Oktober 2012 (1)

Die Gesundheitspolitische Zitrone für den Monat Oktober geht an die Gesetzlichen Krankenversicherungen für das diesjäheige Grippe-Schutzimpfstoffdesaster.

München, 1. Oktober 2012 - Dass viele Krankenkassen auf Kosten ihrer Versicherten sparen, ist bekannt. Unbekannt war bisher, dass der SparWahn so weit gehen kann, dass das Sparen am Ende viel teurer wird – und zwar auch für die Kassen selbst. Und dafür gibt es vom Bayerischen Hausärzteverband die „Gesundheits-Zitrone des Monats Oktober“.

Um ein paar Cent mehr auf dem Konto zu haben, hatten die gesetzlichen Krankenkassen einen Rabattvertrag über einen gestimmten Grippeimpfstoff abgeschlossen. Pech nur, dass der Hersteller im Verzug ist und nicht rechtzeitig liefern kann. Jetzt wird das Zeitfenster immer enger, um Patienten vor dem Winter zu impfen. Gleichzeitig konterkariert dieses Impfstoff-Desaster die Erfolge der Hausärzte bei der Steigerung der Impfraten.

Die Folgen können dramatisch werden. Eine Influenza kann schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen.Und das alles nur, damit die gesetzlichen Krankenkassen zunächst ein paar Cent sparen. Aber diese rein finanzielle Rechnung wird am Ende nicht aufgehen, denn die gesamtwirtschaftlichen Kosten, die durch die Influenza-Behandlungen entstehen, werden ein Vielfaches sein. Bitter Trost: Die Kassen können sich diesen Unsinn leisten, sitzen sie doch auf einem Vermögen in zweistelliger Milliardenhöhe, dass die Versicherten brav eingezahlt haben.

Doch es geht um mehr als nur um Geld, es geht um das Leid und das Leiden der Patienten. Und deshalb gibt es für uns Hausärztinnen und Hausärzte in Bayern nur eine Konsequenz: Alle am Markt verfügbaren Impfstoffe müssen umgehend auch für GKV-Patienten freigegeben werden.

Was lernen wir daraus? Gesundheit kann man nicht zentral von oben herab verordnen. Der Hausarzt vor Ort, der sich persönlich dem einzelnen Patienten annimmt, ist wichtiger denn je.

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Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht nur schwer durchschaubar und ineffizient, sondern zunehmend auch ungerecht und inhuman. Mit der „Gesundheits-Zitrone des Monats“ wird der Bayerische Hausärzteverband von jetzt an die schlimmsten Auswüchse öffentlich machen.

Ansprechpartner Presse:
Torsten Fricke, Mobil 0171/41 58 329 ● Heike Blümmel, Tel. 089/127 39 27 12

Die "Oktober-Zitrone Nr. 1" als PDF