Hausärzte kandidieren für die Kommunalwahl: Dr. Christian Waas

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„Man kann nicht immer nur kritisieren, man muss sich auch selbst engagieren“, begründet Dr. Christian Waas, warum er erstmals bei der Kommunalwahl als Kandidat der ÖDP für den Kreistag Straubing-Bogen antritt. „Ich bin seit vielen Jahren Mitglied der ÖDP, weil sich diese Partei nicht nur für ökologische Themen einsetzt, sondern auch für soziale Gerechtigkeit“, erklärt der Facharzt für Allgemeinmedizin und niederbayerischer Bezirksdelegierter des Bayerischen Hausärzteverbandes. Gemeinsam mit seiner Frau, Dr. Renate Waas, und den Kollegen Dr. Manuel Sommer und Dr. Marta Picucci führt er die Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Bogen. Zum Ärzteteam gehört außerdem eine angestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin und zwei Ärztinnen in Weiterbildung.

„Wir können nicht unsere Nachwuchsprobleme auf dem Rücken anderer Länder lösen"

„Die medizinische Versorgung in der Region wird zunehmend schlechter. Gerade bei den kommunalen Krankenhäusern wird immer mehr gespart. Dagegen muss man etwas tun. Wirtschaftlichkeit ist nicht alles. Die Kommunen und Landkreise haben auch eine soziale Verantwortung“, so Dr. Waas, der sich auch gegen Sozial-Dumping in den Krankenhäusern und das massive Abwerben ausländischer Mediziner ausspricht. „Wir können nicht unsere Nachwuchsprobleme auf dem Rücken anderer Länder lösen, die vielleicht wirtschaftlich nicht so stark sind wie Deutschland. Wir müssen mehr Studienplätze schaffen, also selbst mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden.“

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„Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung“ ist dann auch ein Thema in dem Zwölf-Punkte-Programm der ÖDP im Landkreis Straubing-Bogen. Konkret fordert die Partei, die beiden Kreiskliniken zu erhalten und zu stärken, eine Tagesklinik für Jugendpsychiatrie aufzubauen, ein flächendeckendes Netz von Hausärzten zu erhalten und eine eigene Krankenpflegeschule sowie langfristig eine Station für Kinderheilkunde aufzubauen.

Neuregelung des Notarztdienstes macht "Dienst zunehmend unattraktiv"

Ein weiteres Thema, was den Ärzten im Landkreis Straubing-Bogen auf den Nägeln brennt, sei auch die Neuregelung des Notarztdienstes. „Die Kolleginnen und Kollegen haben in einer Schicht vielleicht ein oder zwei Einsätze, sollen aber neuerdings die ganze Zeit auf der Rettungswache parat sein, während sie früher auch von daheim aus starten konnten, das macht diesen Dienst zunehmend unattraktiv“, findet Dr. Waas und schlägt vor, zur alten Regelung zurückzukommen, bevor immer mehr Kollegen es ablehnen, überhaupt Notarztdienste zu machen.