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Tag der Hausarztmedizin: Gesundheitsminister Klaus Holetschek auf Visite bei Dr. Markus Beier

Der Landtagsabgeordnete der CSU Bernhard Seidenath besuchte im Rahmen des Tages des Hausarztmedizin die Praxis von Dr. Abbushi in Deisenhofen bei Oberhaching, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.
Staatsminister Klaus Holetschek zu Besuch bei
dr. Markus Beier 

Im Rahmen des Tages der Hausarztmedizin hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am vergangenen Freitag (09.07.2021) die Gemeinschaftspraxis von Dr. Markus Beier, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, in Erlangen besucht. Holetschek informierte sich zunächst über die Fortschritte in der Corona-Impfkampagne. Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema war die Frage, wie auch in Zukunft in Stadt und Land die medizinische Versorgung über Hausärztinnen und Hausärzte sichergestellt werden kann.

"Die Arztpraxen sind eine zentrale Säule unserer Impfstrategie"

Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte: „Unsere Strategie, die Hausärztinnen und Hausärzte so früh wie möglich in die Impfstrategie einzubinden, war erfolgreich. Durch das hohe Engagement in den Arztpraxen hat die Impfgeschwindigkeit enorm zugenommen.“ Der Minister ergänzte: „Unsere Hausärztinnen und Hausärzte und ihre Teams leisten Herausragendes – dafür ein herzliches Dankeschön! Die Arztpraxen sind eine zentrale Säule unserer Impfstrategie. Sie haben ein enormes Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten, können aufklären, beraten und Sicherheit geben. Die Hausarztpraxen sind daher auch von zentraler Bedeutung, um möglichst viele Menschen zu impfen und so die Pandemie einzudämmen.“

„Die gute Nachricht ist, dass mittlerweile ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. So sind in Erlangen bereits über 75 Prozent der über 18-Jährigen doppelt geimpft“, erklärte Dr. Beier. Jetzt müsse der Schutz der Kinder und Jugendlichen in den Fokus genommen werden, waren sich Holetschek und Dr. Beier einig. „Es liegen mittlerweile viele internationale Daten vor. Die STIKO sollte deshalb ihre Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche überprüfen“, forderte Holetschek. Während zum Beispiel in den USA auch junge Patienten geimpft werden, empfiehlt die STIKO diesen Schutz nur bei Vorerkrankungen oder wenn im Haushalt vulnerable Personen leben, die nicht geimpft werden können.

Dr. Beier: „Wir sehen in unseren Praxen immer mehr Long-Covid-Fälle, nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch jungen Menschen. Auch wenn diese Patienten die Infektion überstanden haben, leiden sie oft noch monatelang unter den Folgen. Mittlerweile müsste jedem klar sein, dass eine Covid-Infektion keine harmlose Erkältungskrankheit ist, sondern mitunter schwere und schwerste Folge nach sich ziehen kann. Wir müssen jetzt impfen, impfen, impfen.“

Niederschwellige Impfangebote und Einzeldosisgebinde

Deshalb gelte es, für Nicht-Geimpfte niederschwellige Angebote zu machen, um die Impfquote weiter zu steigern. „Sinnvoll wäre es, wenn wir den Impfstoff auch als Einzeldosisgebinde bekommen können, um flexibel auch einzelne Patienten impfen zu können“, so Dr. Beier. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Patienten, die zunächst gezögert hatten, sich impfen zu lassen, spätere Impftermine dann doch wieder absagen. „Wir Hausärzte sind auch bereit, unkonventionelle Maßnahmen zu unterstützen und mit mobilen Impfteams zum Beispiel in Einkaufszentren, Sportvereinen oder Bildungseinrichtungen zu impfen. In den Alten- und Pflegeheimen machen wir dies ohnehin schon immer.“

Um die Impfbereitschaft weiter zu steigern, lehnen aber sowohl der Minister als auch der Hausärztevertreter finanzielle Bonusleistungen für Impfwillige ab. „Dann sind die, die sich frühzeitig geimpft haben, die Dummen“, sagte Dr. Beier und erklärte: „Die doppelte Impfung ist der beste Schutz, den wir haben. Es sollte also im Eigeninteresse der Patienten sein, sich und das direkte Umfeld vor einem schweren oder sogar tödlichen Verlauf einer Covid-19-Infektion zu schützen.“ Gleichzeitig forderte Dr. Beier, bereits jetzt Maßnahmen für eine mögliche vierte Welle zu treffen. „Wir werden wahrscheinlich dem Beispiel Israels folgen und ab Herbst oder Winter breite Bevölkerungsschichten mit einer dritten Impfung schützen. Dieses Mal darf es nicht wieder passieren, dass wir dafür zu wenig Impfstoff zur Verfügung haben."

HZV zentrales Thema für Bayerische Staatsregierung

Neben der aktuellen Pandemielage haben sich Klaus Holetschek und Dr. Markus Beier auch über andere wichtige Themen für die Hausärzte ausgetauscht. „Die hausarztzentrierte Versorgung inklusive die per Gesetz verankerten Hausarztverträge sind für die Bayerische Staatsregierung ein zentrales Thema. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft eine hochwertige hausärztliche Versorgung in allen Regionen Bayerns sicherzustellen“, stellte Holetschek klar.

Mit Sorge, so Dr. Beier, würden die Hausärztinnen und Hausärzte in Bayern aber feststellen, dass im ambulanten Bereich immer öfter renditegetriebene Kapitalunternehmen Arztsitze aufkaufen und in konzerneigene MVZs eingliedern. „Wir sehen das als große Gefahr – sowohl für die Ärztinnen und Ärzte als auch für die Patienten, über deren Therapie dann möglicherweise auch unter Renditegesichtspunkten entschieden wird. Die Freiberuflichkeit ist ein wesentlicher Garant dafür, dass Deutschland noch über ein sehr gutes Gesundheitssystem verfügt“, so Dr. Beier. MVZs müssten deshalb in ärztlicher Hand bleiben und dürften bestimmte Größen nicht überschreiten. Holetschek versicherte: „Die Bayerische Staatsregierung wird sich gegenüber dem Bundesgesetzgeber weiterhin für eine verbesserte Transparenz und Regulierung im Bereich der investorengetragenen MVZ einsetzen. Versorgungsschädliche Einflüsse durch ausschließlich renditeorientierte Investoren müssen verhindert werden.“

Freiberufliche Tätigkeit als Goldstandard

Dr. Beier: „Der Goldstandard für uns Hausärztinnen und Hausärzte ist die freiberufliche Tätigkeit in einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis. Hausarztzentren und größeren BAGs sind eine gute und sinnvolle Ergänzung, zumal hier, je nach Lebenssituation, Kollegen festangestellt oder in Teilzeit arbeiten können. MVZ dürfen aber nicht dazu missbraucht werden, um Finanzinvestoren eine maximale Rendite auf Kosten der Patienten und Ärzte zu ermöglichen.“

Rund um den Tag der Hausarztmedizin, der immer am 7. Mai stattfindet, besuchen Politiker Hausarztpraxen, um sich über aktuelle Lage zu informieren. Der Aktionstag ist auf Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes vom Deutschen Hausärzteverband ins Leben gerufen worden und findet seit 2015 statt.

 

 

 

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