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Corona-Impfung: „Endlich was Positives in der Pandemie“

Dr. Kristina Ott ist eine vor drei Hausärzten der Hausarztpraxis Dr. Uta Keller/Dr. Kristina Ott/Florian Ott in Garmisch-Partenkirchen. Im Interview erklärt sie, warum die Teilnahme an der Corona-Impfkampagne für das gesamte Praxisteam selbstverständlich ist, wie die Zusatzbelastung in ihrer Praxis gestemmt wird und wie es in den Pfingstferien weitergeht.

 
Dr. Markus Beier
Dr. Kristina Ott

Gerade die Corona-Impfung ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Was hat Sie bewogen, trotzdem mitzumachen?

Dr. Kristina Ott: Es stimmt, die Corona-Impfung ist schon mit viel Aufwand verbunden. Trotzdem haben wir hier in unserer Praxis nicht eine Sekunde überlegt. Uns war klar, dass wir uns beteiligen. Schon allein deshalb, weil wir das Gefühl hatten: Das ist endlich was Positives in der Pandemie nach all den Einschränkungen, den vielen Tests und auch der Begleitung Sterbender. Außerdem sind wir überzeugt, dass wir als Hausärzte besser priorisieren können als ein Computer im Impfzentrum. Ich nenne mal ein Beispiel: Wenn man sich die Studien anschaut, führt Adipositas seltener zu schweren Verläufen bei einer COVID-19-Infektion, als dies bei anderen Vorerkrankungen der Fall ist, die ebenfalls ein Priorisierungsgrund sind. Als Hausärztin habe ich das im Hinterkopf und werde das entsprechend bei der Impfreihenfolge berücksichtigen. Das BAYIMCO ist in meinen Augen auch anfälliger für Impfdrängler, da wird schnell mal ein pflegebedürftiger Elternteil vorgeschoben. Bei uns in der Praxis beobachten wir sowas nicht.

Wie organisieren Sie die Impfungen in Ihrer Praxis – haben Sie einen Tipp für KollegInnen und Kollegen?

Dr. Kristina Ott: Anfangs dachten wir, dass wir das Impfen mit in die Sprechstunden integrieren können, aber dann war schnell klar, dass das nicht funktioniert. Es wären einfach zu viele Menschen in den Praxisräumen gewesen, sodass der nötige Abstand nicht mehr hätte eingehalten werden können. Wir haben jetzt den Mittwochnachmittag für Corona-Impfungen reserviert. Das bedeutet natürlich auch Überstunden für das Praxispersonal mit der Folge, dass die eine oder andere MFA dann am nächsten Vormittag nicht da ist, weil sie die Überstunden ausgleicht, aber so funktioniert das eigentlich ganz gut.

Sie haben einen Praxis-Flyer("Astra und ich - ein Gedankenspiel") entworfen, mit dem Sie an die Solidarität der über 60-Jährigen appellieren mit Blick auf den Impfstoff von AstraZeneca. Hat das Wirkung gezeigt?

Dr. Kristina Ott: Ich finde schon. Zumindest ist der Stapel Flyer im Wartezimmer alle paar Tage leer, und ich habe den Eindruck, dass vor allem jüngere Patienten die Flyer für ihre älteren Angehörigen mitnehmen. Ich wollte mit dieser Argumentation auf der emotionalen Schiene auch lediglich einen Gedankenanstoß geben. Als Ärztin argumentiere ich mit Fakten – zum Beispiel dem DEGAM-Flyer „Mit Astra starten oder warten?“, mit entsprechenden RKI-Tabellen oder dem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlicher-Instituts.

Die Pfingstferien stehen vor der Tür. Wird bei Ihnen in der Praxis trotzdem weiter geimpft?

Dr. Kristina Ott: Hätten wir unsere Praxis über die Pfingstferien geschlossen, dann komplett und ohne tageweise Öffnung zum Impfen. Die nächste Auszeit muss gerade nach den letzten Wochen und Monaten eine richtige sein – das sind wir schon unseren MFA schuldig, die derzeit an der Grenze zur Überlastung arbeiten. Aber wir werden gerade jetzt in dieser wichtigen Phase noch ein bisschen durchhalten: Unsere Praxis ist über die Pfingstferien geöffnet, also impfen wir an den Mittwochnachmittagen auch weiter wie gewohnt. Mehr noch: In den letzten beiden Mai-Wochen – darunter fällt ja auch die erste Ferienwoche – planen wir eine Sonder-Impfaktion mit dem Impfstoff von AstraZeneca gemeinsam mit dem Impfzentrum. Angedacht ist, dass das Impfzentrum eine nach Orten sortierte Liste der teilnehmenden Arztpraxen erhält und Impfwillige, die sich mit dem AstraZeneca-Impfstoff immunisieren lassen wollen, an die nächste Impfpraxis verweist. Es soll auch eine Hopp-on-Liste geben, um übrige Impfdosen zu verteilen. Hintergrund ist, dass wir in der zweiten Maihälfte aufgrund der angekündigten geringeren Liefermengen von mRNA-Impfstoff voraussichtlich nur Zweitimpfungen vornehmen können. Mit unserer Sonderaktion wollen wir einen Stillstand bei den Erstimpfungen vermeiden.

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