"Arzt und Unternehmer" feiert 10-jähriges Jubiläum

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Zehnjähriges Jubiläum eines Wahlpflichtfachs, das sich nach dem Medizinstudium in barer Münze auszahlen kann. In dem unter anderem vom Bayerischen Hausärzteverband geförderten Kurs „Arzt und Unternehmer“ lernen Medizin-Studierende an der Ludwig-Maximilians-Universität, wie man später als niedergelassener Arzt wirtschaftlich sinnvoll eine eigene Praxis gründet. Unterstützt von Experten aus der Praxis, entwickeln die Studierenden während des Semesters einen Businessplan, der in der Schlussveranstaltung vorgestellt und gemeinsam diskutiert wird.

„Mit dem Wahlfach Arzt unter Unternehmer verfolgen wir drei Lernziele“, erklärt Kursleiter PD Dr. Dr. Oliver Rauprich. „Erstens wollen wir ein fundiertes Grundwissen und eine realistische Vorstellung von den unternehmerischen Möglichkeiten und Anforderungen einer Praxisgründung vermitteln. Zweitens wollen wir dazu anregen, sich mit dem Gedanken einer Praxisgründung zu beschäftigen und mögliche Berührungsängste abzubauen. Und drittens fördern wir die Kompetenz zur Projektarbeit und Projektpräsentation.“

Unter dem Slogan „Von ganzem Herzen Hausarzt“ präsentierte die erste Gruppe ihren Businessplan für die fiktive Gemeinschaftspraxis Reitmehring in Wasserburg und formulierte dabei klare Ziele. „Wir wollen unseren Patienten eine umfangreiche hausärztliche Betreuung auf aktuellem Wissensstand bieten. Dazu gehören ein breites Leistungsspektrum, Hausbesuche und Altenheimbetreuung, aber auch ein barrierefreier Zugang zu unseren Praxisräumen und ein informativer Internetauftritt. Das Ziel, die Patienten gut versorgen zu können, geht für uns Hand in Hand mit einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Neben der Arbeit auch ausreichend Zeit für die Familie und Hobbies zu haben, ist für uns von großer Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass unsere Zufriedenheit im Privaten sich auch positiv auf unsere Empathie und den Umgang mit den Patienten auswirkt.“

Die zweite Gruppe stellte ihr Konzept für eine „Praxisgemeinschaft für Allgemeinmedizin und Dermatologie in Moosburg a. d. Isar“ vor. Die dritte Gruppe präsentierte die fiktive Radiologie Mühleninsel in Landshut und hatte ebenfalls klare Vorstellungen von der Zukunft. „Vier junge Fachärzte für Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie beschließen, in eine bestehende Praxis mit Hauptstandort in Landshut und vier Nebenstandorten einzusteigen. Vier der insgesamt acht Altinhaber verbleiben, die anderen vier werden durch die nächste Generation abgelöst. Das Ziel hierbei ist es, die Praxis weiter in ärztlicher Hand zu halten und einem Zugriff durch Investoren zu entziehen und mittelfristig die alleinige Geschäftsführung zu übernehmen.“

Zum zehnjährigen Jubiläum hatte Kursleiter PD Dr. Dr. Oliver Rauprich nach den Präsentationen der Businesspläne nochzu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Unter der Fragestellung „Wie gut kann die Uni Ärzte auf eine Niederlassung vorbereiten?“ diskutierten Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, Prof. Dr. Martin Fischer, Studiendekan der Medizinischen Fakultät der LMU München, Prof. Dr. Wolfgang Locher, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerns des Hartmannbundes, Bernhard Seidenath, Mitglied des Landtages und Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, und Dr. Bernhard Weigl, Regionaler Vorstandsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. 

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, wie man an der Universität lernen kann, sich erfolgreich niederzulassen, hatte Dr. Beier eine klare Botschaft insbesondere an die Studierenden, die dem Thema Work-Life-Balance großen Raum in ihren Businessplänen eingeräumt hatten. „Gerade als niedergelassene Hausärztin oder niedergelassener Hausarzt kann man Beruf und Familie sehr gut in Einklang bringen. Man ist sein eigener Chef.“

Diese Erfahrungen konnte Dr. Ernst Engelmayr nur bestätigen. Der Fortbildungsbeauftragte des Bayerischen Hausärzteverbandes war ebenfalls unter den Gästen der Jubiläumsveranstaltung.