„Stiftung hat die Möglichkeit, einzelne Projekte, für die sich auch der Bayerische Hausärzteverband engagiert, stärker zu fördern“

Dr. BecksteinIm Interview nimmt der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Günter Beckstein Stellung zu Zielen und Projekten der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband, deren Kuratoriumsvorsitzender er ist, und erläutert, warum er sich ehrenamtlich für die Stiftung engagiert.

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Herr Dr. Beckstein, Sie sind Vorsitzender des Kuratoriums der gemeinnützigen Stiftung Bayerischer Hausärzteverband. Welches Ziel verfolgt die Stiftung?

Dr. Beckstein: Schon in meiner Zeit als Ministerpräsident habe ich den Bayerischen Hausärzteverband als kämpferischen, aber auch engagierten Berufsverband kennengelernt. Bemerkenswert ist, dass der Bayerische Hausärzteverband aber nicht nur den Finger in die Wunde legt, sondern auch Lösungsvorschläge erarbeitet und selbst Verantwortung übernimmt. Ende 2013 hat der Verband dann die gemeinnützige Stiftung Bayerischer Hausärzteverband gegründet. Es ist für mich eine Freude, dass ich gemeinsam mit Dierk Neugebauer von der Geschäftsleitung des Unternehmens Bristol-Myer Squibb Deutschland diese Anliegen ehrenamtlich unterstützen darf.

Welche Projekte fördert die Stiftung?

Dr. Beckstein: Mit dem ersten Pilotprojekt fördern wir die Ausbildung im Fach Allgemeinmedizin im Rahmen des Praktischen Jahres. Dabei können sowohl Studierende als auch HzV-Lehrpraxen eine Unterstützung beantragen. Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 80.000 Euro. Studierende, die ihr PJ-Tertial in der Allgemeinmedizin absolvieren, erhalten bis zu 2400 Euro, die HzV-Lehrpraxen bis zu 1600 Euro pro Tertial.

Sind noch weitere Projekte in der Planung?

Dr. Beckstein: Grundsätzlich ist der Satzungszweck der Stiftung die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens und der medizinischen Berufsbildung sowie des sozialen Engagements. Damit hat die Stiftung die Möglichkeit, einzelne Projekte, für die sich auch der Bayerische Hausärzteverband engagiert, stärker zu fördern, als es aus einer Verbandsstruktur heraus möglich ist. Wir freuen uns deshalb auch über jede Spende, die diese Arbeit unterstützt.

Wie ist die Resonanz?

Dr. Beckstein: Das öffentliche Bewusstsein für die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband ist noch am Wachsen. Was normal ist, da die Stiftung sehr sorgsam mit ihrem Kapital umgeht und nur wenig in das Marketing investiert. Wir haben aber bereits eine Reihe von interessanten Förderanträgen erhalten und die ersten Projekte werden bald starten. Aber wir freuen uns auch, wenn wir noch mehr Konzepte und Idee aus allen Regionen Bayerns bekommen, die wir dann gerne unterstützen. Schließlich ist es wichtig, dass wir uns alle gemeinsam für die Sicherstellung der hausarztzentrierten Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Land einzusetzen.