Apropos Honorareinigung: „Armutszeugnis für die Ärztliche Selbstverwaltung!“

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Dr. Markus Beier März 2016Zum Vergrößern bitte klicken.

Überraschend schnell war bei den diesjährigen Honorarverhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband eine Teileinigung da: Der Orientierungspunktwert wird um 1,58 Prozent angehoben. In die Verhandlungen ging die KBV mit einer Forderung nach Anhebung des Orientierungspunktwertes um 4,7 Prozent. Trotzdem kann GKV-Chef Dr. Andreas Gassen diesem Verhandlungsergebnis Positives abgewinnen: Diese Verhandlung zeige, dass die Selbstverwaltung handlungsfähig ist, erklärt er in einer Stellungnahme auf der KBV-Homepage. „Wir haben eine funktionierende Selbstverwaltung und es ist sicher sinnvoll, die zu erhalten und nicht weiter einzuengen", so Dr. Gassen.

„Das Verhandlungsergebnis ist ein Armutszeugnis für die Ärztliche Selbstverwaltung“, kontert Dr. Markus Beier, 1. stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Die Erhöhung des Orientierungspunktwerts um knapp 1,6 Prozent kann allenfalls die Inflation ausgleichen. Sie bringt aber keine echte Einkommensverbesserung und trägt damit dem Nachholbedarf im hausärztlichen Bereich bezüglich der Vergütung in keiner Weise Rechnung. Die für uns Hausärzte wesentlichen Punkte wie die Vergütung der Hausbesuche oder eine bessere Förderung der VERAH blieben ohne Ergebnis. Da setzt Herr Dr. Gassen dann offenbar auf den Gesetzgeber, und zwar ausgerechnet auf das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), mit dem Minister Spahn die Selbstverwaltung drastisch einschränken will.“