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KVB-Vertreterversammlung fordert Pflegebonus endlich auch für MFAs

Ein Schwerpunkt der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB-VV) am vergangenen Samstag (20.11.2021) lag auf der aktuellen pandemischen Lage. Die VV schloss sich der Forderung des Bayerischen Hausärzteverbandes an, den staatlichen Corona-Pflegebonus endlich auch den MFAs als Wertschätzung zukommen zu lassen.

 
Dr. Markus Beier
MFA sind in vielen Praxen am
Anschlag und haben einen Corona-
Bonus mehr als verdient.

Die Zahlen sind eindrucksvoll, die Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KBV), auf der Vertreterversammlung am Samstag in München vorgestellt hat: Seit dem Start der Impfkampagne vor acht Monaten haben Bayerns Praxen 7.532.717 Corona-Schutzimpfungen verabreicht – die meisten Patienten wurde dabei von Hausärztinnen und Hausärzten geimpft.

Beim von den Praxen verwendeten Impfstoff dominiert mit 85,4 Prozent der von BioNTech/Pfizer. Es folgen AstraZeneca mit 10,9 Prozent, Johnson & Johnson mit 3,5 Prozent und Moderna mit 0,2 Prozent. In Bayern sind derzeit 81 Impfzentren in Betrieb. Für 61 Impfzentren und deren mobile Teams hat die KVB das Dienstplanmanagement übernommen.

Klares Nein zu Impfungen in Apotheken

Angesichts dieser flächendeckenden Versorgung warnte Dr. Krombholz eindringlich vor Überlegungen in der Politik, die Impfkampagne auch auf den nicht-ärztlichen Bereich auszudehnen: „Impfen ist und bleibt eine absolute Kernkompetenz der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Wir sagen deshalb ein klares Nein zu Impfungen in Apotheken.“

Die Vertreterversammlung sprach sich dabei für die Einführung einer allgemeinen COVID-19-Impfpflicht aus und schloss sich der Forderung des Bayerischen Hausärzteverbandes an, den staatlichen Corona-Pflegebonus endlich auch den MFAs als Wertschätzung zukommen zu lassen.

Immer mehr Long-COVID-Fälle

Sorge bereitet dem KVB-Vorsitzenden nicht nur die dramatische Zunahme an akuten Corona-Fällen, sondern auch der Anstieg an Post-Covid-Erkrankungen. „Mit Fortschreiten der Coronavirus-Pandemie zeigt sich, dass immer mehr Erkrankte unter Spät- und Langzeitfolgen des Coronavirus leiden. Dabei sind mit 61,1 Prozent Frauen überproportional betroffen“, so Dr. Krombholz. Allein im ersten Halbjahr 2021 mussten in den bayerischen Praxen 67.000 Patienten mit dem Krankheitsbild Long-COVID behandelt werden. Unter dem Titel „Bayerisches Long Covid Netzwerk“ (LoCoN Bayern) beteiligt sich die KVB an der Förderinitiative des Freistaats Bayern und baut Strukturen auf, mit denen die Koordination der Behandlung von Post-Covid-Patienten verbessert werden soll.

Mit deutlichen Worten kritisierten Bayerns Ärztevertreter zwei Entscheidungen des Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn – die Rationierung des BioNTech/Pfizer-Impfstoff und die Einführung der Telematikinfrastruktur ohne Testphase (siehe auch Petition).

Nachwuchsmangel macht sich auch bei notärztlicher Versorgung bemerkbar

Weitere Themen, über die KVB-Vorstände Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp berichteten, waren unter anderem die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2022, das Eindringen privater Finanzinvestoren in die ambulante Gesundheitsversorgung durch die Gründung investorengetragener Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ), über die Auswirkungen der Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), die Gefährdung des Datenschutzes durch eine geplante europäische e-Evidence-Verordnung und die Versorgungssituation in den verschiedenen Regionen Bayerns. Als problematisch stellt sich hier unter anderem der notärztliche Bereich dar. Denn trotz einer inzwischen deutlich verbesserten Honorarsituation sind die Besetzungsquoten an den 229 bayerischen Notarztstandorten seit Jahren rückläufig. Im laufenden Jahr 2021 liegt diese bei knapp 96 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag die Besetzungsquote über alle Standorte hinweg noch bei über 98 Prozent. Hier mache sich, so der KVB-Vorstand, „der Nachwuchsmangel deutlich bemerkbar“.

 

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