"Gute Weiterbildung sichert unser Fach"

Dr. Jakob Berger
Prof. Dr. Marco Roos, Dr. Beate Reinhardt und Dr. Markus Beier stellten
sich den vielen Fragen der Interessierten zur Weiterbildung.

Drei Hausärzte und 40 Teilnehmende: Bei der Online-Veranstaltung zur Train-the-Trainer-Fortbildung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin Bayern (KWAB) konnten die Teilnehmenden erfahren, was bei der Weiterbildung jünger Ärztinnen und Ärzte zu beachten ist, wie sie sich beim KWAB dazu weiterbilden lassen können und was es mit der neuen Weiterbildungsordnung auf sich hat.

Das Format war interaktiv gestaltet; die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Gelegenheit, viele Fragen zu stellen.

"Nur wer selbst weiterbildet, hat die Nachfolge in der Hand"

Die Veranstaltung startete mit einer Begrüßung von Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes.

Er ermunterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu, sich als Lehrpraxis an der Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte zu beteiligen: „Sich über Nachwuchsmangel zu beklagen, ohne selbst weiterzubilden gilt nicht – nur wer auch selbst weiterbildet, hat die Nachfolge in der Hand.“

Dr. Beate Reinhardt, Vorstandsbeauftragte für Aus- und Weiterbildung beim Bayerischen Hausärzteverband und dort Leiterin der AG Nachwuchs, warb ebenfalls darum, Lehrpraxis zu werden. Sie erklärte mit Blick auf die Weiterbildung in ihrer Gemeinschaftspraxis in Effeltrich: „Wir sind über viele Jahre hinweg ausgebucht – wir genießen das, denn es macht viel Spaß.“

„Wir stehen Ihnen als Weiterbilder zur Seite“

Der KWAB-Leiter Prof. Dr. Marco Roos klärte darüber auf, welche Möglichkeiten das KWAB bietet. Mit den Train-the-Trainer-Seminaren würden Praxisinhaber für die Weiterbildung junger Ärzte fit gemacht. Es werde darauf geschaut, was junge Ärztinnen und Ärzte zum Lernen brauchen und wie das, was man bereits weiß, so umgesetzt werden kann, dass es auch schnell zur Routine für die jungen Ärzte wird.

„Gute Weiterbildung sichert unser Fach und kann dafür sorgen, dass Sie einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Ihre Praxis finden“, so Prof. Roos. Und: „Wir stehen Ihnen als Weiterbilder zur Seite – organisatorisch und mit vielen Tipps – dazu, was ein junger Arzt braucht.“ So gebe es etwa einen eineinhalbtägigen Basiskurs in Effeltrich am vom 8. bis 9. Juli. Zudem gebe es Fortgeschrittenenkurse, in denen beispielsweise Loyalitätskonflikte Thema sind. Ab dem kommenden Jahr solle es zudem ein Zertifikat für all diejenigen geben, die den Basiskurs besucht haben.

Ab August: Drei geltende Weiterbildungsordnungen

Ein großes Thema war die neue Weiterbildungsordnung, die ab 1. August gelten wird. Damit werde es nun drei gleichzeitig geltende Weiterbildungsordnungen geben. Viele Fragen aus dem Publikum kreisten um dieses Thema. Prof. Roos erklärte deshalb, dass für die jeweiligen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung entweder eine der beiden alten oder die neue Weiterbildungsordnung gelte. Diese Zwischenlösung sei im Sinne der Praxen gewesen.

Dr. Beate Reinhardt, Vorstandsbeauftragte für Aus- und Weiterbildung beim Bayerischen Hausärzteverband und Leiterin der AG Nachwuchs, sagte: „Die neue Weiterbildungsordnung ist kompetenzorientiert und hat andere Anforderungen an die Erteilung einer Befugnis. Ärztinnen und Ärzte, die schon im August nach der neuen Weiterbildungsordnung weiterbilden wollen, sollten dies frühzeitig bei der Bayerischen Landesärztekammer anmelden, da es noch kein Verfahren zum Antrag der neuen Befugnis gibt.“

Wolle jemand nach der Weiterbildungsordnung ab 1. August abschließen, dann sei Eile geboten, wie Prof. Roos ausführte. Dies formlos bei der Bayerischen Ärztekammer anzuzeigen genüge. Dann würden zumindest sechs Monate anerkannt, anschließend könne man den eigentlichen Antrag nachreichen. Mit der Ärztin/dem Arzt in Weiterbildung solle man dazu das Gespräch suchen.

Junge Ärztinnen und Ärzte gut betreuen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten aber auch ganz praktische Fragen dazu, wie sie dafür sorgen könnten, dass sich junge Ärztinnen und Ärzte wohlfühlen. „Ein Curriculum macht wenig Sinn“, erklärte Prof. Roos – denn dafür seien die Menschen einfach zu unterschiedlich. Es sei jedoch sinnvoll, gerade am Anfang die Betreuung engmaschig zu gestalten und regelmäßig Gespräche zu führen. Orientieren könne man sich aber an den „Meilensteinen“ und dem kompetenzbasierten Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).

Ärztinnen und Ärzten, die bereits eingearbeitet seien, könne man mit der Behandlung von Atemwegsinfekten oder Kreuzschmerzen vertraut machen. Es sei wichtig, die jungen Ärztinnen und Ärzte ihre Erfahrungen machen zu lassen und diese anschließend zu besprechen, so Prof. Roos. Am Ende einer Weiterbildung könne das Erlernen weiterer Kompetenzen wie Praxismanagement oder das Führen von Teamgesprächen interessant sein. „Es ist ganz unterschiedlich, wie lange die Einarbeitungszeit dauert“, berichtete Dr. Reinhardt. Bei den einen gehe es schneller, bei anderen etwas langsamer.

Das „Investment“ lohne sich in jedem Fall, wie Prof. Roos erläuterte: „Wenn man die Ärzte in Weiterbildung von Anfang an gut aufs Gleis setzt, dann gibt man ihnen damit einen Rahmen und sie entwickeln auch Vertrauen.“

Kommende Termine des KWAB:
• Einsteigerkurse am 29.06.22 und am 28.09.22 (online)
• Basiskurse am 08/09.07.22 und am 11./12.11.22 in Effeltrich (Präsenz)

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