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KV-Wahlen 2022: „Wir haben viel zu verlieren“

Dr. Jakob Berger
Mitglieder des KV-Wahlkampfteams (v. li.):
Dr. Wolfgang Ritter, Dr. Christian Pfeiffer, 
Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Petra Reis-Berkowicz
und Dr. Markus Beier.

Vom 27.10. bis 09.11.2022 sind die Vertragsärztinnen und -ärzte in Bayern aufgerufen, die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) neu zu wählen. Der Bayerische Hausärzteverband wird wieder mit einer eigenen Liste antreten mit dem Ziel, erneut eine starke hausärztliche Fraktion in der KVB-VV bilden zu können.

Wieviel davon abhängt, wurde bei der Auftaktveranstaltung zum KV-Wahlkampf am Bayerischen Hausärztetag in Erlangen deutlich. „Wir haben sehr viel zu verlieren, weil wir sehr viel im letzten Jahrzehnt gewonnen haben“, brachte es Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes auf den Punkt.

Details zu den fundamentalen Verbesserungen für die hausärztliche Versorgung, die Dank der Mehrheitsverhältnisse in der aktuellen und der vorangegangenen Legislaturperiode erreicht werden konnten, lieferte der amtierende KVB-Vorstandsvorsitzende und Hausarzt Dr. Wolfgang Krombholz.

Bereitschaftsdienstreform war „Hartnäckige Arbeit"

Dr. Krombholz nannte hier beispielsweise die gelungene Bereitschaftsdienstreform, die zu einer deutlichen Entlastung hausärztlicher Praxen geführt habe. Dr. Markus Beier erinnerte in diesem Zusammenhang an die „hunderte von Stunden, die wir alle in den Bereitschaftsdienst investiert haben“ und die „hartnäckige Arbeit, inhaltlich und politisch“, die nötig gewesen war, um die Bereitschaftsdienstreform durchzusetzen.

Abschaffung der Richtgrößenprüfungen großer Erfolg

Positiv haben sich auch die Förderungen der Weiterbildung Allgemeinmedizin entwickelt und die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) mit den Weiterbildungsverbünden. Durch den Sicherstellungszuschlag im hausärztlichen Bereich sei es gelungen, den hausärztlichen Anteil am Gesamthonorar auch tatsächlich den Hausärztinnen und Hausärzten zugutekommen zu lassen.
Zu den ganz großen Erfolgen rechnet Dr. Krombholz die Abschaffung der Richtgrößenprüfungen und die Tatsache, dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen nur noch die zurückliegenden zwei Jahre erfassen und nicht vier: So könne man daraus lernen und werde nicht durch Regresse in die Pleite getrieben.

Eine der anstehenden Aufgaben der nächsten Legislaturperiode sieht Dr. Krombholz in der Definition der hausärztlichen Tätigkeit, „weil das bestimmt, was wir berechnen können“. Vor allem aber gelte es, an Erreichtes anzuknüpfen, beispielsweise mit Blick auf die Hausarztzentrierte Versorgung: Hier gehe es auch um die „Akzeptanz der Politik, 73b zu erhalten, die FDP will uns das nicht so gerne weiter eröffnen“, drückte sich Dr. Krombholz vorsichtig aus.

KV-Wahl in Bayern wirkt sich auch auf KBV aus

Dr. Beier wies darauf hin, dass von den Mehrheitsverhältnissen in der künftigen KVB-VV auch die Stärke der Hausärztefraktion auf Bundesebene abhängt, was Dr. Petra Reis-Berkowicz, die neben ihrer Vorstandstätigkeit für den Bayerischen Hausärzteverband sich als Vorsitzende der KVB-Vertreterversammlung sowie der KBV-Vertreterversammlung engagiert, unterstrich. Man wolle auch auf Bundesebene gewonnenen Boden nicht wieder verlieren. „dafür brauchen wir jede Stimme“, appellierte sie. Viele wüssten gar nicht, wieviel davon abhängt, „dass wir unsere Power, die wir jetzt gewonnen haben, den Respekt, unsere Reputation auf Landes- wie auf Bundesebene behalten.“

Gute Bedingungen für hausärztliche Versorgung keine Selbstverständlichkeit

Dr. Wolfgang Ritter, der wie Dr. Beier, Dr. Reis-Berkowicz, Dr. Krombholz und Dr. Christian Pfeiffer zum Wahlkampfteam des Bayerischen Hausärzteverbandes gehört, warnte vor einer Gefahr, die von den Erfolgen des letzten Jahrzehnts ausgehe: „Wir müssen aufpassen, dass die Kolleginnen und Kollegen das Erreichte nicht als zu selbstverständlich aufnehmen und sagen, ‚uns geht’s doch gut, was muss ich mich jetzt bei der Wahl beteiligen‘. Die Botschaft müsse sein: Um das zu erhalten, muss ich aktiv werden“.

Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, sieht auch Dr. Christian Pfeiffer, Vorstandsbeauftragter für Forschung und Lehre des Bayerischen Hausärzteverbandes und Bezirksvorsitzender Unterfranken, als zentrale Aufgabe. Er verwies auf das gute Betriebsklima in der KVB. In Beratungsgesprächen werde sogar die HZV angesprochen, „da haben wir wirklich was erreicht“.

„Die KV ist eine Behörde und nicht per se unser Freund“

Das bestätigte Dr. Reis-Berkowicz und erinnerte sich, dass die KV während nahezu 20 Jahre Jahren ihrer Tätigkeit ein Feindbild gewesen sei. „Wir haben den Bayerischen Hausärzteverband in die KV transportiert und das Außenbild der KV neu geprägt“, ist sie überzeugt, warnte aber: „Die KV ist eine Behörde und nicht per se unser Freund.“ Das jetzige positive Verhältnis könne sich ganz schnell wieder drehen. Nur eine erneut starke Hausarztfraktion verhindere das.

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