Telematik-Infrastruktur: Großer Erfolg für Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes

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Ende Mai einigten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband unter Vermittlung des Bundesschiedsamtes darauf, die Förderung für die Anbindung an die TI im 3. Quartal 2018 anzuheben. Zudem macht der Marktführer derzeit Ärzten ein „Herzensangebot“. „Ohne die Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes wäre das nicht erreicht worden“, sagt Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorstandsmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes.

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Die Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes zur Sicherung einer kostendeckenden Erstattung für die Anbindung der Praxen an die Telematik Infrastruktur (TI) zeigt große Wirkung: Ende Mai einigten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband unter Vermittlung des Bundesschiedsamtes darauf, die Förderung für die Anbindung an die TI im 3. Quartal 2018 anzuheben: Statt der ursprünglich vorgesehenen 720 Euro, die weit entfernt von einer Kostendeckung lagen, erhalten Ärzte nun 1.719 Euro, wenn in ihrer Praxis der erste Versichertenstammdatenabgleich noch im 3. Quartal 2018 stattfindet. Hinzu kommen nach wie vor 435 Euro für ein Kartenterminal und eine Starterpauschale von 900 Euro. Ab dem 4. Quartal 2018 sinkt die Erstattungspauschale für den Konnektor auf 1.547 Euro. Eine Übersicht der neu ausgehandelten Erstattungspauschalen hat die KBV auf ihrer Website zur Verfügung gestellt. Sie finden die Übersicht hier.

Damit ist sichergestellt, dass Ärzte nicht auf Kosten für die TI-Anbindung sitzen bleiben. „Ohne die Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes wäre das nicht erreicht worden“, ist sich Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorstandsmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes, sicher. Vertreter des Bayerischen Hausärzteverbandes hatten bereits auf der Frühjahrsdelegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes am 20. und 21. April in Sylt die damals unzureichende Erstattungspauschale der Kosten für die Anbindung an die TI ab Quartal 3/2018 thematisiert und später in der KBV-Vertreterversammlung am 7. Mai sowie anschließend am Deutschen Ärztetag in Erfurt auf Lösungen gedrängt. Auch am Bayerischen Hausärztetag in Würzburg Ende April war die TI-Anbindung großes Thema. In einem einstimmig angenommenen Beschlussantrag hatten die Delegiertenversammlung des Bayerischen Hausärzteverbandes den Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aufgefordert, umgehend Verhandlungsergebnisse vorzulegen, um die diese Risiken für Ärztinnen und Ärzte bei der Umsetzung der TI zu beseitigen.

Um seine Mitglieder davor zu bewahren, in eine Kostenfalle zu laufen, hat der Bayerische Hausärzteverband zudem empfohlen, bei der Bestellung der TI-Komponenten den Hersteller auf eine Installation noch im 2. Quartal festzunageln und hat dazu ein Muster-Ergänzungsblatt auf seiner Homepage bereitgestellt, das auch von anderen Landesverbänden übernommen wurde.

Der dadurch ausgeübte Druck hat nicht nur zu einer Einigung auf die Erhöhung der Erstattungspauschale beigetragen, sondern ist auch beim marktführenden Hersteller angekommen, der den Vertragsärzten derzeit mit einem „Herzensangebot“ entgegenkommt: Wie in dem Muster-Ergänzungsblatt gefordert, wird in dem Angebot bei Bestellung bis zum 30. Juni 2018 eine Installation noch im 2. Quartal 2018 garantiert. „Unser TI-Versprechen: Installation in Q2/2018 oder wir übernehmen die Differenz zur Förderung in Q3/2018“, heißt es in dem Angebot. „Weil wir alle Ärzte lieben“, wie es in der Anzeige heißt, dürfte jedoch weniger Hintergrund des Angebots sein als vielmehr die Tatsache, dass nun endlich die Konkurrenz in den Startlöchern steht und man sich noch Marktanteile sichern will.

Für Sie als Hausärztin/Hausarzt bedeutet das: Auch wenn Sie nicht auf dieses Angebot eingehen möchten und lieber abwarten wollen, bis Konkurrenzprodukte am Markt sind, gehen Sie kein finanzielles Risiko ein, da die nun angehobene Erstattungspauschale in den kommenden Quartalen noch kostendeckend ist.