PJ in der Landarztpraxis - gefördert von der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband

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Hausärzte braucht das Land! Die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband fördert deshalb Studierende, die ihr Wahl-Tertial in der Allgemeinmedizin absolvieren, sowie deren Lehrpraxen.

„Als Hausarzt habe ich immer den ganzen Menschen im Blick. Für mich ist das der schönste Beruf der Welt. Und diese Begeisterung müssen wir an die nächste Generation weitergeben“, erklärt Dr. Simon Sitter, warum seine Gemeinschaftspraxis in Bechhofen bei Ansbach die PJ-Initiative unterstützt.

Dr. Sitter: „Viele Studierende müssen nebenbei jobben, um sich das Studium zu finanzieren. Die Förderung hilft, dass sich die jungen Medizinerinnen und Mediziner ganz auf das PJ in der Allgemeinmedizin konzentrieren können.“

„Die Arbeit direkt am Patienten ist sehr erfüllend. Diese praktische Erfahrung bestärkt mich in meinem Wunsch, Fachärztin für Allgemeinmedizin zu werden und mich irgendwann mit einer eigenen Praxis niederzulassen“, erzählt Kristin Vogel, die derzeit ihr Wahltertial Allgemeinmedizin bei Dr. Sitter absolviert und an der FAU Erlangen-Nürnberg studiert.

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Die 26-Jährige: „Ich habe mich bewusst für diese große Landarztpraxis entschieden, weil hier das gesamte Spektrum der hausarztzentrierten Versorgung abgedeckt wird. Und auch im Bereich der Notfallmedizin kann ich hier viel lernen.“

Dr. Sitter: „Als Lehrpraxis wollen wir den Studierenden einen ehrlich, unverfälschten Eindruck vermitteln, was es heißt, als Facharzt für Allgemeinmedizin für die medizinische Versorgung einer Region verantwortlich zu sein.“ 

In den ersten zwei Wochen hat Kristin Vogel deshalb Dr. Simon Sitter und dessen Bruder Dr. Sören Sitter bei der Akut-Sprechstunde begleitet und die Grundlagen des hausärztlichen Handelns erlebt. „Wir haben ihr das volle Spektrum von der U3 bis zur palliativmedizinischen Betreuung gezeigt“, so Dr. Simon Sitter. 

Anschließend durfte Kristin Vogel sogar die Sprechstunden im Rahmen der Disease Management Programme eigenständig übernehmen und ihre Therapiekonzepte für die chronisch kranken Patienten mit den Ärzten besprechen. 

Videoclip PJ Kristin VogelDr. Sitter: „Wir möchten, dass sie verordnungssicher wird. Und dass sie bei uns etwas lernt, was sie im Studium garantiert nicht gelernt hat: Wie man die Bürokratie meistert, die uns Ärzten so viele Fesseln anlegt.“ 

Offenbar mit Erfolg, so Kristin Vogel: „Mich motiviert dieser gesamte Praxisalltag ungemein, diese Arbeit direkt am Patienten. Es ist genau das, was ich mir unter Medizin vorstelle.“

Einen Videobeitrag zum PJ von Kristin Vogel in der Praxis Dres. Sitter sehen Sie hier.

Im Rahmen dieses Pilotprojekts fördert die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband seit 2016 bis zu 20 Studierende der Humanmedizin, die im Praktischen Jahr (PJ) das Wahlfach Allgemeinmedizin wählen und einen
Abschnitt ihrer Ausbildung in einer Praxis für Allgemeinmedizin absolvieren, die als akademische Lehrpraxis im Freistaat Bayern akkreditiert ist und ihren Patientinnen und Patienten eine Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) anbietet (HzV-Lehrpraxis). Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 80.000 EUR und beträgt pro Studierenden max. 2.400,00 EUR pro Tertial sowie für die jeweils ausbildende HzV-Lehrpraxis max. 1.600,00 EUR pro Tertial. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bayerischen Hausärzteverbandes (www.hausaerzte-bayern.de) unter dem Kapitel „Stiftung“.