Fachgespräch im Landtag: Steuerung wichtig für Sicherung der Versorgung

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2019 07 23 Praxisbesuch Jürgen Mistol Dr. SemmlerZum Vergrößern bitte klicken.

Die "Rolle der Universitätsklinika für die bestmögliche Gesamtversorgung" war Thema eines Fachgesprächs der Ausschüsse für Wissenschaft und Kunst sowie für Gesundheit und Pflege Mitte Oktober im Bayerischen Landtag. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die ambulante medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen sichergestellt werden kann.

Zu den geladenen Sachverständigen gehörte Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, der bei dieser Frage die Bedeutung der Versorgungssteuerung betonte und auf die Hausarztzentrierte Versorgung als Steuerungsmodell verwies. Zu den Punkten, die er ansprach, gehörte auch die Bedeutung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Hausärzteverband und den Universitätsklinika funktioniert überall dort sehr gut, wo es Lehrstühle für Allgemeinmedizin gibt“, stellte er fest. „Ich hoffe, dass die Universität Regensburg bald einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin erhält, denn solche Lehrstühle strahlen auch auf das Land aus“, erklärte Dr. Beier und verwies auf das Projekt „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“(BeLa).

Als Beispiel, wie die Zusammenarbeit zwischen Bayerischem Hausärzteverband und Universitätskliniken direkten Impakt auf die Patientenversorgung in den Hausarztpraxen haben kann, nannte Dr. Beier das „Shared Decision Making“, das man weiterentwickeln wolle. Arzt und Patient entscheiden dabei gemeinsam auf Grundlage wissenschaftlicgher Erkenntnisse übr die künftige Behandlung, wobei – wie im Fall der Software „Arriba“ – diese wissenschaftlichen Grundlagen digital angeboten und laufend aktualisiert werden.

Beim Thema Digitalisierung, das ebenfalls angesprochen wurde, äußerte Dr. Beier mit Blick auf die elektronische Patientenakte Datenschutzbedenken. Außerdem mahnte er an, dass die Praxen bei Beratungen, wie die Patientenakten befüllt werden sollen, „möglichst früh und ganz intensiv ins Boot geholt werden“. Wenn die Akte mehrere Seiten mit Daten beinhalte und der Arzt erst einmal zehn Minuten benötige, um die für ihn relevanten Informationen zu finden, sei das bei mehreren hundert Patienten nicht leistbar. Ganz klar sprach sich Dr. Beier für digitale Medikationspläne aus. „Analoge Medikationspläne sind kaum einheitlich zu händeln“, sagte er. „Wenn sie nach den Wünschen des Bayerischen Hausärzteverbandes fragen, würde ich sagen, dass die Medikationspläne digital verbessert und auf den aktuellen Stand gebracht werden sollten“, so Dr. Beier.