PJ in der Hausarztpraxis: Lernen, „auf menschlicher Ebene mit den unterschiedlichsten Charakteren zu arbeiten“

"Ganz bewusst habe ich mich dazu entschieden, mein Wahltertial in der Allgemeinmedizin zu verbringen. Gerade mit der Perspektive, später vielleicht selbst diese Fachrichtung einzuschlagen, kann man auf diesem Weg sehr gut einen Einblick sowohl in fachliche als auch in persönliche Anforderungen gewinnen".

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Sebastian Gromes verbrachte sein PJ-Tertial in der Gemeinschaftspraxis von Dres. Christine und Andreas Zillmann und Dr. Michale Brandhofer in Aschau. Die Arbeit in der Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim versetzte den PJ-Studenten in die Zukunkt der eigenen Praxis: "Die zahlreichen kleinen umgebenden Ortschaften und die teils einzeln gelegenen Gehöften haben mir ein Gefühl vom Dasein als Landarzt vermittelt. Hier kommt es nicht allein darauf an, seinen Beruf während der Sprechzeiten und rein wissenschaftlich auszuüben, sondern es geht auch darum, dass man das, was man tut, gerne tut, auch wenn es mal nicht mit dem pünktlichen Feierabend klappt", berichtet Sebastian Gromes.

Eine wichtige Erfahrung war für ihn die enge Zusammenarbeit mit den Patientinnen und Patienten. Eine gute Arzt-Patienten-Beziehung ist entscheidend für das Wohlbefinden und somit auch ausschlaggebend für den Behandlungserfolg:  "Man muss einen Weg finden, auf menschlicher Ebene mit den unterschiedlichsten Charakteren zu arbeiten. Schließlich hilft die beste Therapie nichts, wenn es an der Compliance scheitert, weil der Herr Doktor sie in allzu belehrendem Ton verordnet hat". Hier liegt die Allgemeinmedizin klar im Vorteil, findet Gromes: "Auch was die Lehre betrifft, kann ich ein Tertial in einer (Allgemeinarzt-)Praxis nur wärmstens empfehlen. Hier hat man so lange wie nötig eine Eins-zu-Eins-Betreuung, die kein noch so gutes Krankenhaus den PJ-Studenten bieten kann".

Während dem PJ-Tertial hat Sebastian Gromes nicht nur gelernt auf was es in der Arzt-Patienten-Beziehung ankommt, für ihn war es auch die vielfältige und eigenständige Arbeit, die ihn von der Lehre in einer Allgemeinarztpraxis überzeugt hat: "'Ich konnte mich eigenständig um Patienten kümmern und je nach Vertrauen in die eigenen Fortschritte auch schwierigere Fälle bearbeiten - von der Anamnese über diagnostische Untersuchungsverfahren bis hin zur Ausarbeitung eines Behandlungsplans". Dabei konnte er sich immer auf die Unterstützung der efahrenen Ärztinnen und Ärzte im Ärztehaus-Aschau verlassen: "Man wird nie allein gelassen, sondern kann stets auf ein sehr nettes und geduldiges Team zurückgreifen".

Das Fazit fällt für Sebastian Gromes eindeutig aus:  "Alles in allem kann ich nur sagen, dass jeder, der sich vorstellen kann Allgemeinmediziner zu werden, sein Wahltertial in einer Praxis ableisten sollte. Ich für meinen Teil bin jedenfalls in meinem Entschluss für die spätere Auswahl der Fachrichtung bestärkt worden".