Förderverein Ukalo kämpft für Erdbebenopfer in Nepal

Weber Keller GemeindevorsteherZum Vergrößern bitte klicken.

Am 25. April 2015 erschütterten ein Erdbeben der Stärke 7,8 und weitere Nachbeben Nepal, am 12. Mai forderte ein erneutes Erbebender Stärke 7,3 weitere Todesopfer und richtete noch mehr Chaos an. Weitere Beben folgten, und die Region ist weiterhin erdbebengefährdet.

Für Hausarzt Dr. med. Reiner Keller und seine Frau Dr. phil. Marianne Weber-Keller waren die Berichte über die Erdbeben mehr als nur Teil der täglichen Nachrichtenflut. Während zweier Trekkingreisen nach Nepal hatten die beiden Land und Leute ins Herz geschlossen und Freundschaften geknüpft. Sie wollten helfen, etwas tun. Dr. Marianne Weber-Keller nutzte ihre Kontakte und organisierte ein Benefizkonzert. Die stolze Summe von rund 25.000 Euro kam zusammen. Um ein Konto für die Spenden eröffnen zu können, war aus juristischen Gründen ein Verein als Träger notwendig. So gründete Dr. Marianne Weber-Keller mit weiteren engagierten Helfern am 11. Mai 2015 den Förderverein Ukalo (nepalesisch für aufwärts) für Wiederaufbau und Nachhaltige Hilfe für Nepal e.V. Und tatsächlich konnte der inzwischen als gemeinnützig anerkannte Verein bereits einige Projekte umsetzen, damit es in Nepal wieder aufwärts gehen kann.

Dr. Reiner Keller PatientenZum Vergrößern bitte klicken.

„Der Bedarf an Unterstützung ist groß“, sagt Dr. Weber-Keller, die Vorsitzende des Fördervereins Ukalo ist. Zu den schweren Erdbeben im vergangenen Jahr, die in Nepal laut Medienberichten mehr als 9000 Menschen das Leben gekostet und das Land verwüstet haben, komme die schwierige politische Situation, in der sich das Land befindet. „Der große Nachbar Indien, in dem hinduistische Ströme sehr stark sind, betrachtet die neue säkulare Verfassung Nepals als Affront und blockiert schon seit Wochen die Grenzen – mit dramatischen wirtschaftlichen Folgen“, berichtet Dr. Weber-Keller. Denn von Indien bezieht Nepal Treibstoff und viele andere lebenswichtige Güter. Das erschwere den Wiederaufbau massiv, aber auch die Hilfe von außen. „Wir haben aus Spenden einige medizinische Geräte hier, die wir derzeit aber aufgrund der Situation an den Grenzen nicht nach Nepal bringen können, obwohl sie dort dringend gebraucht werden“, gibt die Ukalo-Vorsitzende ein Beispiel.

Dass ihr noch junger Verein dennoch effektiv helfen kann, sei vor allem der Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Himalayan Aid zu verdanken, dessen offizieller Partner Ukalo ist. Diese Hilfsorganisation ist seit 15 Jahren in Nepal aktiv und hat entsprechende Strukturen aufgebaut. „Die Helfer von Himalayan Aid kennen die Lage vor Ort und wissen, wo Hilfe am nötigsten ist und wie sie am effektivsten zu leisten ist“, so die Erfahrung von Dr. Weber-Keller.

Annette Maier assistant nursesZum Vergrößern bitte klicken.

Sie steht in persönlichen Kontakt zu Himalayan Aid-Direktor Deepak Bhandari, den sie während ihrer Nepalreisen kennengelernt hat. Erste Soforthilfe von Ukalo waren Geldspenden, um über Himalayan Aid nach den Erdbeben schnellstmöglich Lebensmittel und Baumaterial für in Not geratene Familien zu beschaffen, dabei konzentriert sich die Hilfe auf zwei Bezirke: Langtang und Sindhupalchowk. Ein weiteres wichtiges und erfolgreiches Projekt, an dem Ukalo maßgeblich beteiligt war, ist die Ausstattung der Menschen, die mehrheitlich immer noch in Behelfsunterkünften aus Wellblech und Plastikfolien Unterschlupf gefunden haben, mit Matratzen, Decken und Kissen. „Jetzt im Winter bei Temperaturen von -6 bis -10 Grad bieten diese Hütten nicht viel Schutz vor Kälte“, weiß Dr. Weber-Keller von ihrer Januar- Reise nach Nepal, wo sie sich ein Bild vom Einsatz der Spendengelder verschaffte.

Um medizinische Hilfe und Wiederaufbau ging es bei ihrem vorherigen Besuch im September 2015 zusammen mit ihrem Mann Dr. Reiner Keller und zwei weiteren Ukalo Mitgliedern, der Krankenschwester Annette Maier vom Ro-Med-Klinikum Rosenheim und Schulamtsleiter Edgar Müller. Dr. Reiner Keller und Annette Meier besuchten dabei drei abgelegene und nur zu Fuß erreichbare Dörfer, wo sie erste Hilfe und medizinische Basisversorgung für rund 450 Patienten leisteten. Im Gepäck hatten die Ukalo-Mitglieder gespendete Medikamente und Verbandsmaterial, das sie erfolgreich ins Land schmuggelten. Der Schwerpunkt der medizinischen Tätigkeit lag auf Wundversorgung. „Teilweise litten die Menschen noch an chronischen Wunden seit den beiden Erdbeben im April und Mai“, erzählt Dr. Keller. Weitere Aufgaben waren Schmerztherapie und Aufklärung. Außerdem wurden drei Schülerinnen zu „Assistant Nurses“ ausgebildet. Sie führen die Wundversorgung weiter fachmännisch fort, wie sich Dr. Weber-Keller bei Ihrer Nepal-Reise im Januar überzeugen konnte.

Decken und Matratzen gegen KälteZum Vergrößern bitte klicken.

Weitere Projekte, die Ukalo in Angriff nehmen will, sind der Aufbau einer Oberschule und die Bezahlung gut ausgebildeter Lehrer, um sie zur Arbeit in entlegenen Dörfern zu bewegen. Da die Schulen schon jetzt die wichtigsten zentralen Einrichtungen in den Dörfern sind, sollen dort feste „Health Camps“ entstehen, so eine weitere Zukunftsvision von Dr. Marianne Weber-Keller. Der Verein will weitere Hilfs-Krankenschwestern ausbilden und ein Wohnhaus für alte alleinstehende Menschen bauen.

Aber auch für in Not geratene Einzelpersonen setzt sich Ukalo ein. So sammelt der Förderverein derzeit Spenden, um die Therapie des 18-jährigen Oberschülers Mudhukar Phokarel zu ermöglichen, der an Akuter Myeloischer Leukämie (AML) erkrankt ist (weitere Information zu dem Fall hier). Die Kosten für zwei Wochen Therapie hat Ukalo bereits aufgebracht. Um die Gesamtkosten von rund 20.000 Euro übernehmen zu können, ist Ukalo jetzt dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. „Ich habe nun über unsere Laborgemeinschaft einen Spendenaufruf getätigt und bitte auf diesem Weg auch die bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte um ihre großzügige Mithilfe“, so der Appell von Dr. Weber Keller. „Natürlich ist Ihr Beitrag zu 100 Prozent steuerlich abzugsfähig – und kommt zu 100 Prozent da an, wozu er vom Spender gedacht war“, versichert sie.

Leukämie PatientZum Vergrößern bitte klicken.

Spendenkonto UKALO - Aufwärts e.V. bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling:

IBAN DE26 7115 0000 0020 0878 54, BIC BYLADEM1ROS

Bei der Spende bitte Adresse angeben, um eine Spendenquittung zu erhalten!

Soll Ihre Spende einem bestimmten Projekt zu Gute kommen, können Sie dies vermerken – wenn Sie sich an den Therapiekosten des jungen Leukämie-Patienten Mudhukar Phokarel beteiligen wollen, bitte das Kennwort Mudhukar angeben!

Sie können den Verein Ukalo auch auf anderem Wege unterstützen, beispielsweise durch Sach- oder Medikamentenspenden oder die Mithilfe vor Ort in Nepal (für Reisekosten müssen Vereinsmitglieder und Helfer laut Vereinssatzung selbst aufkommen). Der Verein freut sich auch über eine Fördermitgliedschaft, die ab 100 Euro im Jahr möglich ist. Mehr zu den Möglichkeiten, Ukalo zu unterstützen, finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Verein und seinen Projekten bietet die Vereins-Homepage.