7. Tag der Telemedizin in München: Chancen und Nutzen der Telematikinfrastruktur

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Tag der Telemedizin 2019Zum Vergrößern bitte klicken.

"Digitale Gesundheit und Pflege – die Zukunft ist jetzt!“ Unter diesem Motto stand der 7. Bayerische Tag der Telemedizin am 21. März in München. Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, informierte dabei über die Chancen und Risiken der Telematikinfrastruktur und stellte im Anschluss das TeleArzt-Konzept vor.

Ob elektronische Patientenakte (ePA), elektronischer Medikationsplan (eMP) oder Notfalldatenmanagement (NFDM): Die digitalen Anwendungen können für Patient und Arzt eine erhebliche Erleichterung sein. Wichtige Gesundheitsdaten werden erfasst und stehen ortsunabhängig und in Echtzeit allen Beteiligten zur Verfügung – im Notfall kann das Leben retten. Allerdings unter der Prämisse, dass Daten nur von ärztlicher Seite “eingespielt“ und geändert werden dürfen, sonst droht erhebliche Verschlimmbesserung, macht Dr. Beier klar. Damit der sektorenübergreifende Austausch von ePA, eMP und Co erfolgreich gelingt, müssen die Vorgaben für die Standards in einer Hand bleiben und von Seiten der Leistungserbringer definiert werden. Und schlussendlich müssen diese Vorgaben für jeden verbindlich sein – nur dann funktioniert eine gemeinsame Patientenführung.

Wie die Telemedizin schon heute Arztpraxen entlastet, zeigt Dr. Beier am Beispiel des TeleArzt Konzepts: Hierbei werden Praxisärzte von einer Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) unterstützt. Ausgestattet mit dem VERAHMobil kann sie Hausbesuche tätigen und den Patienten durch Vitaldatensensorik überwachen und betreuen und so dem behandelnden Arzt assistieren. Der Patient kann zusätzlich permanent durch ein Vitaldaten-Monitoring begleitet werden. Über eine gesicherte Mobilfunkverbindung kann die VERAH von ihrem Tablet-PC aus die ermittelten Gesundheitsdaten direkt in die Praxis senden und bei Bedarf den Hausarzt über Videotelefonie dazu schalten. Herzstück des TeleArztes ist der Telemedizin-Rucksack. Neben dem Tablet ist er ausgestattet mit einem 3-Kanal-EKG, Pulsoximeter, Blutzuckermessgerät, Spirometer, Blutdruckmessgerät und einer Waage.

Der TeleArzt unterstützt insbesondere den Behandlungsverlauf bei chronisch Kranken Patienten, die dadurch enger an die örtliche Behandlung gebunden werden, erklärt Dr. Beier. Aber auch Telemedizin braucht Hausärztinnen und Hausärzte – ein Allheilmittel gegen fehlenden ärztlichen Nachwuchs ist sie deshalb nicht.