„Die Förderung macht die Entscheidung für die eigene Praxis noch einmal leichter“

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Dr. Florian Rehner hat im Januar 2019 eine Hausarztpraxis in der mittelfränkischen Kleinstadt Altdorf bei Nürnberg übernommen und dafür das Förderprogramms von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zur Niederlassung von Haus- und Fachärzten im ländlichen Raum als 500. Arzt in Anspruch genommen. Welche Bedeutung die Förderung für Dr. Rehner hat, erzählt er im Interview.

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Dr. Florian Rehner hat im Januar 2019 eine Hausarztpraxis in der mittelfränkischen Kleinstadt Altdorf bei Nürnberg übernommen und dafür das Förderprogramms von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zur Niederlassung von Haus- und Fachärzten im ländlichen Raum als 500. Arzt in Anspruch genommen.

Für die Ministerin ein Indiz für den Erfolg des Förderprogramms, und sie ließ es sich nicht nehmen, den 500. Förderbescheid persönlich an Dr. Rehner zu überreichen. "Mein Ziel ist es, dass es in Bayern auch künftig eine gute und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung gibt - auch auf dem Land. Wir haben daher die Weichen bereits frühzeitig gestellt und schon im Juni 2012 als eines der ersten Bundesländer ein Programm aufgelegt, mit dem unter anderem die Niederlassung von Haus- und Fachärzten im ländlichen Raum gefördert wird. Dieses Programm ist sehr erfolgreich: Jetzt können wir schon den 500. Mediziner bei der Praxisgründung unterstützen", erklärte sie.

Welche Bedeutung die Förderung für Dr. Rehner hat und warum er sich für die Einzelpraxis in Altdorf entschieden hat, erzählt er im Interview.

Herr Dr. Rehner, welche Rolle hat die Förderung für Ihre Entscheidung gespielt, sich in eigener Praxis niederzulassen?

Dr. Rehner: Dass ich mich in eigener Praxis niederlassen würde, stand für mich von vorneherein fest, und ich hätte diesen Schritt auch ohne die Förderung getan. Aber die Förderung macht die Entscheidung für die eigene Praxis noch einmal leichter. Schließlich ist die Niederlassung mit erheblichen Kosten verbunden, und es macht einen Unterschied, wenn man 60.000 Euro weniger finanzieren muss. Für mich bedeutete die Förderung ganz konkret, dass ich gelassener in die Niederlassung in eigner Praxis starte - und das mit einem neuen Ultraschallgerät und einem Langzeit-EKG.

Welche Aspekte waren ausschlaggebend für diese Entscheidung?

Dr. Rehner: Mir war schon immer klar, dass ich mich irgendwann als Hausarzt niederlassen wollte, deshalb hatte ich mich nach dem Studium auch für die Weiterbildung Allgemeinmedizin entschieden. Fest stand für mich auch, dass ich nicht in die Großstadt wollte. Über eine Praxisbörse bin ich auf die Hausarztpraxis in Altdorf gestoßen – eine Kleinstadt in Großstadtnähe, das fand ich ideal.

Sie haben sich für eine Einzelpraxis entschieden. Hätten Sie sich beispielsweise auch den Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis vorstellen können?

Dr. Rehner: Ich wäre auch für andere Varianten offen gewesen, wobei die Einzelpraxis mein Favorit war. In einer Einzelpraxis kann man die eigenen Vorstellungen am besten umsetzen, ohne auf jemand anders Rücksicht nehmen zu müssen, der selbst seine eigenen Ideen hat, wie eine Praxis idealerweise zu führen ist.

Sie sind jetzt seit knapp drei Monaten Praxischef. Wie sieht Ihre Zwischenbilanz aus – würden Sie den gleichen Schritt nochmals wagen?

Dr. Rehner: Ja, auf jeden Fall. Ursprünglich hatte ich Befürchtungen, dass die Patienten abwandern würde mit dem Weggang meines Vorgängers in der Praxis, aber die meisten sind geblieben, es sind sogar neue hinzugekommen. Gut war auch, dass ich über ein Jahr hinweg die Praxis gemeinsam mit dem Vorbesitzer führen konnte, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe. Anfangs war ich bei ihm als Überbrückungsassistent angestellt, nach meiner Facharztprüfung Allgemeinmedizin als Sicherstellungsassistent.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings der bürokratische Aufwand, den Niederlassung und Praxisübernahme mit sich bringen. Aber letztlich hat es sich gelohnt, sein eigener Chef zu sein – ich kann die Niederlassung als Hausarzt nur empfehlen.