Weiterbildungsverbund Donau-Ries neu formiert: Flexibel zum Facharzt für Allgemeinmedizin

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Wer sich für eine Verbundweiterbildung entscheidet, um Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin zu werden, hat in Bayern die Wahl unter aktuell 80 bei der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA)registrierten Weiterbildungsverbünden. Einer davon ist der Weiterbildungsverbund Donau-Ries, der bereits 2012 ins Leben gerufen wurde. Dr. Sebastian Burkhard, der heute im Städtchen Harburg im Landkreis Donau-Ries als Hausarzt in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassen ist, hat den Verbund für seine Weiterbildung genutzt. Mit der Flexibilität in der Weiterbildung war es damals nicht weit her, erinnert er sich. 

Das hat sich inzwischen geändert. Im Dezember 2016 hat sich der Weiterbildungsverbund neu formiert. „Heute können Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung Allgemeinmedizin auch kurze Abschnitte innerhalb der ambulanten Fachrichtungen hospitieren. Minimum sind drei Monate“, berichtet Dr. Burkhard. „Wir bieten hier jetzt eine sehr große Flexibilität.“ Das sei auch wichtig, betont der Hausarzt. „Gerade in der Weiterbildung Allgemeinmedizin ist es wichtig, möglichst viel kennenzulernen“, ist seine Erfahrung.
Und an Fachrichtungen mangelt es dem Weiterbildungsverbund Donau-Ries nicht. „Es sind hier fast alle Fachbereiche vertreten, das Spektrum ist sogar noch etwas breiter als im Weiterbildungsverbund Dillingen“, sagt Direktor Dr. Thomas Eberl, der ärztliche Leiter des Weiterbildungsverbundes, nicht ohne Stolz. Schließlich gilt das „Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen“, kurz AKADemie, als Vorzeigeprojekt. Es dient auch als Vorlage für das neue Curriculum des Weiterbildungsverbundes Donau-Ries, das derzeit noch erarbeitet wird.

An der Weiterbildung im stationären Bereich sind alle drei Verbundkliniken Donauwörth, Nördlingen und Oettingen beteiligt. Neben der Basisweiterbildung im Bereich der Inneren Medizin und Chirurgie gibt es auch die Möglichkeit, Wahlfächer wie beispielsweise Gynäkologie oder Psychiatrie in Donauwörth, Kardiologie in Nördlingen oder Geriatrie in Oettingen zu belegen.

WB Verbund Donau Ries FlyerDie Aufbruchstimmung in Bezug auf die Gesundheitsversorgung im Donau-Ries hängt auch damit zusammen, dass das Donau-Ries seit 1. Oktober 2015 als „Gesundheitsregionplus“ gefördert wird. Geschäftsstellenleiter ist der Facharzt für Chirurgie, Notfallmedizin und Master of Business Administration (MBA) Herbert Schmidt. Mit 25 Jahren Berufserfahrung als Oberarzt an den Donau-Ries-Kliniken und Seniorenheimen gKU versorgt er in seiner Freizeit seit 2005 die Landkreisbevölkerung als Bereitschaftsdienstarzt gemeinsam mit niedergelassenen Hausärzten. Durch enge Kontakte sowohl zu klinisch tätigen als auch ambulanten Kollegen und durch eigene Erfahrung weiß er, wo angesetzt werden muss, um die Gesundheitsversorgung im Donau-Ries langfristig zu sichern. 

„Wir müssen noch mehr sektorenübergreifend tätig werden“, ist er überzeugt. Hierzu müssen persönliche Kontakte hergestellt und regelmäßig gepflegt werden. So organisiert Schmidt beispielsweise Veranstaltungen wie „Hausärzte treffen Klinikärzte“ und bietet in Zusammenarbeit mit der VHS Nachwuchsmedizinern regelmäßig die Möglichkeit, über den Beruf des Landarztes zu informieren. Hierfür wurde auch der Wirtschaftsförderverband Donau-Ries mit ins Boot geholt, um Ehepartnern und Lebensgefährden der Mediziner einen adäquaten Arbeitsplatz in der Region anbieten zu können.

Auch bei der Lösung des Nachwuchsproblems im medizinischen Bereich bildet die Kooperation zwischen Praxen und Kliniken eine entscheidende Rolle – schließlich müssen alle an einem Strang ziehen, um das Donau-Ries als Ort der medizinischen Weiterbildung attraktiv zu machen.

Die verbesserte Kooperation zwischen Praxis- und Klinikärzten wirkt sich nicht nur positiv auf die Verbundweiterbildung aus, sondern auch auf die Behandlungsqualität und die berufliche Zufriedenheit, findet Allgemeinmediziner Dr. Burkhard. „Eine Win-Win-Situation für alle“, fasst er zusammen. 

Nun gilt es, den wiedergeborenen Weiterbildungsverbund Donau-Ries mit seinem Angebot einer besonders flexiblen Weiterbildung Allgemeinmedizin beim Mediziner-Nachwuchs bekannt zu machen. Drei Weiterbildungsstellen Allgemeinmedizin hat der Verbund derzeit zu bieten. Dr. Burkhard, der selbst im Donau-Ries seine Weiterbildung absolviert hat und nicht mehr weg wollte, kann die Region nur empfehlen: „Das Donau-Ries ist ein Landstrich mit hohem Freizeitwert“, ist seine persönliche Einschätzung. „Wir sind hier an der Schwelle zu drei Großstädten, die schnell zu erreichen sind: München, Augsburg und Nürnberg“, hebt er sie Großstadtnähe als Pluspunkt hervor.

Hausärztlicher Nachwuchs wird auch im Donau-Ries wie vielerorts in Bayern dringend benötigt. Dr. Burkhard hat selbst vor zwei Jahren durch den Einstieg in die Praxis seines Weiterbilders gemeinsam mit einem weiteren Kollegen den Fortbestand der Lehrpraxis gesichert – „ein Glücksfall für die Region“, titelte damals die Augsburger Allgemeine

Inzwischen wurde die Gemeinschaftspraxis umgebaut und modernisiert, das Gebäude mit seinen 5.000 Quadratmetern bietet Platz für weitere Fachrichtungen und soll zu einem Ärztehaus weiterentwickelt werden – vernetzte und moderne Medizin mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell auf dem Land – und das schon in der Weiterbildung – lautet die Devise. Ohne Delegation geht das freilich nicht. In der Praxis von Dr. Burkhard und Kollegen entlasten zwei Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) die Ärzte.

Interessiert an einer Weiterbildung Allgemeinmedizin bei Dr. Burkhardt und seinen Haus- und Facharztkollegen in Praxen und Kliniken, die beim Weiterbildungsverbund Donau-Ries dabei sind? 

Ansprechpartner finden Sie hier, einen Infoflyer zum Weiterbildungsverbund Donau-Ries hier.

Weitere Informationen zu diesem und weiteren 79 Weiterbildungsverbünden in Bayern bietet auch die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA).