Bündnis Organspende Bayern: „Gesellschaftliche Debatte anstoßen in Richtung Widerspruchslösung“

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Bei íhrer Sitzung vergangenen Montag (03.12.2018) beschäftigten sich die Mitglieder des Bündnisses Organspende Bayern mit Projekten, die das Thema Organspende mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Für den Bayerischen Hausärzteverband nahm Dr. Jakob Berger, Bezirksvorsitzender Schwaben teil. "Wir müsse eine gesellschaftliche Debatte anstoßen in Richtung Widerspruchslösung", wünschte sich die Bündnis-Initiatorin Staatsministerin Melanie Huml.

20181203 Gruppenbild Bündnis Organspende Bayern kZum Vergrößern bitte klicken.

Zweieinhalb Jahre Bündnis Organspende Bayern – seit Gründung des Bündnisses im März 2016 im Schloss Nymphenburg in München habe sich viel verändert, bilanzierte Bündnis-Initiatorin Melanie Huml, Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin. In ihrem Grußwort zur jüngsten Sitzung der Bündnismitglieder, zu denen auch der Bayerische Hausärzteverband gehört, verwies die Ministerin auf die Kampagne „Keine Ausrede“, die in den sozialen Netzwerken gerade von jungen Menschen viel diskutiert worden sei. Positiv hob Huml hervor, dass Bayern als erstes Bundesland eine Freistellungsregelung für Transplantationsbeauftragte eingeführt habe, die auch Vorlage für ein vorgesehenes Pendant in der Gesetzesnovelle zum Transplantationsgesetz sei. 

2017 sei ein Aufwärtstrend bei der Zahl der Organspender in Bayern zu beobachten gewesen, „aber in diesem Jahr stagniert es etwas“, berichtete Huml. Man müsse eine gesellschaftliche Debatte anstoßen in Richtung Widerspruchslösung, wünscht sich die Ministerin, auch wenn sie überzeugt ist: „Die Bevölkerung setzt sich mehr mit dem Thema Organspende auseinander, als wir manchmal glauben.“

Dazu tragen auch Aktionen der Bündnispartner bei wie die des Bayerischen Fußball-Verbandes, der 2017 einen Spieltag im Amateur-Fußball dem Motto „Organspende“ gewidmet hatte. 568 Vereine beteiligten sich und orderten das Infopaket mit 150 Organspende-Ausweisen, Give-Aways, Postkarten, Plakaten und weiterem Infomaterial. „Es wurden über 100.000 Organspende-Ausweise verteilt, und wir hatten keine einzige negative Rückmeldung“, berichtete Josef Lanker vom Bayerischen Fußball-Verband. Für 2019 plane der Bayerische Fußball-Verband eine weitere Organspende-Aktion im Rahmen der „Fußballiade“ vom 20. bis 23. Juni in Landshut.

Ein weiterer Event, um das Thema Organspende mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, der auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sehr professionell organisierte Organspendelauf am 27. März 2019 in München. Wie Prof. Prof. Dr. Matthias Anthuber von Klinikum Augsburg berichtete, soll der Organspendelauf zur festen Einrichtungen an den Jahreskongressen der Fachgesellschaft werden.
Angedacht ist zudem eine Bewerbung um die Austragung der World Transplant Games in München, berichtete Dr. Eberhard Schollmeyer vom TransDia Sport Deutschland e.V. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) plant zudem ein Kunstprojekt an Schulen, das Dr. Jutta Weiss von der DSO vorstellte.

„Das sind alles tolle Projekte, für die wir gerne über unsere Kanäle im Bayerischen Hausärzteverband als Multiplikator zur Verfügung stehen“, erklärt Dr. Jakob Berger, Bezirksvorsitzender Schwaben des Bayerischen Hausärzteverbandes, der an der Sitzung teilnahm. „Natürlich leisten wir Hausärzte als erste Ansprechpartner der Patienten auch im Praxisalltag unseren Beitrag zur Information und Aufklärung über dieses wichtige Thema. In unserer Praxis in haben wir auch Organspende-Ausweise, die wir auf Wunsch den Patienten gleich mitgeben können“, fügt er hinzu.