Apropos… neuer EBM: „Mal wieder Prinzip linke Tasche – rechte Tasche“

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Dr. Markus Beier März 2016Zum Vergrößern bitte klicken.

"Budgetierte Gesprächsleistung rauf, dafür Punktabzug bei Versichertenpauschale, Vorhaltepauschalen und technischen Leistungen – der neue EBM, der am 1. April 2020 in Kraft treten soll, ist für uns Hausärzte ein Nullsummenspiel“, kommentiert Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, die kleine EBM-Reform, auf die sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt haben. Es ist wieder einmal das Prinzip linke Tasche – rechte Tasche, das wir schon zu genüge kennen.“ „Die ganze Reform verdient den Namen nicht“, findet auch sein Vorstandskollege Dr. Christian Pfeiffer. „Echte Weiterentwicklung von Leistungen und Honorar gibt es nur in der Hausarztzentrierten Versorgung“, sind sich beide einig.

Nun liegt der neue EBM auf dem Tisch, der die Gesprächsleistung aufwerten soll. „Budgetierte Gesprächsleistung rauf, dafür Punktabzug bei Versichertenpauschale, Vorhaltepauschalen und technischen Leistungen – der neue EBM, der am 1. April 2020 in Kraft treten soll, ist für uns Hausärzte ein Nullsummenspiel“. Mit diesen Worten kommentiert Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, die kleine EBM-Reform, auf die sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt haben. „Das ist, als würden Ihren Kindern das Taschengeld kürzen, um ihnen am Ende des Jahres dafür ein Geschenk zu kaufen“, verbildlicht er.

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Sein Vorstandskollege Dr. Christian Pfeiffer sieht das ähnlich: „Ich denke, im Großen und Ganzen werden die meisten Praxen nicht gewinnen, aber auch nicht verlieren. Die ganze Reform verdient den Namen nicht. Allerdings ist die Abwertung der ohnehin schon mageren Bezahlung mancher unserer technischen Leistungen ein Schritt zum Barfußarzt, denn bei dieser Bezahlung rechnet sich kein Gerät. Beschränkt sich unsere Arbeit dann auf Reden, Rezepte und Überweisungen ausstellen?“, fragt er.
Einig sind sich beide: „Echte Weiterentwicklung von Leistungen und Honorar gibt es nur in der Hausarztzentrierten Versorgung.“ „Mit der Hausarztzentrierten Versorgung haben wir einen selbstbestimmten Weg zu einer echten Unterstützung und Förderung guter Hausarztmedizin in unseren Praxen eingeschlagen, den wir weiterverfolgen werden. Das lässt sich einmal mehr am Verhandlungsergebnis mit der Techniker Krankenkasse (TK) ablesen“, führt Dr. Beier aus. „Der HZV-Vertrag mit der TK beinhaltet jetzt beispielsweise einen Innovationszuschlag, mit der Digitalisierungsmaßnamen, die der hausärztlichen Versorgung wirklich nützen, gefördert werden.“