Aktuelle Hinweise COVID-19 („CORONA“, 17.03.2020)

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir befinden uns in herausfordernden Zeiten. Es ist viel Engagement und viel Improvisieren vor Ort nötig, um von Tag zu Tag die richtigen Versorgungsmaßnahmen zu treffen. Ich möchte Ihnen allen schon jetzt meinen Dank und meinen Respekt für Ihren großartigen Einsatz und den Ihres Praxisteams übermitteln.

Weiter gilt: Wenn wir uns im aktuellen Katastrophenfall in unseren Praxen direkt um CoViD-19- (Verdachts-)Fälle kümmern sollen, ist uns entsprechende Schutzkleidung zuzuteilen! Wie der KVB-Vorstand sehen wir pragmatische Lösungen ohne große bürokratische Hürden als erforderlich an. Dies gilt auch für die Ausweitung der Möglichkeit von Videosprechstunden, die Ausstellung von AU-Bescheinigungen (für 14 Tage) oder von Rezepten ohne direkten Patienten-Kontakt in den Praxen.

Die von Bundes- und Landesregierung getroffenen sonstigen Maßnahmen sind absolut richtig, denn es wird in den nächsten Wochen weiterhin darum gehen, die exponentielle Ausbreitung von CoViD-19, soweit es möglich ist, einzudämmen. Dazu ist essenziell erforderlich, die sozialen Kontakte auf ein absolut notwendiges Mindestmaß zu reduzieren und Risikogruppen umfassend zu schützen. Dies muss ab sofort auch unser oberstes Behandlungsprinzip für die nächste Zeit sein. Notwendig sind daher: Die maximale Eindämmung von Arzt-Patientenkontakten, Praxisteam-Patientenkontakten und Patient-Patientenkontakten in unseren Praxen und die Umgestaltung der Praxisabläufe!

Hier grundlegende Überlegungen / Empfehlungen, die Sie auf Ihren Praxisablauf adaptieren können:

  • Infekt-Patienten werden zunächst von den Praxisabläufen primär telefonisch oder per Videosprechstunde behandelt. Dies ist durch Aushänge vor der Praxis, Telefon, Triage vor der
    Praxistür, Anzeigen auf der Homepage etc. entsprechend kenntlich zu machen und einzuhalten.
  • Wenn Sie Schutzkleidung besitzen, sollten Sie diese ggf. während entsprechend zeitlich und örtlich separierten Infekt-Sprechstunden verwenden.
  • Alle ambulant behandelbaren Infekt-Fälle sind telefonisch bzw. anderweitig kontaktlos (auch durch Recall) unter Anregung einer Zuhause-Isolierung zu betreuen.
  • Auch außerhalb der Infekt-Behandlung sind Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren (Rezepte / Überweisungen / AU per Post zusenden, ggf. Vereinbarung von speziellen Abholzeiten und Orten).
  • Erwägen Sie eine Verschiebung aller nicht zwingend nötiger Behandlungstermine (wie z.B. GU, HKS, Schulungen, DMP, Routine-Laborkontrollen etc.).
  • Reduzieren Sie Hausbesuche auf das Notwendigste.

WICHTIG: Beachten Sie grundsätzlich die sich nun ggf. täglich erneuernden Behandlungsleitlinien. Viele, nicht für die medizinische Behandlung essenzielle Fragen werden hingegen erst im Nachgang mit den zuständigen Ansprechpartnern zu klären sein.

Mit kollegialen Grüßen
Dr. Markus Beier

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