Apropos Medizincampus Oberfranken: „Vorbild für andere Regionen“

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Dr. Markus Beier März 2016Zum Vergrößern bitte klicken.

Vergangene Woche (05. 02.2019) gab der Ministerrat in Bayern grünes Licht für den Medizincampus Oberfranken. Bereits in diesem Herbst sollen die ersten 100 Medizinstudierenden in Erlangen mit dem vorklinischen Studienabschnitt beginnen, die ab dem Wintersemester 2021/2022 ihr Studium im Klinischen Abschnitt am Medizincampus Oberfranken in Bayreuth fortsetzen werden. Bis 2026, so die Pläne, soll der Medizincampus Oberfranken voll ausgebaut sein. Dann können im rund 600 Studierende im Studiengang „Humanmedizin Erlangen-Nürnberg/Bayreuth“ eingeschrieben sein und etwa 400 in Oberfranken studieren.

Der Bayerische Hausärzteverband begrüßt das Projekt. Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes:
„Wir fordern seit langem schon mehr Medizinstudienplätze in Bayern für ganz Deutschland. Die junge Generation legt zu Recht mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance, das ist nicht nur bei Medizinern so. Auch deshalb müssen wir mehr Mediziner Ärztinnen und Ärzte ausbilden. Dabei sollte das Feld nicht privaten Einrichtungen mit hohen Studiengebühren überlassen werden, die teils mit unterschiedlichen Qualitätsstandards ausbilden.

Mit dem Modell des Medizincampus Oberfranken können ohne Qualitätsverlust zügig die dringend benötigten neuen Medizinstudienplätze geschaffen werden – und zwar in einer Region, in der die Nachwuchsmediziner gebraucht werden, denn Bayreuth ist nahe an der ländlichen Versorgung, und wer dort sein Studium abschließt, bleibt für die Weiterbildung und eine spätere Niederlassung eher in der Region. Wir gehen davon aus, dass es von Anfang an einen Schwerpunkt Allgemeinmedizin geben wird. All dies macht den Medizincampus Oberfranken zum Vorbild für andere Regionen.

Während in Bayreuth nun ein Medizincampus aufgebaut wird, um insbesondere jungen Menschen aus der Umgebung die Möglichkeit zum Medizinstudium vor Ort zu geben und Nachwuchsärzte an die Region zu binden, existiert in Regensburg bereits seit langem eine Medizinische Fakultät – leider immer noch ohne allgemeinmedizinisches Institut und Lehrstuhl. Dabei werden gerade Hausärztinnen und Hausärzte am meisten gebraucht – auch in der Oberpfalz. Höchste Zeit, dass die Universität Regensburg endlich einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin bekommt und damit die Möglichkeit, mehr Medizinstudierende für die Hausarztmedizin zu gewinnen.“