KVB-Vertreterversammlung fordert Koordination und Kooperation

„Um die Versorgung in Stadt und Land auch in Zukunft sicherstellen zu können, brauchen wir ein Gesundheitssystem, das am medizinischen Bedarf ausgerichtet ist. Wir brauchen eine Steuerung der Patientinnen und Patienten“, so die Kernbotschaft von Dr. Wolfgang Ritter, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, auf der KVB-VV.

Dr. Ritter KVB-VV
Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes
Dr. Wolfgang Ritter (neben ihm seine Vorstands-
kollegin Dr. Beate Reinhardt) plädierte auf der
KVB-VV für mehr Patientensteuerung.

„Um die Versorgung in Stadt und Land auch in Zukunft sicherstellen zu können, brauchen wir ein Gesundheitssystem, das am medizinischen Bedarf ausgerichtet ist. Wir brauchen eine Steuerung der Patientinnen und Patienten“, so lautete die Kernbotschaft vonhat Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns am Mittwoch in München erklärtan seine Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsam mit Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen, hatte Ritter einen Antrag vorgelegt, der mit großer Mehrheit von Allgemein- und Fachärzten angenommen wurde. Demnach bekräftigt die Vertreterversammlung den Beschluss des Deutschen Ärztetages mit dem Titel „Koordinieren und Kooperieren in der ambulanten Versorgung - für ein bedarfsgerechtes und sektorenverbindendes Gesundheitssystem“ und fordert den KVB-Vorstand auf, sich bei Bundes- und Landesregierung für eine Umsetzung einzusetzen .

Anfang Mai hatten die Delegierten des 128. Deutschen Ärztetages in Mainz „klare Strukturen für die primäre Inanspruchnahme ärztlicher Versorgung“ gefordert. So heißt es in dem Beschluss: „Die Patientinnen und Patienten in Deutschland sollten für die primäre Inanspruchnahme ärztlicher Versorgung eine Arztpraxis verbindlich wählen. Dieser ,erste Anlaufpunkt‘ übernimmt für alle gesundheitlichen Anliegen die primärärztliche Versorgung sowie die Koordination einer notwendigen Weiterbehandlung bei Fachärztinnen und Fachärzten in allen Gebieten und in weiteren Versorgungsbereichen. Die primärärztliche Versorgung erfolgt durch eine Hausärztin/einen Hausarzt .“

Staatsministerin Judith Gerlach: GVSG geht in mehreren Punkten nicht weit genug

KVB-VV Judith Gerlach
Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventions-
ministerin Judith Gerlach bezog Stellung
zu den aktullen Gesetzesvorhaben des
Bundesgesundheitsministers.

Zu Beginn der Vertreterversammlung hat die seit November amtierende Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, die Grundzüge ihrer Politik erstmals gegenüber den Delegierten erläutert und dabei auch zu den aktuellen Gesetzesvorhaben des Bundesgesundheitsministeriums Stellung bezogen.

Zum sogenannten Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz sagte Gerlach: „Die Bundesregierung arbeitet endlich an einem größeren Aufschlag, die flächendeckende ärztliche Versorgung zu verbessern. Das begrüße ich ausdrücklich. Das dafür vorgesehene Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) hat zwar viele gute Ansätze wie beispielsweise die Entbudgetierung bei den Hausärzten oder mehr Niederlassungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, doch in mehreren Punkten geht es nicht weit genug. Deswegen hat Bayern im Rahmen der Bundesratsbehandlung mehrere Änderungsanträge in das laufende Gesetzgebungsverfahren eingebracht.“

Mit guter Digitalisierung „ein Lächeln ins Gesicht zaubern“

Dr. Holger Nyncke
Die VV-Vorsitzernde Dr. Petra Reis-Berkowicz (li.)
und der KVB-Vorstand (Dr. Claudia Ritter-Rupp,
2. v. li., Dr. Christian Pfeiffer und Dr. Peter
Heinz) mit Staatsministerin Judith Gerlach (Mitte).

So fordert die Ministerin beim Thema Entbürokratisierung, „eine gesetzliche Bagatellgrenze von mindestens 100 Euro bei den Abrechnungsprüfungen“ einzuführen.

Der Forderung eines Delegierten, bei der Digitalisierung eine Pause einzulegen, widersprach Gerlach dagegen. Deutschland sei gegenüber vielen anderen Ländern in der Digitalisierung weit hinterher und man könne sich keine Pause leisten, sondern müsse im Gegenteil alle Anstrengungen unternehmen, auch damit die Softwareprogramme endlich fehlerfreier laufen. Sie wolle, so versprach die ehemalige Digitalministerin, den Ärztinnen und Ärzten mit einer guten Digitalisierung „ein Lächeln ins Gesicht zaubern“.

 

 

Themen in HOME ÜBER UNS SERVICE AKTUELL HZV FORTBILDUNG NACHWUCHS STIFTUNG :

Login Mitgliederbereich:

Login Mitgliederbereich

Suche: