Juni 2013

Für den Juni geht sie an die AOK Bayern, die mit ihrer Kündigung des Hausarztvertrags eine Drei-Klassen-Medizin einläutet und ihre Versicherten in Sachen „Besondere hausärztliche Versorgung" im kommenden Jahr im Regen stehen lässt.

München, 4. Juli 2013 – „Die Krankenkassen haben ihren Versicherten eine besondere hausärztliche Versorgung (hausarztzentrierte Versorgung) anzubieten", heißt es im Absatz 1 des § 73b SGB V. Klar und unmissverständlich.

Nach der Vertragskündigung droht Bayern also ab Mitte nächsten Jahres eine Drei-Klassen-Medizin falls bis dahin kein neuer Vertrag geschlossen ist. Während Privatversicherte und gesetzlich Versicherte aller anderen relevanten Kassen weiterhin eine besondere medizinische Versorgung für sich in Anspruch nehmen können, stehen AOK-Versicherte nach jetzigem Stand blank da.

Leidtragende dieser rückständigen Kassenpolitik nach Gutsherrenart werden dann vor allem alte und chronisch-kranke Menschen sein, die auf die besondere Versorgung durch ihren Hausarzt angewiesen sind. Was Zahlen belegen: So liegt allein bei der AOK Bayern der Anteil der chronisch Kranken unter den eingeschriebenen Versicherten bei 60 Prozent.

Der Abstieg der AOK Bayern und ihrer leidtragenden Versicherten in die dritte Liga ist eigentlich nicht nachvollziehbar, auch, weil Hausarztverträge für die Kassen selbst ein Erfolgsmodell sein können. So hat die AOK Baden-Württemberg mit den dortigen Haus- und Fachärzten einen innovativen und nachhaltigen Hausarztvertrag abgeschlossen, der von allen Seiten gelebt wird. Und nicht zu vergessen: Der viele Versicherte dazu bewogen hat, in die AOK Baden-Württemberg zu wechseln...

Sprich: Den bayerischen AOK-Fürsten ist dringend angeraten, bei ihren Kollegen in Stuttgart eine paar Nachhilfestunden zu nehmen, um in puncto medizinischer Versorgung nicht noch weiter den Anschluss zu verlieren.

Und bis es soweit ist, verleiht der Bayerische Hausärzteverband der AOK Bayern für soviel versorgungspolitische Rückständigkeit die „Gesundheits-Zitrone" des Monats Juni.


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Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht nur schwer durchschaubar und ineffizient, sondern zunehmend auch ungerecht und inhuman. Mit der „Gesundheits-Zitrone des Monats" wird der Bayerische Hausärzteverband von jetzt an die schlimmsten Auswüchse öffentlich machen.

Ansprechpartner Presse:
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Heike Blümmel,Tel. 089/127 39 27 12

Die "Juni-Zitrone" als PDF