Tag der Stiftungen am 1. Oktober 2018: "Stiftung Bayerischer Hausärzteverband auf dem richtigen Weg"

Dr. Beckstein"Wenn ein junger Student nach seinem Hausarztpraktikum sicher ist, Hausarzt werden zu wollen, weiß ich, dass wir mit unserer Stiftung Bayerischer Hausärzteverband auf dem richtigen Weg sind." Anlässlich des Tags der Stiftungen am 1. Oktober 2018 beantwortet der ehemalige Bayerische Ministerpräsindet Dr. Günther Beckstein, der Vorsitzender im Kuratorium der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband ist, warum er sich für die Stiftung engagiert und was er sich für die Zukunft wünscht: 

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Was genau macht die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband?

Dr. Beckstein: Wir betreuen derzeit zwei Projekte zur Förderung des hausärztlichen Nachwuchses. Beide Projekte zielen darauf ab, die Medizinstudierende persönlich erfahren zu lassen, wie vielseitig und erfüllend der Hausarztberuf gerade auf dem Land ist. Vorurteile und falsche Vorstellungen über die Landarzttätigkeit wollen wir somit aus dem Weg räumen und junge Studierende für die Hausarztmedizin begeistern. Damit tragen wir dazu bei, die flächendeckende und wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft zu sichern. Zum einen unterstützen wir seit 2016 Studierende, die ein Tertial im Praktischen Jahr in einer Hausarztpraxis auf dem Land absolvieren möchten. Um eine gute und gesicherte Qualität für die Ausbildung der jungen Mediziner gewährleisten zu können, sind hierfür sog. Lehrpraxen, die in engem Austausch mit den Universitäten stehen, vorgesehen. Insgesamt steht für dieses Projekt eine Fördersumme von 80.000 EUR pro Jahr bereit. Einen Förderantrag stellen können alle Studierende, die ihr Wahl-Tertial in der Allgemeinmedizin absolvieren, sowie die dazu gehörigen Lehrpraxen, die Mitglied im Bayerischen Hausärzteverband sind und an den Hausarztverträgen des Bayerischen Hausärzteverbandes teilnehmen.
Unser zweites Projekt, bei dem wir mit der Techniker Krankenkasse Landesverband Bayern zusammenarbeiten, setzt etwas früher im Medizinstudium an. Um Medizinstudierenden die Famulatur in einer Landarztpraxis zu ermöglichen, erstatten wir die Unterbringungs- und Reisekosten bis zu einem Betrag von 500 Euro.

Warum wurde die Stiftung gegründet?

Dr. Beckstein: Die gemeinnützige Stiftung Bayerischer Hausärzteverband wurde Ende 2013 vom Bayerischen Hausärzteverband ins Leben gerufen. Ihre Satzungszwecke sind neben der Nachwuchsförderung im hausärztlichen Bereich auch die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens sowie sozialen Engagements. Dem Stiftungskuratorium und dem Bayerischen Hausärzteverband ist sehr wichtig, sich frühzeitig für den hausärztlichen Nachwuchs einzusetzen und damit eine patientenorientierte und patientennahe Medizin zu fördern. Angesichts einer immer älter und polymorbider werdenden Bevölkerung ist das ein wichtiges Anliegen, das eine breite Unterstützung verdient.

Vervollständigen Sie diese Sätze:

Ohne die Stiftung...

Dr. Beckstein: … könnten es sich viele Medizinstudierende nicht leisten, praktische Erfahrungen in Hausarztpraxen in ländlichen Regionen fernab der Universitätsstädte zu sammeln und sich für die spätere Hausarzttätigkeit inspirieren und motivieren zu lassen.

Für die Stiftung wünsche ich mir..

Dr. Beckstein: …,dass das öffentliche Bewusstsein für die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband und ihre Arbeit weiter wächst, um noch mehr Unterstützung zu erhalten, damit wir weitere Konzepte und Ideen für Projekte aus ganz Bayern umsetzen können.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

…lebenswerter, da sie Raum schaffen für persönliches und gemeinschaftliches Engagement für wichtige Zukunftsfragen, die sonst keine Mehrheit finden würden. Oft stoßen sie bedeutende Reformen in der Gesellschaft an.

Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Das war ein Treffen mit geförderten Medizinstudenten und deren Lehrärzten. Es war berührend zu erleben, mit welcher Begeisterung, die Studierenden von ihrer Zeit bei den Hausärzten und den Erlebnissen mit den Patienten berichteten. Ich habe oft gehört, dass sie ohne die Förderung nicht die finanziellen Mittel gehabt hätten, diese wichtigen Praxiserfahrungen zu sammeln. Wenn beispielsweise ein junger Student nach seinem Hausarztpraktikum sicher ist, Hausarzt werden zu wollen, weiß ich, dass wir mit unserer Stiftung Bayerischer Hausärzteverband auf dem richtigen Weg sind.

Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Alles ist nichts ohne Gesundheit. Es gilt deshalb, die flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger nachhaltig sicherzustellen. Dazu planen wir unsere Förderprojekte weiterzuführen, diese aktuellen Gegebenheiten anzupassen und vielleicht mit weiteren Partnern auszubauen.