Neue Masche von Datendieben erreicht bayerische Arztpraxen

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Anfang August hatte die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft AG (HÄVG) vor einer aktuellen Betrugsmasche von Datendieben gewarnt, mit der thüringische Arztpraxen bereits konfrontiert wurden. Dabei gaben sich Anrufer als Mitarbeiter des technischen Supports von Microsoft aus und behaupteten, der Praxis-PC sei von Viren befallen. Mit dem Programm Team-Viewer hätten sich die Anrufer Zugang zum Praxis-PC verschaffen wollen, um Daten abzugreifen, berichtete die HÄVG und bezog sich auf eine Pressemitteilung der Landesdatenschutzbehörde Thüringen, die Sie hier nachlesen können.

Aber auch in Bayern sind Betrüger mit dieser Masche bereits unterwegs, berichtet ein Hausarzt aus Passau. „Auf meiner Praxisnummer haben angebliche Mitarbeiter von Microsoft und neuerdings von Windows mehrfach anrufen“, schreibt der Kollege und schildert das Muster der Anrufe so: „Die anrufenden, angezeigten Telefonnummern variieren, es sind durchaus echt wirkende, meist deutsche Nummern mit "028", "027", "030" am Anfang mit einer passenden Anzahl Nummern als Folgenummern, um als echte deutsche Telefonnummer wahrgenommen zu werden.

Geht man ran, fällt auf, dass zunächst für mehrere Sekunden die Telefonleitung wie tot wirkt, bis dann am anderen Ende eine Verbindung plötzlich aufgebaut wird.“
Auffällig sei dann nach dem Verbindungsaufbau „eine enorme, nicht zu einem Callcenter passende Hintergrundgeräuschkulisse, beispielsweise exotisch klingender Vogelgesang, Straßengeräusche, sich laut unterhaltende Frauen und Kinder in einer nicht zuordenbaren Sprache“. Schließlich melde sich dann mit einiger Verzögerung ein meist männlicher Gesprächspartner in einem schlecht verständlichen Englisch mit nicht zuordenbaren Akzent, der sich als "Mike" ausgibt oder einen anderen englischen Vornamen nennt und behauptet, von Microsoft oder auch Windows anzurufen, so die Erfahrungen des Passauer Hausarztes. „Spätestens jetzt sollte man auflegen“, so sein Rat.

Keinesfalls aber sollte man den „Fernwartungs-Instruktionen“ der vermeintlichen Mitarbeiter von Microsoft folgen, keine geforderten Downloads tätigen und keine ID- oder Pin-Nummern preisgeben, rät auch der thüringische Datenbeauftragte in der Pressemitteilung zu der aktuellen Betrugsmasche.

Bitte bedenken Sie: „Datenpannen“ wie beispielsweise durch den Zugriff nicht Berechtigter auf Ihren Praxis-PC müssen dem zuständigen Landesamt für Datenschutz gemeldet werden. In Bayern ist dies das Bayerische Landesamt für Datenschutz-Aufsicht, das unter https://www.lda.bayern.de/de/datenpanne.html ein Meldeportal eingerichtet hat.

Allgemeine Informationen zum Datenschutz, zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und ihrer Umsetzung in Arztpraxen finden Sie auch hier im Bereich Mitglieder/Service.