Bayerischer Ärztetag: „Themen Schutzausrüstung und Test-Kapazitäten von hoher Wichtigkeit“

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Der 79. Bayerische Ärztetag steht im Zeichen der Corona-Pandemie, und zwar gleich doppelt. Zum einen gelten für dieses Treffen am Samstag in den Münchner Eisbach-Studios verschärfte Hygieneregeln, zum anderen beschäftigen sich mehrere Anträge mit der Corona-Pandemie. Welche Themen den Hausärzten besonders am Herzen liegen, erläutert Dr. Hans-Erich Singer, Bezirksvorsitzender Mittelfranken des Bayerischen Hausärzteverbandes und Delegierter der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK).

 
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Der 79. Bayerische Ärztetag steht im Zeichen der Corona-Pandemie, und zwar gleich doppelt. Zum einen gelten für dieses Treffen am Samstag in den Münchner Eisbach-Studios verschärfte Hygieneregeln, zum anderen beschäftigen sich mehrere Anträge mit der Corona-Pandemie.
„Gerade für uns Hausärztinnen und Hausärzte sind die Themen Schutzausrüstung und Test-Kapazitäten von hoher Wichtigkeit“, erklärt Dr. Hans-Erich Singer. Der Bezirksvorsitzende Mittelfranken des Bayerischen Hausärzteverbandes gehört zu den 180 Delegierten der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), die die Interessen der rund 80.000 Ärzte in Bayern vertreten.

Dr. Singer: „Wir werden in unseren Anträgen noch einmal deutlich machen, dass die Ausstattung der Praxen mit ausreichend Schutzausrüstung entscheidend für die Bekämpfung der Pandemie ist. Deutschland ist im internationalen Vergleich nur deshalb gut durch die Krise gekommen, weil sechs von sieben Corona-Patienten ambulant versorgt wurden. Die Hausärztinnen und Hausärzte haben den Kliniken den Rücken freigehalten, damit die sich auf die Versorgung der schwer erkrankten Patienten konzentrieren konnten. Diesen großen Einsatz können wir aber weiterhin nur leisten, wenn wir unsere Mitarbeiterinnen und uns selbst sicher vor einer Ansteckung schützen können.“

Ein weiteres Thema auf dem Bayerischen Ärztetag wird auch die bayerische Corona-Teststrategie sein. „Dass sich in Bayern jeder Bürger jederzeit kostenfrei testen lassen kann, ist eine politische Entscheidung, die wir nicht grundsätzlich in Frage stellen“, erklärt Dr. Singer, schränkt aber ein: „Es muss sichergestellt werden, dass die Kapazitäten weiterhin für medizinisch notwendige Tests ausreichen und die entsprechende Priorität haben. Je nach Pandemielage müssen wir in der Lage bleiben, zum Beispiel Alten- und Pflegeheime zeitnah durchzutesten, um eine Verbreitung möglich schnell unter Kontrolle zu bringen.“

BLÄK-Präsident mahnt Zurückhaltung bei Attesten zur Befreiung einer Mund-Nasen-Bedeckung an

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In einem Leitantrag will das Präsidium der Bayerischen Landesärztekammer außerdem an Bayerns Ärzte appellieren, bei Attesten zur Befreiung einer Mund-Nasen-Bedeckung zurückhaltend zu sein und den weitgehend gesellschaftlichen Konsens, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und die Grundsatzentscheidung des Verordnungsgebers nicht zu ignorieren. „Wer ohne die notwendige Sorgfalt oder gar nur aus Gefälligkeit ein Attest ausstellt, verstößt nicht nur gegen die Berufsordnung, sondern macht sich unter Umständen auch strafbar – mit allen Konsequenzen“, warnt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Bayerischen Ärztetags. Ein Attest könne „deshalb nur aus der unmittelbaren Kenntnis der gesundheitlichen Situation des Patienten erstellt werden“. Deshalb seien, so Dr. Quitterer, eine gründliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung entsprechend den medizinisch-fachlichen Standards notwendig.