2018 aus berufspolitischer Sicht - Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

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2016 Dr. BeierZum Vergrößern bitte klicken.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wieder geht ein Jahr zu Ende, und in diesem Jahr möchte ich als noch neuer Landesvorsitzender mit Ihnen die wichtigsten Ereignisse der Monate, die hinter uns liegen, Revue passieren lassen.

Beginnen möchte ich mit einem herzlichen Dankeschön für die Unterstützung und das Vertrauen, das mir von Ihnen als Verbandsmitglieder und Delegierte, aber auch von meinen Vorstandskollegen, allen voran meinem Amtsvorgänger Dr. Dieter Geis entgegengebracht wurde – dies war ausschlaggebend für meine Kandidatur zum neuen Landesvorsitzenden auf der Delegiertenversammlung am 24. November in Nürnberg. 

2018 11 26 Geschäftsführender Vorstand kZum Vergrößern bitte klicken.

Gemeinsam mit den neuen Vorstandsmitgliedern Dr. Wolfgang Ritter und Dr. Beate Reinhardt sowie den erfahrenen Vorstandskollegen Dr. Jürgen BüttnerDr. Petra Reis-Berkowicz und Dr. Ernst Engelmayr will ich an die erfolgreiche Strategie der vergangenen Jahre anknüpfen und hoffe dabei auch weiterhin auf Ihre Unterstützung.

Sehr gefreut hat mich, dass der Landesvorstand Dr. Dieter Geis für seine großartigen Verdienste um den Verband sowie um die bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt hat. In einem Interview, das Sie hier sehen können, blickt er zurück auf die bewegten und aufregenden Jahre als Landesvorsitzender, die hinter ihm liegen. Schauen Sie mal rein – sicher weckt es auch in Ihnen die eine oder andere Erinnerung!

2018 11 26 Dr. Beier gratuliert Ehrenvorsitzenden Dr. Geis kZum Vergrößern bitte klicken.

Schön ist auch, dass Dr. Jakob Berger, der ebenfalls nicht wieder für ein Amt im geschäftsführenden Vorstand kandidiert hat, dem Verband als Bezirksvorsitzender Schwaben und Vorsitzender der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband, für die er sich nun verstärkt einsetzen will, erhalten bleibt. Wir dürfen gespannt sein, was er dort in den kommenden Jahren noch alles erreichen wird.

Auch bei einigen Bezirksvorständen gab es in diesem Jahr Neuerungen: Im Juni 2018 löste Dr. Klaus Ebenburger die langjährige Bezirksvorsitzende Oberpfalz, Dr. Marie-Luise Vogel, im Amt ab. Im Oktober standen im Bezirk München die Neuwahlen des Bezirksvorstands sowie der Bezirks- und Ersatzdelegierten an. Dr. Oliver Abbushi wurde als Bezirksvorsitzender im Amt bestätigt, zu seinem Stellvertreter wurde Dr. Daniel Pohl aus Aschheim gewählt.

2018 02 03 Dr. Geis Dr Quitterer Glückwunsch KammerpräsidentZum Vergrößern bitte klicken.

Auch in Niederbayern gab es eine Bezirksmitgliederversammlung mit Neuwahlen des Bezirksvorstands sowie der Bezirks- und Ersatzdelegierten. Dabei wurden sowohl der Bezirksvorsitzende Dr. Gerald Quitterer als auch sein Stellvertreter Dr. Stefan Putz in ihren Ämtern bestätigt.

Dr. Quitterer ging in diesem Jahr noch aus einer weiteren Wahl erfolgreich hervor: Auf ihrer konstituierenden Sitzung am 3. Februar 2018 wählte die Delegiertenversammlung der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) ihn zum neuen Präsidenten der BLÄK. Damit folgt auf Dr. Max Kaplan erneut ein Hausarzt in dieses wichtige Amt, und mit ihm, Dr. Wolfgang Krombholz als Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und meiner Vorstandskollegin Dr. Petra Reis-Berkowicz als Vorsitzende der KVB-Vertreterversammlung, haben in Bayern weiterhin Hausärzte wichtige Schlüsselpositionen inne.

