Apropos Grippeimpfstoff: „Nur ohne Regressbedrohung lässt sich die zurückhaltende Vorbestellung verhindern“

Veröffentlicht am .

Dr. Markus Beier März 2016Zum Vergrößern bitte klicken.

„Nachdem der tetravalente Grippe-Impfstoff mit breiterer Abdeckung nun Kassenleistung ist und die ungewöhnlich starke Grippewelle im vergangenen Winter sicher auch den einen oder anderen neuen Impfwilligen generiert hat, ist die Nachfrage von Patientinnen und Patienten in dieser Grippe-Impfsaison in unseren Praxen deutlich erhöht. Dies führt aktuell in vielen Regionen dazu, dass kaum noch Impfstoff verfügbar ist. Wir Hausärztinnen und Hausärzte leisten seit Jahren in unseren Praxen Überzeugungsarbeit für eine bessere Impfrate zum Schutz unserer Patienten. Gerade jetzt, wo dies auch Dank äußerer Umstände auf fruchtbaren Boden fällt, müssen wir Impfwillige zurückweisen, weil zu wenig Impfstoff produziert wurde – das konterkariert unsere Aufklärungsarbeit der zurückliegenden Jahre und gefährdet unsere Patienten!

Der Mangel an Grippe-Impfstoff sollte Politik und Krankenklassen endlich wachrütteln. Wenn unsere Vorbestellungen an Grippe-Impfstoff mit in die Planung der Hersteller einfließen soll, dann darf uns Hausärztinnen und Hausärzten kein Regress drohen, wenn weniger Patienten zum Impfen kommen als erwartet. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt, der einmal mit Rückforderungen der Krankenkassen konfrontiert war, weil er Grippe-Impfstoff übrig hatte, wird künftig äußerst zurückhaltend bei der Vorbestellung neuen Impfstoffs sein. Uns Hausärztinnen und Hausärzten darf nicht das Kalkulations-Risiko aufgebürdet werden!

Der Bayerische Hausärzteverband wird alles daran setzen, durch politischen Einsatz rechtzeitig für die Planung der nächsten Impfsaison eine Aufhebung von Regressen für Grippe-Impfstoff zu erreichen, der als Praxisbedarf vorbestellt wurde. Nur ohne Regressbedrohung wird es zukünftig möglich sein, eine zurückhaltende Vorbestellung zu verhindern.“

Tipp: Aktuell sind zusätzliche Impfdosen nach Deutschland und Bayern importiert worden. Fragen Sie bei Bedarf zeitnah in Ihren Apotheken nach, ob ein Bezug jetzt möglich ist.
Informationen bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns unter https://www.kvb.de/inhalte-startseite/newsdetail-fuer-aktuelles-meldungen/news/30/11/2018/versorgungsmangel-bei-saisonalen-grippeimpfstoffen/
Falls Sie noch Grippe-Impfstoff übrig haben, den Sie Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stellen können, finden Sie dort auch ein Formular, mit dem Sie die KVB informieren können.