fordert nachhaltige und langfristige Förderungsmaßnahmen
für Hausärzte in ländlichen Regionen, um unter allen Umständen
eine qualifizierte wohnortnahe hausärztliche Versorgung zu erhalten.

Dabei ist die Bedarfsplanung so zu fassen, dass grundsätzlich eine kleinräumige
Planung erfolgt. Umgehend ist die drohende Unterversorgung bei einer sich für
die nächsten drei Jahre abzeichnenden Versorgung von unter 90 % unter Berücksichtigung
der Altersstruktur festzulegen und damit die Definition der Versorgung
nicht der Willkür der Kassen zu überlassen.

Mobile Arztpraxen lehnt der Bayerische Hausärzteverband ebenso ab wie für die
Patientinnen und Patienten überaus belastende und gesundheitsgefährdende
Transporte mit Patientenbussen.

Auch in den Städten ist auf den Erhalt der hausärztlichen Versorgung der Bürgerinnen
und Bürger zu achten. Es bedarf einer genauen und umfassenden Analyse
der tatsächlichen Versorgungsstruktur, bevor in städtischen Regionen angebliche
Überkapazitäten im hausärztlichen Bereich abgebaut werden.

13. Rechtskonforme und nachvollziehbare Prüfvereinbarung

Die aktuelle Prüfvereinbarung beruht nachgewiesenermaßen auf ungerechten und
falschen Grundlagen. Von diesem Umstand haben sowohl Kassen als auch Aufsicht
Kenntnis. Dieser Zustand ist untragbar und sowohl für die Prüfärztinnen und Prüfärzte
als auch die betroffenen Kolleginnen und Kollegen unzumutbar. Eine neue
Prüfvereinbarung muss auf einer gerechten, nachvollziehbaren und plausiblen
Prüfsystematik basieren. Sollten die Krankenkassen sich der Vereinbarung einer
Prüfvereinbarung auf Basis einer neuen Systematik verweigern, sind die Aufsichten
der Kassen aufgefordert, im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht kurzfristig für die
betroffenen Ärztinnen und Ärzte tätig zu werden

Die politischen Leitsätze des Bayerischen Hausärzteverbandes als PDF

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