Grippeimpfstoff: „Wir haben endlich die Chance, regressfrei und am echten Bedarf orientiert zu bestellen“

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Dr. Marie-Luise Vogel, die sich als Vertreterin des Bayerischen Hausärzteverbandes in der LAGI engagiert, bewertet die Empfehlung, 100 Prozent des im Vorjahr verbrauchten Grippe-Impfstoffs vorzubestellen, posítiv.

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Die Engpässe beim Grippeimpfstoff in der Impfsaison 2018/2019 waren Thema des letzten Treffens der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen, kurz LAGI. Damit in der kommenden Impfsaison 2019/2020 genügend Impfstoff zur Verfügung steht, hat die LAGI empfohlen, dass Hausärztinnen und Hausärzte 100 Prozent des in der vergangenen Saison benötigten Impfstoffs bestellen. „Die Industrie hat signalisiert, dass mehr produziert wird, je mehr vorbestellt wurde“, erläutert Dr. Marie-Luise Vogel, die sich als Vertreterin des Bayerischen Hausärzteverbandes in der LAGI engagiert.

Da Hauärztinnen und Hausärzten bislang für nicht verbrauchten, georderten Impfstoff ein Regress drohte, wurde sehr zurückhaltend vorbestellt. „Die meisten von uns haben in der Regel etwa zwei Drittel es Vorjahresbedarfs vorbestellt und dann bei Bedarf noch zusätzliche Impfdosen nachbestellt“, so Dr. Vogel. Das soll nun anders werden. „Wenn wir dieses Jahr 100 Prozent des im Vorjahr benötigten Impfstoffes ordern, darf keine Regressgefahr bestehen für den Fall, dass weniger Patienten als im Vorjahr zur Grippeimpfung kommen. Die Regierungsvertreter bei der letzten LAGI-Sitzung standen da voll auf unserer Seite, eine konkrete Kassenzusage steht jedoch noch aus. Das werden wir bei der nächsten Sitzung am 23. Juli noch festklopfen müssen.“ Dr. Vogel geht jedoch davon aus, dass dies reine Formsache ist.

Schließlich haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Krankenkassen bereits auf eine gemeinsame Empfehlung zum Bezug der Grippeimpfstoffe für die Impfsaison 2019/2010 geeinigt, in der zu lesen ist: „Richten Sie Ihren Bedarf bitte an Ihren tatsächlich erbrachten Impfleistungen der letzten Saison (Grippesaison 2018/2019) aus.“ Die Empfehlung finden Sie hier.

„Damit haben wir endlich die Chance, regressfrei und am echten Bedarf orientiert zu bestellen – das ist die bisher beste Regelung dazu“, ist die Einschätzung von Dr. Vogel. Jetzt gelte es, diese umzusetzen. „Die neue Regelung muss jetzt gut kommuniziert werden, auch über die Hausarztkreise und Qualitätszirkel, um möglichst viele Kolleginnen und Kollegen zu erreichen“, folgert Dr. Vogel.