EMSA Twinning Projekt 2018: Zwischen Weißwurstfrühstück, Ayran und Cevapcici

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Im Rahmen des EMSA Twinning Projekts 2018 haben neun Medizinstudierende der Technischen Universität München und der LMU München ein Austausch-Programm mit kosovarischen Medizinstudenten auf die Beine gestellt. Während die „Twins“ aus dem Kosovo in München mit einem Weißwurstfrühtsück auf der Wiesn, bayerische Gepflogenheiten kennen lernen durften, erlebten die Studierenden der TUM und LMU in Pristina die Balkan-Kultur. Zwischen landestypischen Speisen wie Cevapcicici und Ayran, konnten die Studierenden das neueste Bluttransfusionszentrum in Pristina bestaunen und lernten in einem anschließenden Vortrag die Diagnosekriterien von Autismus bei Kindern.

Der Bayerische Hausärzteverband unterstützte die interkulturelle Begegnung zwischen den europäischen Medizinstudierenden durch ein Sponsoring. Die Fachschaft Medizin der TU München hat sich dafür in ihrem Bericht bedankt. Hier ein Auszug zum Besuch in Pristina: 

 

Pristina

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Am 31. Oktober war es dann endlich soweit und um 6:00 Uhr in der Früh trafen wir uns am Flughafen in München. Angekommen in Pristina dauerte es nicht lang, bis wir von den Kosovaren abgeholt und zu einem der Twins nach Hause gefahren wurden. Die ersten Eindrücke überschlugen sich, denn obwohl wir uns noch in Europa bewegten, fühlte es sich viel weiter an. Wir waren im „wilden Balkan“ angekommen! (...) Am Donnerstagvormittag folgte dann der erste medizinische Teil unserer Reise. Wir wurden durch das neueste Bluttransfusionszentrum Pristinas bzw. des Kosovos geführt. Einer der ansässigen Ärzte führte uns durch die verschiedenen Räume und Laboratorien und erklärte uns die Arbeitsweise des Fachpersonals. Eine der medizinischen Angestellten zeigte uns dann, wie wir sehr schnell einen Blutgruppentest an uns selbst durchführen können und erklärte zudem die technischen Geräte im Labor (...) Direkt nach dieser beeindruckenden Führung ging es zu einem Vortrag einer Neurologin und Dozentin der Universität zum Thema Autismus bei Kindern. Sie erläuterte uns, anhand welcher Kriterien sie die Kinder diagnostiziert und wie der allgemeine Umgang mit Autisten im Kosovo voran schreitet. Es entwickelte sich eine lebendige Diskussion über die Auswirkungen einer solchen Diagnose und wie Eltern damit umgehen (...). Für den Samstag war ein Ausflug in das kulturelle Herz des Kosovo geplant: (...) Was natürlich nicht fehlen durfte, war ein typisches Landesgericht wie „Kebab“ (bei uns bekannt als Cevapcici) mit einem kühlen Ayran als Getränk. Auf dem Rückweg sollte es noch einen kurzen Halt bei dem Elternhaus von einem der kosovarischen Twins, Veton, geben.

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Aber was uns dort genau erwartete, wusste niemand. Er führte uns nichts ahnend in einen mit kleinen Holzmosaiken vollständig ausgekleideten Raum, den sein Großvater einst für die männlichen Oberhaupte der Familie erbauen ließ. Darin wurden Versammlungen während des Kosovokrieges abgehalten, aber auch Hochzeiten gefeiert. Hoch emotional erzählte uns Veton die Geschichte seiner Familie und wie stolz er auf dies war. Alle waren extrem fasziniert von diesem Mosaiksaal (...)

Der Abschied viel nicht leicht, auch wenn wir insgesamt nur zehn Tage zusammen verbracht hatten. Wir wurden unglaublich herzlich empfangen und waren immer wieder damit konfrontiert, dass wir einige der wenigen Touristen im Kosovo sind. Leute auf der Straße, im Bus und im Klinikum fragten uns immer wieder interessiert, wer wir sind und was wir dort machten. Dass wir Medizinstudierende aus Deutschland sind und uns ihr Heimatland anguckten, machte sie unglaublich stolz, denn wie wir von unseren Twins erfahren haben, wollen viele junge Kosovaren aufgrund von besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen gerade im akademischen Bereich nach Deutschland auswandern. Die Gastfreundschaft der Kosovaren ist nicht in Worte zu fassen und so ist es nicht überraschend, dass schon Pläne für ein Wiedersehen vereinbart wurden.

Wir möchten uns recht herzlich bei folgenden Sponsoren und Unterstützern bedanken:
Dekanat der Technischen Universität München
Bayerischer Hausärzteverband
Deutsche Ärztefinanz
Hartmannbund
Deutsches Herzzentrum München (insb. Dr. med. Beran)
Dr. med. Matthias Biemer
PD Dr. med. Stock und seine studentischen Hilfskräfte
EMSA LMU München
ganz besonders auch unserer eigenen FMO und LCs Nora Hoen und Cornelia Reitmeir