Mitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes zieht in den Landtag ein: Dr. Dominik Spitzer (FDP)

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Unter den neuen Abgeordneten des Bayerischen Landtags ist auch ein Mitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes: Dr. Dominik Spitzer ist seit 18 Jahren als Hausarzt sowie Betriebsmediziner in Kempten niedergelassen und engagiert sich seit zehn Jahren in seiner Heimatstadt im Stadtrat. Für die FDP schaffte der dreifache Familienvater jetzt den Sprung ins Maximilianeum. 

Dr. Dominik Spitzer im LandtagZum Vergrößern bitte klicken.

Herr Dr. Spitzer, Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl. Wie haben Sie sich am Wahlsonntag gefühlt, als klar wurde, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde überspringt?

Dr. Spitzer: „Ich habe mich sehr gefreut, dass die FDP den Wiedereinzug in den Landtag geschafft hat, bin aber am Montag ganz normal in meine Praxis gefahren. Nach dem knappen Wahlergebnis konnte nur ein FDP-Kandidat aus Schwaben in den Landtag einziehen und ich war Listenzweiter. Ich bin also davon ausgegangen, dass ich ganz normal als Hausarzt weiterarbeite.

Wann kam dann die Wende?

Dr. Spitzer: Im Laufe des Mittwochs trudelten die ersten Einzelergebnisse ein. Das war ein Wechselbad der Gefühle. Erst am Abend stand dann fest, dass ich auf den ersten Listenplatz vorgewählt worden bin und in den Landtag einziehen werde.

Entweder Landtag in München oder Praxis in Kempten, wie lösen Sie das Dilemma?

Dr. Spitzer: Ich habe zwei Ärzte angestellt, dennoch ist es natürlich nicht einfach, den Beruf, der einem am Herzen liegt, zumindest für die nächsten fünf Jahren aufzugeben. Ich muss noch einiges planen und umstrukturieren.

Was sagt Ihre Familie?

Dr. Spitzer: Meine Frau hat meine Kandidatur voll unterstützt. Ohne ihr positives Votum hätte ich es nicht gemacht, aber es fühlt sich noch alles sehr abstrakt an, jetzt im Landtag zu sitzen.

Als Arzt sind Sie prädestiniert für den Gesundheitsausschuss.

Dr. Spitzer: Die Ausschussbesetzungen werden wir in den nächsten Tagen in der Fraktion entscheiden, aber selbstverständlich reizt mich der Gesundheitsausschuss.

Welche gesundheitspolitischen Themen würden Sie gerne umsetzen?

Dr. Spitzer: Im Wahlkampf bin ich mit dem Thema angetreten, die hausärztliche Versorgung auf dem Land und in der Stadt auch in Zukunft zu sichern. Das möchte ich natürlich jetzt im Landtag umsetzen. In den vergangenen Jahren haben sich bereits viele Dinge zum Guten geändert, wie die Abschaffung der Medikamenten-Regresse und die Reform des Bereitschaftsdienstes, aber diesen Weg müssen wir konsequent weitergeben, damit junge Mediziner nicht den Mut verlieren sich niederzulassen. Wir brauchen auch einen Schutz vor den Heilmittel-Regressen. Und wir sollten den Numerus Clausus abschaffen und das Zulassungsverfahren nach österreichischem Vorbild regeln.