PJ in der Hausarztpraxis: "Kein Tag ist wie der andere"

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„Eigentlich wollte ich Polizistin werden, aber nach einem Pflegepraktikum war ich fasziniert von der Medizin“, erzählt Kathrin Ludwig aus Lauf an der Pegnitz. Heute studiert die 25Jährige an der FAU Erlangen-Nürnberg Medizin und absolviert im Rahmen ihres Studiums den zweiten Teil ihres PJs im MVZ Eckental des Universitätsklinikums Erlangen.

Ärztlicher Leiter ist Prof. Dr. Thomas Kühlein, Direktor des Allgemeinmedizinisches Instituts an der FAU.

„Im MVZ Eckental arbeiten vier Fachärzte und eine Ärztin in Weiterbildung im Team. Wir können so eine umfassende hausärztliche Betreuung auf höchstem Niveau anbieten und gleichzeitig Beruf und Familie unter einen Hut bekommen“, erklärt Dr. Marco Roos, Facharzt für Allgemeinmedizin und Lehrkoordinator des Allgemeinmedizinischen Instituts. Für Kathrin Ludwig ideale Bedingungen, um die Allgemeinmedizin in der Praxis zu erleben.

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Die Studentin: „Am Anfang des Studiums hätte ich mir nie vorstellen können, einmal in einer Hausarztpraxis tätig zu sein. Es hieß immer, dass man als Hausarzt oder Hausärztin rund um die Uhr arbeiten müsse, dabei wenig verdiene und die Arbeit auch nicht so anspruchsvoll sei. Geändert hat sich meine Einstellung, als ich im 5. Semester die Vorlesung von Prof. Dr. Kühlein über die Allgemeinmedizin gehört habe. Er hat uns gelehrt, den Menschen als Ganzes zu betrachten. Dass das wirklich spannend ist, erlebe ich jetzt täglich im Rahmen meines PJs. Kein Tag ist wie der andere. Das ist genau das, was ich machen möchte.“

Gefördert wird das PJ von der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband. Deren Kuratoriums-Vorsitzender ist Alt-Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein: „Wir wollen mit der PJ-Förderung junge Menschen für eine Karriere in der Allgemeinmedizin nachhaltig begeistern und Hindernisse abbauen, die gegen ein Wahl-Tertial in der Hausarztpraxis sprechen. Schließlich entsteht den Studierenden in der Regel ein Mehraufwand für Unterhalt und Lebensführung, gerade wenn sie sich für eine Landarztpraxis fernab der Universitätsstadt entscheiden. Gefördert werden aber nicht nur die Studierenden, sondern auch die Lehrpraxen, in denen sie ihr PJ-Tertial absolvieren.“

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Als Stipendium erhalten die Studierenden bis zu 2.400 Euro für das Tertial. Wie wichtig diese Unterstützung ist, bestätigt auch Kathrin Ludwig. „Neben meinem Studium habe ich immer sonntags als Bedienung gejobbt, jetzt kann ich mich um meine Doktorarbeit kümmern.“

Und auch für die Zeit nach dem Studium und der anschließenden Facharztausbildung hat die junge Frau schon feste Pläne. „Ich bin ein Landei und möchte mich gerne als Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis niederlassen. Nachdem ich den ersten Teil meines PJs in einem Krankenhaus in der Inneren Medizin absolviert habe, weiß ich, dass man Beruf und Familie weitaus besser in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis als in einem Krankenhaus in Einklang bringen kann.“

Informationen über die PJ-Förderungen finden Sie hier