Dr. Günther Beckstein: „Es ist wichtig, noch mehr Hausärzte für die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband zu gewinnen“

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Was hat Sie dazu bewogen, sich im Kuratorium der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband zu engagieren?

Dr. Beckstein: In meiner Zeit als Ministerpräsident war das Verhältnis mit den Hausärzten nicht immer ungetrübt, und es gab den einen oder anderen Konflikt. Aber mir war schon damals klar, dass das Anliegen der Hausärzte, Medizinstudierende für die hausärztliche Tätigkeit auf dem Land zu gewinnen, wichtig war und ist. Man musste sich nur die Alterststruktur der Ärzte anschauen und sich dann den Trend der jungen Mediziner, in die Ballungsräume zu gehen, vor Augen halten, um zu erkennen, dass etwas getan werden muss. Hinzu kommt, dass mir der Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes sehr sympathisch ist – da habe ich gerne zugesagt, als die Anfrage kam, sich im Kuratorium der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband zu engagieren.

Was waren Highlights Ihres Engagements für die Stiftung oder anders gefragt: Worauf sind Sie besonders stolz?

Dr. Beckstein: Aller Anfang ist schwer, und so war es auch mit der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband. Es geht ja erst einmal darum, die Strukturen zu schaffen, um etwas erreichen zu können. Ich finde, das ist uns mit unserem Projekt zur PJ-Förderung und einem weiteren Projekt mit der Techniker Krankenklasse zur Förderung von Famulaturen in Hausarztpraxen auf dem Land gut gelungen. Wenn man dann erlebt und hört, wie begeistert die angehenden Mediziner von ihrer Zeit in den Hausarztpraxen berichten und was sie alles erlebt haben – ich hatte die Gelegenheit, bei einer Feedback-Runde dabei zu sein – dann ist das sehr eindrucksvoll und zeigt, dass es durchaus Sinn macht, den Medizinstudierenden zu solchen Einblicken in die hausärztliche Tätigkeit auf dem Land zu verhelfen.

Wo sehen Sie weitere Potenziale der Stiftung für die Zukunft?

Dr. Beckstein: Es ist wichtig, noch mehr Hausärzte für die Stiftung und ihre Projekte zu gewinnen. Ich denke da natürlich an eine aktive Beteiligung an den Stiftungsprojekten oder an Spenden. Wichtig ist aber auch, dass mehr Hausärzte als bisher die Thematik der Nachwuchsförderung als ihre eigene erkennen. Mein Nachfolger im Kuratorium, Herr Dr. Dieter Geis, ist ja ein Urgestein des Bayerischen Hausärzteverbandes, und ich hoffe, dass er neue Ideen mitbringt, um mehr seiner Kollegen zum Mitmachen bei der Stiftung zu bewegen.

Gibt es ein neues Projekt, dem Sie sich nach den Ausscheiden aus dem Stiftungskuratorium widmen?

 Dr. Beckstein: Nein, es gibt kein neues Projekt. Ich bin jetzt 75 geworden, da wird es Zeit, die eigenen Aktivitäten zu reduzieren und auf Jüngere zu übertragen. Deshalb habe ich im vergangenen Jahr angeregt, einen Nachfolger für das Stiftungskuratorium zu suchen. Die Übergabe an Dr. Geis war gut vorbereitet, er war ja auch schon im Thema, sodass die Arbeit der Stiftung nahtlos weiterlaufen kann.

Sie bleiben aber der Stiftung weiterhin gewogen?.

Dr. Beckstein: Ja natürlich. Ich werde meine Kontakte weiterhin nutzen, um die Nachwuchsproblematik der Hausärzte und die Aktivitäten der Stiftung anzusprechen. In Bayern hat man die Thematik ohnehin schon erkannt und auch von Regierungsseite schon einiges in die Wege geleitet, um dem Ärztemangel gerade in ländlichen Regionen zu begegnen.