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"Allianz Demenz": Alzheimer aus der Tabuzone holen

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Eigentlich hatte man die „Allianz Demenz“ ins Leben gerufen, um Angebote für Patienten und deren Angehörige im mittelfränkischen Landkreis Roth zu schaffen, erzählt Günther Wittmann, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion plus im Landratsamt Roth. „Doch dann haben wir festgestellt, dass es diese Angebote bereits gibt, sie aber nicht angenommen werden, weil Demenz für viele immer noch ein Tabuthema ist. Das wollen wir mit dieser Veranstaltungsreihe ändern.“

Gemeinsam mit dem Pflegestützpunkt Landkreis Roth organisierte das Landratsamt in den vergangenen Monaten zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Demenz. Auf der Abschlussveranstaltung am Mittwoch in Roth zogen die Veranstalter und Mitstreiter Bilanz und unterstrichen dabei auch die besondere Rolle des Hausarztes.

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„Eine Demenz ist mehr als nur das Vergessen. Sie geht oft daher mit einer schleichenden Verhaltensänderung. Die Anamnese ist deshalb sehr wichtig, aber auch schwierig. Wir Hausärzte kennen den Patienten aber oft über Jahre. Und das hilft uns, das Puzzle richtig zusammenzusetzen, um die Patienten bestmöglich versorgen zu können“, erklärte Dr. Jürgen Büttner, Hausarzt aus Roth und Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes, auf der abschließenden Podiumsdiskussion. 

Dr. Büttner warb dabei auch dafür, offen über die Krankheit zu sprechen: „Eine Demenz ist keine selbstverschuldete Erkrankung, und sie ist auch nicht ansteckend. Für Alzheimer kann niemand etwas.“
Wie schwer der Alltag gerade für die Angehörigen ist, berichtete Christel Lidl, deren Ehemann an Alzheimer erkrankt ist: „Die fortschreitende Erkrankung zwingt mich Stück für Stück die eigene Aktivitäten zurückschrauben. Mehr als zwei Stunden kann ich nicht weggehen, und dies auch nur, weil ich gut vernetzt bin und viel Unterstützung bekomme. Mein Mann ist nicht mehr der, der er einmal war.“

„Ich habe großen Respekt und volle Hochachtung vor den Menschen, die Demenzkranke pflegen und begleiten“, lobte Ralph Edelhäußer, 1. Bürgermeister von Roth, stellvertretend für alle Podiumsteilnehme das große Engagement von Angehörigen und Hilfsorganisationen.

Roth 5 k M. BüttnerZum Vergrößern bitte klicken.

Wichtig sei es, da waren sich alle Vertreter auf dem Podium ebenfalls einig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Zum einen, um durch geeignete Therapien den Krankheitsverlauf abzubremsen, zum anderen um Vorbereitungen treffen zu können, zum Beispiel in Form einer Patientenverfügung. 

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine kleine Messe, auf der verschiedene Organisationen ihre Hilfsangebote präsentierten. Wie in der Hausarztpraxis mittels des geriatrischen Basisassessments und kognitiven Testverfahren fortgebildete MFA und VERAH/NäPa die Hausärztin oder den Hausarzt bei Diagnosesicherung und Verlaufskontrolle unterstützen, zeigten Ulrike Höring und Margit Büttner. Irene Oppelt, Fachtherapeutin für Hirnleistungsübungen, führte an ihrem Stand eine Reihe von Übungen vor, die als Gedächtnistraining in Kursform angeboten werden.

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