Bayerischer Hausärzteverband und Pflegeverbände wollen gemeinsam Betreuung von Senioren verbessern

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Wie lässt sich die Pflege älterer Menschen verbessern? Und wo haben Hausärzte und Pflegefachkräfte Schnittstellen, an denen gemeinsame Projekte ansetzen können? Fragen wie diese waren das Kernthema eines Treffens zwischen Vertretern des Bayerischen Hausärzteverbandes und Pflegeorganisationen Anfang Juni in der Geschäftsstelle des Bayerischen Hausärzteverbandes in München.

 
 

In dem Gespräch zwischen Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, seinem 1. Stellvertreter Dr. Markus Beier und Susann Heneka von der Geschäftsstelle des Bayerischen

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Hausärzteverbandes mit Claudia Spiegel, Leiterin der Abteilung „Sozialpolitik“ im Sozialverband VdK Bayern, Generaloberin Edith Dürr, Vorsitzende des Bayerischen Landespflegerats (BLPR) und Georg Sigl-Lehner, Gründungspräsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern kristallisierten sich zwei Projekte heraus, die für eine tiefergehende Bearbeitung in Frage kommen.Zum einen geht es um Verbesserungen an der Schnittstelle Pflegeheim und betreuender Hausarzt: Hier könnte eine standardisierte Notfall-Checkliste dem Hausarzt wichtige Informationen liefern zum Gesundheitszustand des Patienten und seinen Wünschen, so dass der Arzt schneller mit der Therapie beginnen kann. Die Etablierung einer standardisierten Notfall-Checkliste würde so nicht nur die Patientenversorgung verbessern, sondern auch den Austausch zwischen Arzt und Pflegeheim erleichtern und damit zur Entbürokratisierung beitragen. Es wurde auch angeregt, die Notfall-Checkliste zur verpflichtenden Ergänzung der Leistung „Heimbesuch“ in den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) zu machen. Aus Sicht der professionellen Pflege ist ein Systemwechsel im Gesundheitswesen erforderlich, um eine adäquate Patientenversorgung zu gewährleisten.

 

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Ein zweites Thema, auf das sich das Gespräch konzentrierte, war die Einführung des Präventiven Hausbesuchs bei Patienten ab einem bestimmten Alter. Darin sieht insbesondere der VDK ein konkretes Handlungsfeld. Die Idee ist, dass der Hausarzt oder eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) einmal im Jahr zum Patienten nach Hause kommt, um dessen Gesundheitszustand zu überprüfen, sich ein Bild über das Wohnumfeld macht und beispielsweise auf Sturzgefahren hinzuweisen sowie einen sich abzeichnenden Pflegebedarf frühzeitig zu erkennen. Zu prüfen wäre, ob der präventive Hausbesuch als ärztliche Leistung im Rahmen der HzV vergütet werden sollte oder aus dem Präventionstopf der Krankenkassen finanziert werden könnte.

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Die Vertreter der Pflegeverbände sehen zudem die Attraktivitätssteigerung der Ausbildung und einen stärkeren Fokus auf die Qualifizierung der Pflegeberufe als wichtige Ziele an. Dazu brauche es eine angemessenere Vergütung – so wie dies dem Bayerischen Hausärzteverband für die Hausärztinnen und Hausärzte in den vergangenen Jahren bereits gelungen ist.

Einen Bedarf an vertiefender Qualifizierung der Hausärzte und der Pflegenden zum Thema Demenz sieht die Vereinigung der Pflegenden Bayerns, wie Georg Sigl-Lehner bei dem Treffen berichtete. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Hausärzte schnell an die Grenze ihrer Handlungsmöglichkeiten bei Patienten mit Demenzerkrankungen gelangten. Ziel der geforderten vertiefenden Qualifizierung müsse sein, die Patienten medikamentös zu begleiten und zu betreuen. Eine Sedierung müsse vermieden werden.

 
 

Die Vertreter des Bayerischen Hausärzteverbandes und der Pflegeverbände wollen sich wieder treffen und einigten sich darauf, bis dahin ein Konzept für Leistungen im Rahmen der HzV zur Verbesserung der Pflege älterer Menschen zu erarbeiten, das als Grundlage für Verhandlungen mit den Krankenkassen dienen soll. Zudem stellt sich die Aufgabe, weitere Ansatzpunkte zur Entbürokratisierung an der Schnittstelle zwischen Hausarzt und Pflegeheim zu erarbeiten. Dabei wollen die Pflegeverbände mit ihrer berufspolitischen Fachkompetenz unterstützen.