COVID19-Pandemie: Die Lage ist ernst – Eindämmen, Eindämmen, Eindämmen

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachdem die Bayerische Staatsregierung am 20.03.2020 weitere Ausgangsbeschränkungen angeord-net hat und wir die dramatischen Entwicklungen der Corona-Pandemie in Italien und Spanien beobachten, möchten die Allianz Fachärztlicher Berufsverbände (AFB e.V.) und der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV e.V.) gemeinsam alle bayerischen Vertragsärztinnen und -ärzte sowie die Psychotherapeutinnen und –therapeuten dringend auffordern, die Abläufe in den Praxen umzuorganisieren.

Bitte behandeln Sie jetzt nur noch Notfälle und führen Sie nur noch medizinisch absolut notwendige Untersuchungen, Behandlungen und Operationen durch! Alle aus medizinischen Gründen nicht zwingend erforderlichen Untersuchungen, Behandlungen und Operationen müssen verschoben werden. Wir müssen aktiv mithelfen, die Infektionskette zu unterbrechen!

Nur durch solche Maßnahmen ist es möglich, auch die Patienten, die nicht an einer Coronavirus-
Infektion leiden und trotzdem akute medizinische Hilfe bzw. unabdingbare medizinische Kontrollen benötigen, mit möglichst geringem Risiko für alle Beteiligten während dieser Krise adäquat zu behandeln. Halten Sie deshalb Ihre Praxen weiterhin offen und stellen Sie die Versorgung sicher.

KBV und BMG bemühen sich derzeit intensiv um Schutzausrüstung und diese soll dann verteilt werden. Bitte versuchen Sie bis dahin, sich lokal/regional gegenseitig zu unterstützen, wenn entsprechende Materialen gebraucht werden! Es ist jetzt nicht an der Zeit, in den Kategorien Hausarzt/Facharzt zu denken, sondern in gemeinsamer Anstrengung diese Katastrophe zu überwinden und die Maßnahmen der KVB und der Bayerischen Staatsregierung maximal zu unterstützen.

Auf allen Ebenen sind wir aktuell dabei, selbstverständlich auch mit und über die KVB, weitere Erleichterungen für die Abläufe und Abrechnungsmodalitäten in unseren Praxen zu verhandeln. Darüber werden Sie von der KVB und den Verbänden zeitnah informiert werden. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einem Schreiben an die deutsche Ärzteschaft zugesagt, sich dafür einzusetzen, Modalitäten zu finden, dass die finanziellen Ausfälle für die Praxen, die aufgrund der Corona-Pandemie zwangsläufig entstehen werden, ausgeglichen werden können. Das ist auch nötig und wir werden auch darauf zurückkommen müssen.

Es geht aber nun erstmal um Menschenleben und das ist für uns Ärzte immer das oberste Gut! Bitte helfen Sie aktiv mit, denn noch können wir die maximale Katastrophe abwenden!

Mit kollegialen Grüßen

 

Dr. Peter Heinz

Vorsitzender AFB e.V.

Dr. Markus Beier

Landesvorsitzender BHÄV e.V.

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