Mitglieder des Bayerischen Hausärzteverbandes kandidieren für den Landtag: Dr. Dominik Spitzer

Veröffentlicht am .

Für die Bayerische Landtagswahl am 14. Oktober kandidieren auch drei Mitglieder des Bayerischen Hausärzteverbandes. Einer von ihnen ist Dr. Dominik Spitzer aus Kempten im Allgäu, der im Wahlkreis Schwaben für die FDP antritt. 

Dominik SpitzerZum Vergrößern bitte klicken.

Für die Bayerische Landtagswahl am 14. Oktober kandidieren auch drei Mitglieder des Bayerischen Hausärzteverbandes. Einer von ihnen ist Dr. Dominik Spitzer aus Kempten im Allgäu, der im Wahlkreis Schwaben für die FDP antritt. Er ist bereits seit zehn Jahren als Stadtrat von Kempten kommunalpolitisch aktiv – zunächst parteilos, später dann für die FDP. Welche gesundheitspolitischen Schwerpunkte die Bayern-FDP hat und was er sich selbst vorgenommen hat, sollte seine Kandidatur erfolgreich sein, verrät er im Interview.

Wo liegen die gesundheitspolitischen Schwerpunkte der FDP in Bayern?

Dr. Dominik Spitzer: Das ist im Wahlprogramm ganz klar die Pflege, aber auch die ambulante medizinische Versorgung im ländlichen Bereich. Hier ist es wichtig, die Infrastruktur so auszubauen, dass es für junge Mediziner attraktiv ist, sich auf dem Land niederzulassen. Dazu gehört auch, die Arbeitsbedingungen an die Gegebenheiten anzupassen: Kaum ein junger Arzt hat noch Interesse an einer Einzelpraxis, Kooperationsformen und die Möglichkeit, angestellt und in Teilzeit zu arbeiten, sind dagegen beliebt. Hier hat sich zwar viel getan, auch durch die Möglichkeiten der Delegation an die VERAH, aber trotzdem üben Städte auf den Medizinernachwuchs noch eine viel höhere Attraktivität aus.

Sollte Ihre Kandidatur für den Landtag erfolgreich sein, wo werden Sie thematische Schwerpunkte setzen?

Dr. Dominik Spitzer: Da gibt es natürlich auch Themen, die nicht direkt mit der medizinischen Versorgung zusammenhängen. In Zeiten der Wohnungsnot gilt es beispielsweise, die Auflagen für Neubauten unter die Lupe zu nehmen.

Ein Thema, das mir am Herzen liegt, ist die Abschaffung des NC. Es ist doch nicht nachvollziehbar, dass künftige Mediziner, die wir hier dringend brauchen, im Ausland studieren müssen, weil sie hier keinen Studienplatz bekommen. Da fände ich es besser, den Bedarf zu analysieren, entsprechend mehr Abiturienten zum Medizinstudium zuzulassen und, ähnlich wie beispielsweise im Studiengang Maschinenbau, in den ersten ein bis zwei Jahren nicht geeignete Kandidaten auszusieben.

Ein großes Thema ist neben dem Mangel an Ärzten der Mangel an Pflegekräften. Hier würde ich mich dafür einsetzen, den Pflegeberuf wirklich attraktiver zu gestalten. Das muss schon bei der Vergütung in der Ausbildung anfangen und setzt sich fort mit mehr Planungssicherheit im Pflegebereich. Wir brauchen eine gesunde Basis in Deutschland lebender, gut ausgebildeter Pflegekräfte. Diese können durch ausländische Arbeitskräfte unterstützt werden. Damit das funktioniert, müssen auch bürokratische Hindernisse abgebaut werden. Wir erleben gerade, dass wir Pflegekräfte aus den Philippinen bekommen könnten, aber sich das Deutsche Konsulat querstellt.

Was muss aus Ihrer Sicht geschehen, damit sich mehr junge Mediziner für eine Niederlassung in einer Hausarztpraxis entscheiden?

Dr. Dominik Spitzer: Wir müssen dafür sorgen, dass Regresse für den Nachwuchs kein Thema mehr sind. Hier sind wir auf dem richtigen Weg. Die Wirkstoffvereinbarung in Bayern und die schneller zur Verfügung gestellten Verordnungszahlen sorgen inzwischen für eine gewisse Sicherheit beim Verordnen von Medikamenten, wobei immer noch Luft nach oben ist. Das andere Thema ist der bürokratische Aufwand, der zumindest von der Selbstständigkeit abhält und der sich sicher noch an der einen oder anderen Stelle reduzieren ließe. Aber da sind wir auch als Hausärzteverband gefordert.
Andererseits gibt es auch positive Entwicklungen, die die Hemmschwelle zur Niederlassung herabsetzen dürften. Hier ist vor allem die Neustrukturierung der Bereitschaftsdienste zu nennen und die Lockerung der Präsenzpflicht.