„Landlust - Landfrust: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“

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Unter dem Titel „Landlust - Landfrust: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“ hat der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern (KDFB) am vergangenen Freitag einen Gesundheitskongress in Augsburg veranstaltet. Dr. Jakob Berger, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, war als Referent und als Talkgast auf der Podiumsdiskussion dabei:

Mit dem Gesundheitskongress will der Katholische Frauenbund als mit 165.000 Mitgliedern größte Frauenvereinigung in Bayern auf die besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen, dass gerade auf dem Land immer mehr Ärzte, Medizinische Fachangestellte sowie Pflegerinnen und Pfleger fehlen.
Dr. Jakob Berger erläuterte den Teilnehmerinnen, warum die Hausarztverträge ein wichtiges und effektives Instrument sind, um die hausärztliche Versorgung in Stadt und Land nachhaltig zu sichern und gerade junge Medizinerinnen und Mediziner für eine spätere Niederlassung als Facharzt für Allgemeinmedizin zu begeistern. „Das Thema Hausarztmangel ist auch in der Politik ganz oben angekommen. In den vergangenen Jahren wurden auf verschiedenen Ebenen bereits zahlreiche Verbesserungen eingeleitet, wie die Hausarztverträge oder die Bereitschaftsdienstreform. Heute ist der Beruf des Hausarztes nicht nur der schönste Beruf der Welt, sondern gerade auch für Frauen der familienfreundlichste“, erklärte Dr. Berger und konnte dies auch anschaulich belegen. „Meine Tochter und meine Schwiegertochter haben jeweils zwei kleine Kinder und führen gemeinsam sehr erfolgreich eine Gemeinschaftspraxis auf dem Land. Beide wollen nicht tauschen, weil sie als Hausärztinnen Familie und Beruf gut miteinander in Einklang bringen können.“

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Auf großes Interesse stieß bei den Konferenzteilnehmerinnen auch Dr. Bergers Vorstellung der VERAH, die den Hausarzt unter anderem bei Routine-Hausbesuchen unterstützt. Dr. Berger warnte in diesem Zusammenhang davor, externe Versorgungsmodelle einzuführen. „Das führt nur zu Abstimmungsverlusten. Dagegen arbeiten der Hausarzt und die VERAH eng zusammen und kennen die Patienten oft seit Jahren. Dieses Erfolgsmodell darf man nicht torpedieren, denn am Ende würden dafür die Patienten die Zeche zahlen.“
Da der Gesundheitskongress in Augsburg stattfand, warb Dr. Berger noch einmal eindringlich dafür, mit dem Start der Medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg auch einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einzurichten. Dr. Berger: „Wenn wir wollen, dass sich Studierende für die Allgemeinmedizin begeistern, müssen sie auch frühzeitig und kompetent im Studium mit der Allgemeinmedizin vertraut gemacht werden.“
Das Plädoyer von Dr. Berger stieß bei den Vertreterinnen des Frauenbundes auf offene Ohren. Auf der Landesdelegiertenversammlung, die am Tag nach der Gesundheitskonferenz stattfand, wurde mit großer Mehrheit ein Antrag verabschiedet, sich für eine gute, wohnortnahe und soziale Gesundheitsversorgung einzusetzen.

Einen Fernsehbeitrag über Dr. Jakob Berger und den Gesundheitskongress sehen Sie hier.