6. Bayerischer Tag der Telemedizin: "Hausärzte müssen miteinbezogen werden"

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20180621 Muenchen 6ter Tag der Telemedizin 6953Zum Vergrößern bitte klicken.

Am 21.06.2018 fand der 6. Bayerische Tag der Telemedizin in München statt. Unter dem Motto „Grenzen überwinden durch Telemedizin“ luden die Bayerischen TelemedAllianz und das Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege Fachpublikum und Öffentlichkeit ein, über aktuelle Trends und neue Möglichkeiten der Telemedizin zu diskutieren. Als Referent und Vertreter für die Hausärzte sprach Dr. Markus Beier, 1. stellv. Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, über die Anforderungen der Telemedizin für die Hausarztpraxis und stellte klar, dass „eine sinnvolle Versorgungssteuerung mit telemedizinischen Anwendungen nur gemeinsam mit Ärzten umgesetzt werden kann“.

„Bei den vielen Möglichkeiten der Telemedizin geht es zum einen darum, dass sich die Ärzte nicht vor dem Thema versperren und zum anderen müssen die Hausärzte in die neuen Entwicklungen miteinbezogen werden“, verdeutlicht Dr. Beier. „Nur so können wir dafür Sorge tragen, dass die telemedizinischen Entwicklungen unsere Arbeit in der Praxis unterstützt.“ Die bestehenden Strukturen in der Arzt-Patienten-Beziehung dürfe dabei nicht ersetzt, sondern müsse sinnvoll ergänzt werden.

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In diesem Sinne bewährt hat sich das „Tele-Arzt-Projekt“, bei dem die Praxisärzte von einer Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) unterstützt werden. Ausgestattet mit dem VERAHMobil kann sie Hausbesuche tätigen und über eine gesicherte Mobilfunkverbindung von ihrem Tablet-PC aus die ermittelten Gesundheitsdaten direkt in die Praxis senden und bei Bedarf den Hausarzt über Videotelefonie dazu schalten. „Das unterstützt den Behandlungsverlauf besonders bei chronisch Kranken Patienten, die dadurch enger an die örtliche Behandlung gebunden werden“, erklärt Dr. Beier. Das sei sowohl für die Patienten als auch für die Hausarztpraxis hilfreich.

„Es war eine sehr interessante Veranstaltung“ zieht Dr. Beier sein Fazit zum 6. Bayerischen Tag der Telemedizin. Als Potenzial für die Hausarztpraxis sieht er die Telemedizin insbesondere bei der Behandlung von chronisch kranken- sowie schwerstkranken Patienten, ein „Allheilmittel gegen fehlenden ärztlichen Nachwuchs“ ist sie allerdings nicht.