PJ-Erfahrungen in der Hausarztpraxis: „Für jedes Problem eine Lösung“

Felix JedeZum Vergrößern bitte klicken.

Felix Jede hat sein PJ-Tertial in Allgemeinmedizin bei der Hausärztin Dr. Ute Schaaf in Absberg absolviert und dabei das PJ-Förderprojekt der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband genutzt. Seine Erfahrungen in der Landarztpraxis im PJ und bei früheren Famulaturen und Praktika in Hausarztpraxen waren so überzeugend, dass er sich für eine Weiterbildung Allgemeinmedizin entschieden hat. „Die Arbeit hat mir durch das breite fachliche Spektrum, die Motivation der Ärztin und die freundlichen und dankbaren Patienten große Freude bereitet. Besonders beeindruckt hat mich, dass ein Hausarzt zu jedem Problem, mit dem ein Patient in die Praxis kommt, eine Lösung oder zumindest eine Strategie anbieten bzw. vorhalten muss, was eine außergewöhnlich hohe fachliche Kompetenz erfordert“, schreibt er in seinem Bericht:

1. Motivation für Bewerbung PJ-Tertial Allgemeinmedizin auf dem Land

Nachdem ich bereits mehrere Famulaturen in der Klinik absolviert hatte, wollte ich die ambulante medizinische Versorgung kennenlernen. Meine Frau kommt aus dem Dorf Markt Absberg, sodass es sich anbot, für eine zweiwöchige Famulatur bei der ansässigen Praxis anzufragen. Die Arbeit hat mir durch das breite fachliche Spektrum, die Motivation der Ärztin und die freundlichen und dankbaren Patienten große Freude bereitet. Nachdem Dr. Schaaf mir bereits ein PJ-Tertial in der Praxis vorgeschlagen hatte, nahm ich das Angebot nach Beseitigung von ein paar bürokratischen Hürden an.   

2. Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Bereits nach kurzer Einarbeitungszeit durfte ich selbstständig Patienten untersuchen und beraten, im gesamten so variantenreichen allgemeinmedizinischen Spektrum, von der Wundversorgung über die Impfberatung bis hin zu Sonografien. Auch habe ich teilweise selbstständig Routine-Hausbesuche machen können und bei Diensten mithelfen können, was mir besonders viel Freude bereitet hat. Besonders beeindruckt hat mich, dass ein Hausarzt zu jedem Problem, mit dem ein Patient in die Praxis kommt, eine Lösung oder zumindest eine Strategie anbieten bzw. vorhalten muss, was eine außergewöhnlich hohe fachliche Kompetenz erfordert.

3. Betreuung vor Ort

Durch die Eins-zu-eins-Betreuung habe ich fachlich enorm profitiert. Das hat das ambulante Tertial im Vergleich zur Klinik besonders positiv unterschieden; ich konnte jederzeit Fragen stellen und ich hatte ausreichend Zeit, um Dinge nachlesen zu können, da man nicht als wirkliche Arbeitskraft eingeplant war (keine Aufnahmen, Nadeln legen usw.). Auch hat mir der sehr kollegiale Umgang gefallen.

4. Unterkunft

Ich wohne nur 80 Meter entfernt von der Praxis, was natürlich sehr bequem war. Dennoch wird eine vollausgestattete Einliegerwohnung vorgehalten, die von anderen Famulanten und PJlern gern genutzt wird.

5. Land und Leute

Die Leute in einer Landarztpraxis haben eine ganz andere Erwartungshaltung, als in der Stadt oder in der Klinik. Sie sind geduldig, freundlich und dankbar. Auch ist der Brombachsee in direkter Umgebung ein Highlight, ich bin jeden morgen im See baden gegangen und habe auch sonst den hohen Freizeitwert genießen können.

6. Fazit

Das PJ hat den Ausschlag für die Entscheidung zum Beginn meiner Assistenzarztausbildung in der Allgemeinmedizin gegeben. Ich arbeite momentan auch in der Praxis – ich denke, das lässt darauf schließen, dass es mir sehr gut gefallen hat.