Januar 2013

Die Gesundheitspolitische Zitrone geht im Januar an die vdek-Bundesvorsitzende Ulrike Elsner für einen sprachlichen Fehltritt, der tief blicken lässt.

 

München, 31. Januar 2013  -  Klar, in der (gesundheits-) politischen Auseinandersetzung geht es nicht immer sanft zu, aber dennoch gibt es Grenzen. Ulrike Elsner, seit Juli 2012 Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes (vdek), hat in einem Interview, das die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, den Ärzten vorgeworfen, sie seien mit zu großen Erwartungen in die Honorarverhandlungen letzten Herbst gegangen. „Deswegen sind die Aufregung, der Ton und die mediale Schärfe der Ärzteseite so nicht nachvollziehbar“, findet Elsner.

Auch wenn diese Argumentation nicht nachvollziehbar ist, auch so ein Statement ist zulässig. Nicht akzeptabel ist es aber, dass Ulrike Elsner im gleichen Interview Patienten zu „Stückkosten“ degradiert. O-Ton Elsner: „Je mehr Leistungen ein Arzt erbringt, desto stärker treten gewisse Rationalisierungsreserven auf. Es gibt Kosten, die sind einfach fix, unabhängig davon, wie viele Patienten ich behandele. Ein Mehr an Leistungen hat also geringere Stückkosten zur Folge.“

Abgesehen von diesem sprachlichen Fehltritt zeigt auch der Inhalt, welch unsoziale Gesundheitspolitik die vdek-Chefin offenbar vertritt.  Und dafür gibt’s die Gesundheits-Zitrone des Monats Januar.

Denn: Unsere Patienten sind keine „Rationalisierungsreserve“ und erst recht keine „Stückkosten“, sondern Menschen, die wir Ärzte individuell untersuchen und behandeln.

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Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht nur schwer durchschaubar und ineffizient, sondern zunehmend auch ungerecht und inhuman. Mit der „Gesundheits-Zitrone des Monats“ wird der Bayerische Hausärzteverband von jetzt an die schlimmsten Aus-wüchse öffentlich machen.
 
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Die "Januar-Zitrone" als PDF