September 2014

logo zitroneMünchen, 8. Oktober 2014  – Politik und Kassen haben es längst verstanden: Hausarztver-träge garantieren den Patienten eine besondere medizinische Betreuung und den Hausärz-ten ein klar kalkulierbares Honorar in Euro und Cent. Gleichzeitig sind sie ein wesentliches Instrument, um die Hausarztzentrierte Versorgung in Stadt und Land nachhaltig zu sichern und den dringend notwendigen Nachwuchs für den schönsten Beruf der Welt, den des Facharztes für Allgemeinmedizin, zu begeistern.
Bundestag und Bundesrat haben deshalb erst vor ein paar Monaten die Hausarztzentrierte Versorgung fest im Gesetz verankert. Und Patienten, aber auch die Finanzen der Krankenkassen, profitieren davon, dass Hausärzte die Behandlung der Patienten steuern und so teure Doppel- und Mehrfach-Untersuchungen oft vermieden werden.

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), sollte diese Fakten kennen. Dennoch verstieg sich der KBV-Chef unlängst vor der KBV-Vertreterversammlung in der gewagten These: „Sicherstellung, wie sie durch den Kollektivvertrag erfolgt, kann und wird er (Anm. d. Red.: Hausarztvertrag) nicht leisten können - und ich glaube, auch nicht leisten wollen.“

Das Gegenteil ist richtig. So ist es unbestreitbar, dass Hausarztverträge, etwa in Baden-Württemberg und Bayern, längst unter Beweis gestellt haben, eine flächendeckende Versor-gung jenseits des KV-Systems gewährleisten zu können. Und das ist auch gut so.

Warum also behauptet Orthopäde Gassen etwas, was den Fakten nicht entspricht? Vielleicht, weil er und seine Kollegen davon finanziell profitieren, wenn Patienten ungesteuert von einem Arzt zum anderen rennen? Doch die Zeche müssen wir alle zahlen. Als Beitragszahler über steigende Abgaben, und als Patient über eine ungesteuerte Behandlung.

Was immer den KBV-Chef dazu treibt, solche aberwitzigen Thesen zu verbreiten - Verant-wortung für das Allgemeinwohl, also für eine nachhaltige und flächendeckende medizinische Versorgung, schaut anders aus. Und deshalb verleiht der Bayerische Hausärzteverband dem KBV-Chef Dr. Andreas Gassen die gesundheitspolitische Zitrone für den Monat September 2014.

xxx

Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht nur schwer durchschaubar und ineffizient, sondern zunehmend auch ungerecht und inhuman. Mit der „Gesundheits-Zitrone des Monats“ macht der Bayerische Hausärzteverband die schlimmsten Auswüchse öffentlich.

Ansprechpartner Presse:
Torsten Fricke, Mobil 0171/41 58 329   - Heike Blümmel, Tel. 089/127 39 27 12

Die "September-Zitrone" 2014 als PDF