Dr. Dominik Spitzer im LandtagZum Vergrößern bitte klicken.

Auch außerhalb der Ärzteschaft gab es diesen Herbst eine bedeutsame Wahl: Der Bayerische Landtag wurde neu gewählt. Unter den Landtagskandidaten waren drei Mitglieder des Bayerischen Hausärzteverbandes: Dr. Klaus Ebenburger, Bezirksvorsitzender Oberpfalz, war für Bündnis 90/Die Grünen angetreten, Dr. Dominik Spitzer aus Schwaben für die FDP und Dr. Armin Rüger aus der Oberpfalz für die SPD. Alle drei schnitten bei der Wahl sehr gut ab und Dr. Spitzer schaffte den Einzug in das Länderparlament . Er ist inzwischen Mitglied des Gesundheitsausschusses.

Q Party2Zum Vergrößern bitte klicken.

2018 nahm erneut die Nachwuchsförderung im hausärztlichen Bereich eine zentrale Rolle bei den Aktivitäten des Bayerischen Hausärzteverbandes ein. So konnte beispielsweise das gemeinsame Famulatur-Förderprojekt mit der Techniker Krankenkasse Landesverband Bayern fortgesetzt werden, ab 2018 mit der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband als Projektpartner. Insgesamt 24 Landarztfamulaturen konnten 2018 im Rahmen des Projekts gefördert werden. Auch das 2016 gestartete PJ-Förderprojekt der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband haben wir 2018 fortgeführt und insgesamt 23 PJ-Tertiale in Hausarztpraxen gefördert.

Der Nachwuchstag des Bayerischen Hausärzteverbandes in Würzburg in Würzburg am 26. April 2018 bot Medizinstudierenden und angehenden Allgemeinmedizinern wieder Gelegenheit, sich über die Ausbildung und berufliche Möglichkeiten in der Allgemeinmedizin zu informieren sowie Kontakte zu knüpfen.

2018 03 17 TdA Augsburg BergerZum Vergrößern bitte klicken

Kurz vor der Sommerpause Ende Juli kam die Nachricht, dass der Lehrbetrieb Medizin in Augsburg mit einem Lehrstuhl für Allgemeinmedizin starten wird – ein großer Erfolg vor allem für meinen Amtsvorgänger Dr. Dieter Geis und dem Bezirksvorsitzenden Schwaben Dr. Jakob Berger, die sich ganz besonders engagiert hatten. Als Bayerischer Hausärzteverband haben wir uns von Anfang an vehement dafür eingesetzt, dass dieser bereits bei Aufnahme des Lehrbetriebs eingerichtet sein muss.

Im Zuge dessen sei auch 1. Tag der Allgemeinmedizin in Augsburg genannt, den die Praxis Hausärzte am Vincentinum und der Bayerische Hausärzteverband erstmals gemeinsam Mitte März dieses Jahres ausrichteten. Das Thema Nachwuchs beschäftigte uns auch am Bayerischen Hausärztetag Ende April in Würzburg: Zu den Kernforderungen an die Politik, auf die sich die Delegierten mit Blick auf die Landtagswahl 2018 einigten, gehörte die Stärkung der hausärztlichen Aus- und Weiterbildung.

 
MdL Carolina Trauter Maria Stich Stefanie Berger kZum Vergrößern bitte klicken

Eine weitere Kernforderung der Delegierten am Bayerischen Hausärztetag war neben Verbesserungen der Rahmenbedingungen ärztlicher Praxistätigkeit die Förderung der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) – ein Anliegen, das auch bei den Praxisvisiten bayerischer Politiker zum Tag der Hausarztmedizin am 7. Mai ein wichtiges Thema war.

