Apropos Grippewelle: „Wir ordern Impfstoff zum Wohle unserer Patienten, nicht um ihn zu horten!“

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Dr. Markus Beier März 2016Zum Vergrößern bitte klicken.

Für uns Hausärztinnen und Hausärzte ist es oberste Pflicht unsere Patienten so gut es geht vor gefährlichen Krankheitsverläufen, wie sie die Influenza mit sich bringt, zu schützen. "Gerade nach der heftigen Grippewelle in der letzten Saison 2017/2018 haben viele Kolleginnen und Kollegen ordnungsgemäß und auf Empfehlung der STIKO den neuen quadrivalenten Grippeimpfstoff für ihre Patienten bestellt. Wie entscheidend es ist, vorausschauend zu planen, hat sich dann Ende letzten Jahres gezeigt: In vielen Regionen war und ist der Grippeimpfstoff noch immer aus. Umso erschütternder ist es dann, wenn Hausärztinnen und Hausärzte, die frühzeitig für genügend Impfstoff gesorgt haben, jetzt für ihre Gewissenhaftigkeit mit Regressforderungen durch die Krankenkassen bestraft werden!", stellt Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes klar. 

"Es ist paradox: Zum einen wird verlangt, dass wir abschätzen wie viele Impfdosen gebraucht werden, zum anderen werden wir mit unserem persönlichen Vermögen in Regress genommen, sollte nach Ansicht der Kassen „zu viel“ geordert worden sein, weil beispielsweise weniger Patienten zum Impfen kommen, als erwartet. Kein Wunder also, dass viele Kolleginnen und Kollegen, die schon einmal mit Rückforderungen der Kassen konfrontiert waren, im letzten Jahr zurückhaltender bestellt haben. Die bundesweite Impfstoffknappheit hätte ein Zeichen zum Umdenken sein können. Doch statt uns Hausärztinnen und Hausärzte zu ermutigen, wird weiterhin maßgeregelt und mit Regressen gedroht. Ein fatales Signal.

Wir ordern den Impfstoff zum Wohle unserer Patienten und nicht um ihn zu horten! Gerade für ältere Patienten und solche mit geschwächtem Immunsystem, ist es unsere Pflicht, eine Grippeimpfung zu gewährleisten. Das muss möglich sein, ohne Angst im Nacken zu verspüren!

Der Bayerische Hausärzteverband wird sich mit aller Anstrengung dafür einsetzten, eine Aufhebung von Regressen für Grippe-Impfstoff zu erreichen, der als Praxisbedarf vorbestellt wurde".