Eine sehr gute Nachricht zur HzV war die Entscheidung des Bundessozialgerichts im März 2018, die Revision der AOK Bayern gegen den geschiedsten Hausarztvertrag mit dem Bayerischen Hausärzteverband aus dem Jahre 2012 zurückzuweisen. Es war ein „wichtiger Tag für die Hausärzteschaft“, wie es Kollege Dr. Geis in einem Interview treffend formulierte.

Eine weitere gute Nachricht für die HzV war das am 2. Juli veröffentlichte Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, in dem die Gesundheitsweisen zur Förderung der HzV raten. Die Vorteile der HzV belegt auch einmal mehr die im Herbst dieses Jahres vorgelegte neuerliche Evaluation des HzV-Vertrags der AOK Baden-Württemberg, die gute Argumente für die HzV-Teilnahme liefert – für unsere Patienten und auch für uns Ärztinnen und Ärzte. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie noch nicht an den HzV-Verträgen teilnehmen, dann bitte ich Sie: Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander und schreiben Sie sich ein. Sie stärken damit unsere Stellung als Hausärzte, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis und die Versorgung Ihrer Patienten. Alles Wissenswerte zur Neuteilnahme finden Sie hier.

DSGVOZum Vergrößern bitte klicken

Ein Themenfeld, das die Hausarztpraxen und damit auch den Bayerischen Hausärzteverband dieses Jahr ganz besonders beschäftigt hat, ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Da ist zum einen die Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI). Hier hat sich der Bayerische Hausärzteverband massiv dafür eingesetzt, dass die Kosten für die TI-Anbindung nicht an den Vertragsärzten hängen bleiben.
Ein erster Erfolg war die Anhebung der Erstattungspauschalen für die TI in den Quartalen 3 und 4/2018, zu dem die Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes sicher beigetragen hat. Zum Themenfeld Digitalisierung gehört auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die dieses Jahr am 25. Mai in Kraft trat und die für bürokratischen Mehraufwand in den Praxen sorgte. Daran konnten wir als Verband nichts ändern, aber unseren Mitgliedern die Umsetzung durch umfangreiche Informationen erleichtern, auch in Bezug auf Änderungen bei der HzV.

Nikolausempfang 2018Zum Vergrößern bitte klicken.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens haben uns dieses Jahr auch die unterschiedlichen Modelle elektronischer Gesundheitsakten beschäftigt, die verschiedene Krankenkassen inzwischen ihren Patienten anbieten. Kollegin Dr. Reis-Berkowicz hat dazu für den Verband in einem Interview Stellung bezogen .

Für eine erfolgreiche Verbandsarbeit ist natürlich der Austausch mit Politik, Krankenkassen und weiteren Verbänden ein wichtiger Faktor. Und auch hier waren wir als Bayerischer Hausärzteverband in diesem Jahr wieder sehr aktiv. Als Beispiele möchte ich an die 1. Fachtagung Geriatrie des Bayerischen Hausärzteverbandes am 21. Februar erinnern, unser Treffen mit Pflegeverbänden Anfang Juni und natürlich unseren Nikolausempfang, der wieder eine schöne Gelegenheit zu informellen Gesprächen bot – über Ereignisse in diesem Jahr und Pläne für 2019.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

einige Themen wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen oder die Weiterentwicklung der HzV werden uns auch im kommenden Jahr begleiten, mit anderen wie beispielsweise Regressen oder Kapitalgesellschaften, die Geschäftsmodelle in der ambulanten Versorgung wittern, werden wir uns verstärkt auseinandersetzen müssen.
Erste einmal aber liegt Weihnachten vor uns. Ich wünsche Ihnen auch im Namen meiner Vorstandskollegen ein schönes Fest und erholsame, ruhige Tage mit viel Zeit zum Entspannen und Kräfte auftanken,

Ihr Dr. Markus Beier